Wie bitte? Masken tragen in Italien regional unter Strafe gestellt

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Immer mehr Menschen protestieren gegen die Auflagen der Coronaregeln. Auch in Italien, was vom Coronavirus schwer getroffen wurde, formiert sich immer größerer Widerstand. Sogar in der italienischen Politik gibt es fragwürdige Entscheidungen: Maskentragen wird unter Strafe gestellt.

In Berlin haben über 17.000 Corona-Leugner auf einer „Versammlung der Freiheit“ durch Berlin Mitte gegen die Abstandsregeln und die Hygieneregeln der Bundesregierung protestiert. Aus ganz Deutschland reisten Demonstranten an und bevölkerten die Straße des 17. Juni, jedoch ohne die Maskenpflicht einzuhalten.

Auch in Italien regte sich zuletzt immer mehr Widerstand gegen die nötigen Hygieneregeln. So wurde in allen Schuljahrgängen im Lande des Dolce Vita eine Maskenpflicht eingeführt. Auch in der Grundschule müssen die Schüler, sobald sie von der Schulbank aufstehen, ihre Maske aufsetzen. Gerade Menschen aus dem rechtsextremen Milieu fühlen sich durch diese Regeln stark beeinträchtigt. Es entsteht ähnlich wie in Deutschland eine Gruppe aus gemischten politischen Strömungen wie Verschwörungstheoretiker, Impfgegnern und Rechtsextremen.

Knapp 2.000 Menschen demonstrierten in Rom auf der Piazza del Popolo gegen die sogenannte „Gesundheitsdiktatur“. Bekümmerte Eltern bekundeten ihre Sorgen gegen die anstehenden Schulöffnungen im September mit der Aussage, die Maskenpflicht in Schulen sei „kriminell“. Unter den Demonstranten waren auch mehrere Plakate zu lesen, auf welchen Solidarität mit den Berliner Demonstranten kundgetan wurde. Auch der Spruch „Fake News Covid“ oder „Bill Gates Antichrist“ war auf den Transparenten zu lesen. Viele Protestler forderten, dass Italien von den Coronaregeln „befreit“ werden muss und Kinder vor den anstehenden Impfungen bewahrt.

Dabei zählt Italien mit fast 33.500 Todesopfern zu den am heftigsten von der Corona-Pandemie getroffenen Regionen der Erde, rund 276.000 Menschen haben sich infiziert. In Norditalien war das Gesundheitssystem endlos überlastet und hat sogar das Militär auf den Plan gerufen, um die vielen Covid-Verstorbenen zu transportieren. Daraufhin hat die italienische Regierung einen der strengsten Lockdowns in Europa verhängt, die Menschen durften nur noch für die allernötigsten Erledigungen im Umkreis ihrer Meldeadresse Einkäufe erledigen und Sport treiben. Viele Menschen haben diese strengen Maßnahmen klaglos angenommen und über Monate durchgehalten.

Einen, den die Einschränkungen besonders politisch treffen, ist der ehemalige italienische Innenminister Matteo Salvini. Der rechte Politiker ist besorgt, da seine Zustimmungswerte in den Meinungsumfragen von bis zu 38 Prozent im August 2019 auf zuletzt 24 Prozent gesunken sind. Ihm kommt teuer zu stehen, dass er während der Corona-Einschränkungen kein „Bad in der Menge“ unter seinen Anhängern mehr machen kann. Nur auf Twitter lässt sich seine politische Gefolgschaft nicht effektiv mobilisieren.

Ein anderer Politiker aus dem rechten Lager sucht auf andere Art die Provokation und damit die Öffentlichkeit: der ehemalige EU-Abgeordnete und Staatssekretär der Regierung von Silvio Berlusconi, Vittorio Sgarbi. In seiner jetzigen Position als Bürgermeister der Kleinstadt von Sutri, einer Gemeinde von Viterbo, provoziert er in allen Tönen.

