Ähnliche Angebote aus Bernburg, Zeitz oder einem Flecken am Kyffhäuser füllen weitere Ebay-Seiten. In Jänschwalde bei Lübbenau steht für den Preis ein alter Bahnhof zum Verkauf. Ein ähnliches Preisniveau ergibt die Suche in den Konkurrenzportalen Immowelt oder Immobilienscout.

Drei Suchwörter in Google: „Immobilien“  „Deutschland“ „Ost“, und schon erscheinen an vorderster Stelle Treffer wie „Immobilien müssen nicht zwangsläufig viel Geld verschlucken“. Eine Probe bei Ebay-Kleinanzeigen fördert ein ähnliches Ergebnis auf den Bildschirm. Interessenten finden hier ein freistehendes Lehm-Fachwerkhaus in Pölsfeld bei Sangerhausen für 14.000 Euro mit 190 Quadratmetern Wohnfläche auf einem Grundstück von 750 Quadratmetern. 7 Räume plus Küche, Abstellmöglichkeiten in Fülle; Gas, Wasser, Strom sind angeschlossen. Innenaufnahmen zeigen den unrenovierten Ost-Chic der 1980er und Kachelöfen. Das Haus von 1890 ist in die Jahre gekommen, sanierungsbedürftig, Wärmedämmung unterirdisch, doch für den Preis eines Kleinwagens direkt bezugsfertig. Mit Scheune als unendlichem Stauraum und potenzielles Kinderparadies oder Gästehaus auf dem üppigen Hof gratis dazu. Für die notwendige Grundsanierung muss der Käufer mutmaßlich ein Vielfaches des Kaufpreises aufwenden. Verglichen mit Preisen in Ballungszentren sind das immer noch Peanuts für so viel Platz. Zudem verschafft schon die eingesparte Miete finanzielle Dauerfreiräume. Ähnliche Angebote aus Bernburg, Zeitz oder einem Flecken am Kyffhäuser füllen weitere Ebay-Seiten. In Jänschwalde bei Lübbenau steht für den Preis ein alter Bahnhof zum Verkauf. Ein ähnliches Preisniveau ergibt die Suche in den Konkurrenzportalen Immowelt oder Immobilienscout.

Wer Alternativen sucht zu den explodierenden Großstadtpreisen findet vor allem in den so genannten strukturschwachen Gebieten Ostdeutschlands sehr preiswerte Immobilien in blühenden Landschaften. Dem gegenüber steht: Renovierungen sind in der Provinz kaum billiger als in den Boomstädten. Deshalb sind Handwerker, Bauexperten oder große Familien besonders im Vorteil, denn als renditeorientierte Investitionsobjekte taugen diese Objekte kaum.

29 Jahre nach der Wiedervereinigung sind zahlreiche Förderungsinstrumente ausgelaufen. Sonder-AfA für denkmalgeschützte Immobilien beispielsweise greift nicht mehr. Interessant sind solche Objekte vor allem für Käufer, die ein Paradies im Grünen suchen, von überall aus arbeiten können oder sich in strukturschwachen Regionen zu bezahlbaren Preisen selbst verwirklichen. Auch Fördermöglichkeiten sind weiterhin zu finden. Die KfW-Bank beispielsweise gibt weiterhin preiswerte Kredite oder Zuschüsse bei Erneuerung der Heizung (thermische Sanierung). Dörfer und Kleinstädte, häufig konfrontiert mit dem Problem des Ausblutens und dem demographischen Wandel, sind stark an Zuzüglern interessiert. In planerischer Hinsicht und in Fragen des Baurechts zeigen sie sich dort meist kooperativ. Darüber hinaus verfügen zahlreiche Bundesländer, Regierungsbezirke oder Kommunen über Fonds und Ämter für regionale Entwicklung. Deren Zweck ist, die Abkopplung der Provinz zu verhindern. Das können neben Infrastrukturmaßnahmen auch Konzepte sein, Leerstand in der Dorfmitte entgegen zu wirken. Nur: Die Latte macchiato muss wahrscheinlich die eigene Kaffeemaschine auf der Baustelle produzieren, zu genießen auf dem eigenen Hof. Denn wenn der Ort noch einen Bäcker hat, fehlen dem möglicherweise die Produktionsmittel für solche Städterallüren. Und ein bis zwei Kleinwagen zum Haus dazu dürften ebenso unverzichtbar sein.

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