„Dort bewirken sie wahrscheinlich die Freisetzung von Verdauungshormonen wie den Incretinen, die wiederum Einfluss auf den Blutzucker haben.

Da will man sich etwas Gutes tun und auf den hohen Zuckerkonsum mehr oder weniger verzichten und dann das: Wer auf die Zero-Variante mit den sogenannten Null-Kalorien bzw. Null-Zucker umschwenkt, der macht keinen guten Deal. Denn neueste Forschungsergebnisse beweisen, dass Light-Getränke ebenfalls gesundheitsschädlich sind. Mehr, als der ein oder andere erwartet hat. Deshalb ist jedem, der zuckerreduziert konsumieren will,  anzuraten, zuckerarme Getränke zu sich zu nehmen. Dafür muss man aber genau auf die Inhaltsstoffe der Produkte achten – mit maximal 3-4 Gramm Zucker pro 100 ml Getränk.

Wasser zu trinken ist wohl die gesündeste Form, den Durst zu stillen – manchmal aber auch ganz schön öde. Zwischendurch wollen wir auch mal „etwas mit Geschmack“. In solchen Momenten heißen die zuckerreiche Verführer Limo, Cola oder Eistee. Schmecke gut, aber jeder weiß auch, dass ein Zuviel davon unserem Körper schadet. Besonders der Zucker in flüssiger Form fördert Speck an Bauch und Hüften und bringt auch noch den Zucker- und Fettstoffwechsel Im Körper dauerhaft durcheinander. Die Langzeitfolgen reichen von Diabetes über Arteriosklerose bis hin zu Herzinfarkt oder Schlaganfall Das zeigen verschiedenste Studien – vor allem jene, dié von unabhängigen Forschungseinrichtungen durchgeführt wurden. Lange erschien es also durchaus sinnvoll, den Zucker wegzulassen und auf Null-Kalorien-Lightprodukte umzusteigen. Doch die aktuelle Forschung lässt diese Annahme leider platzen! Hier kommen die wenig erfreulichen Ergebnisse der neuesten Studien: Lightgetränke machen nicht schlanker. Der Hauptgrund, warum gerade Frauen und Mädchen Cola-Light bestellen. wackelt seitdem die University of Manitoba in Kanada kürzlich eine große Studie auswertete. Diese zejgte: Wer täglich ein (oder mehrere) Süßstoffgetränke zu sich nimmt. hat ein höheres Risiko, an Gewicht zuzulegen. Süßstoffe steigern messbar den Appetit, das zeigten bereits mehrere klinische Untersuchungen, in denen das subjektive Empfinden (also das Gefühl: „Ich habe Appetit!“) ebenso abgefragt wurde wie die tatsächliche Menge an Essen. Die gesteigerte Esslust nach Süßstoff-Input kann dabei sowohl auf Stoffwechselveränderungen zurückgehen als auch psychologische Ursachen haben. Dr. Stefan Kabisch, der als Studienarzt beim Deutschen Institut für Ernährungsforschung zum Thema Übergewicht und Stoffwechsel arbeitet, sagt dazu „Das Gefühl, Kalorien gespart zu haben führt zu dem Gedanken: Dafür kann ich jetzt mehr essen!'“ Die zweite bittere Erkenntnis: Genau wie bei zuckerhaltigen Limos steigt auch bei Lightgetränken das Risiko für Diabetes oder Herzerkrankungen. Zwar gibt es auch Studien, die das Gegenteil zeigen (ganz eindeutig ist die Studienlage also nicht), doch kein Zero-Kalorien-Getränk hat zero Auswirkung! „Süßstoffe docken an unsere Süßrezeptoren in Mund. Magen und Darm an“, erklärt Dr. Kabisch. „Dort bewirken sie wahrscheinlich die Freisetzung von Verdauungshormonen wie den Incretinen, die wiederum Einfluss auf den Blutzucker haben. Welche Mechanismen da genau ablaufen, untersuchen wir gerade noch. Aber natürlich sind Verdauungshormone alles andere als Appetithemmer. “

Süßstoffe können den Zuckerstoffwechsel negativ beeinflussen und den Blutzucker steigen lassen

Australische Wissenschaftler ließen junge, gesunde Versuchsteilnehmer zwei Wochen lang jeden Tag Süßstoffe per Kapsel schlucken (etwa so viel: wie ein 1.5 Liter Llghtgetränk enthält) und gaben einer Vergleichsgruppe nur Placebo-Kapseln. Im Anschluss erhielten alle eine Zuckerlösung. Die Erkenntnisse sind bitter: Die Süßstoff-Probanden konnten den echten Zucker deutlich schlechter verarbeiten als die Vergleichsgruppe. Der Blutzuckerspiegel der Süßstoff-Probanden lag nicht nur um 27 % höher, sie schütteten auch deutlich weniger eines Hormons aus, das den Zuckerstoffwechsel und auch unser Hungergefühl reguliert. Das bedeutet: Wer regelmäßig viel Süßstoff konsumiert. reagiert auf Zucker wie ein angehender Diabetiker;

Möglicherweise begünstigen Aspartam Acesulfam & Co. die Entstehung von Demenz und Schlaganfällen. Diese Erkenntnisse entstammen der Auswertung einer großen Beobachtungsstudie in den USA. Demzufolge erkranken ältere Menschen, die regelmäßig zu künstlich gesüßten Getränken greifen, dreimal häufiger an Demenz oder erleiden dreimal häufiger einen Schlaganfall Dr. Kabisch stuft diese Ergebnisse allerdings skeptisch ein. „Es gibt hier zwar jeweils einen statistischen Zusammenhang. doch bei solchen Beobachtungsstudien wirken zu Viele Faktoren mit. Man kann also nicht ganz klar sagen. ob wirklich die Süßstoffe der Auslöser sind.‘ Laut einer anderen Untersuchung leidet das Hirn unter dem regelmäßigen Konsum zuckerhaltiger Softdrinks genauso: Die älteren Studien-Teilnehmer mit einem Hang zu Limo & Co. hatten demnach ein geringeres Gehirnvolumen und ein schlechteres Gedächtnis als die Nicht-Süß-Trinker.

Und jetzt? Was sollen wir trinken? Dr. Kabisch sagt dazu ganz nüchtern-wissenschaftlich: „Rein statistisch betrachtet sind die Effekte zuckerhaltiger Softdrinks stärker negativ als die der Lightgetränke. Trotzdem würde Ich nicht zum Süßstoffkonsum raten. Tatsächlich wäre es das Beste, auf gesüßte Getränke komplett zu verzichten.“ Die wenigsten Menschen sind allerdings so konsequent – doch zum Glück gibt es noch ein paar andere, weniger schädliche Lösungen: Gegen den alltäglichen Durst hilft vor allem Wasser oder auch mal eine leichte Schorle ( 3/4 Wasser, 1/4 Saft). selbst gemachter Eistee oder ein fertiger Durstlöscher mit wenig Zucker (unter 4 g/100 ml] Auf dieser Basis Ist dann auch mal eine Cola in Ordnung – egal ob mit Zucker oder Süßstoff. Wirklich ungesund wird es nur dann. wenn die Getränke täglich oder in größeren Mengen konsumiert werden.

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