Vor einigen Tagen drohte Vittorio Sgarbi in Sutri mit Geldstrafen für jeden, der seine Maske im Freien trägt. „In Übereinstimmung mit dem Dekret des Präsidenten des Ministerrates ist die Verwendung eines Mund-Nase-Schutzes in der Stadt Sutri im Freien aus gesundheitlichen Gründen und in Innenräumen von 18 bis 6 Uhr verboten. Es ist verboten, ohne gerechtfertigten Grund Schutzhelme oder andere Mittel zu verwenden, die die Erkennung der Person an einem öffentlichen Ort oder in der Öffentlichkeit erschweren.“

Er ließ Plakate an den Wänden der Kleinstadt Sutri anbringen auf denen steht: „Bürger, wir müssen wieder aufstehen, Sutri ist vom Himmel gesegnet und ist eine gesunde Stadt. Wir dürfen der Angst nicht nachgeben. Meine Anordnung ist nicht dazu da, die Ängstlichen zu bestrafen, sondern sie aufzumuntern. Nur Diebe und Terroristen verbergen ihr Gesicht“, erklärte der Rechtsextreme.

Nach üblichen Provokationen aus dem rechten Lager, gab es eine Meldung, die alle aufschrecken ließ. Die Nachrichtenticker verbreiteten die Nachricht, dass Berlusconi mit einer Lungenentzündung aufgrund einer Covid19-Infektion im Mailänder Krankenhaus Sankt-Raffael behandelt wird. In Sorge um den 83-jährigen Politiker ließ sich Sgarbi mit der Aussage zitieren: „Wenn es [Berlusconis Gesundheitszustand] schlimmer wird, bedeutet das, dass ich die Situation unterschätzt habe. Ich bin bereit, meine Meinung zu ändern“. Zuvor behauptete er noch, dass das Coronavirus „seit dem 31. Mai klinisch inexistent“ sei. Er verbreite die Meinung, dass das Virus „nur ein Hirngespinst“ sei. Zudem setzte er die Desinformation in die Welt, dass 96 Prozent der Covid-19 Patienten in Italien an anderen Ursachen starben. Diese Darlegung basiert jedoch auf einem Trugschluss. Die Studie, auf die Sgarbi sich offenbar bezieht, besagt lediglich, dass 96 Prozent der Patienten eine Vorerkrankung hatten. Am häufigsten waren dabei Bluthochdruck und Diabetes.

Über Rückendeckung konnte sich der Falschinformationen verbreitende Politiker bisher nicht beschweren. Seit 1989 ist er mit Berlusconi befreundet. Den Beginn ihrer Freundschaft beschreibt Sgarbi mit folgenden Worten: „Berlusconi und ich sind Freunde geworden, weil wir beide das Leben lieben, fährt der Bürgermeister von Sutri fort. Einmal lud ich ihn zur Ausstellung „Mit den Augen Caravaggios“ im Diözesanmuseum in Mailand ein. Ich habe ihm nach seiner Ansprache gesagt, dass er eine bessere Rede als ein Kunsthistoriker gehalten hat. Dann bat er mich, ihm die Blondine vorzustellen, die in der ersten Reihe sitzt. Sie war Vittoria Risi, der Pornostar“.                      Was soll man da noch sagen?

Gegen Google wird Klage eingereicht

Global

Das US-Justizministerium plant eine Klage gegen den Konzern. Grund sind mutmaßliche Kartellrechtsverstöße. Das Ministerium ermittelt in diesem Zusammenhang seit einiger Zeit die Wettbewerbspraktiken von Google.

Laut einem Zeitungsbericht der „New York Times“ vom vergangenen Donnerstag will das US-Justizministerium in den kommenden Wochen wegen mutmaßlicher Kartellrechtsverstöße Klage gegen den global größten Anbieter von Suchmaschinen, Google, einreichen. Das Ministerium ermittelt schon seit einiger Zeit wegen der Wettbewerbspraktiken und eines möglichen Missbrauchs des Multimediakonzerns. Die US-Regierung untersucht aber nicht nur Google im Hinblick auf falsche Wettbewerbspraktiken, sondern auch andere Technologiekonzerne wie Alphabet, Apple, Amazon und Facebook.

Der Hintergrund: Diese Firmen besitzen ihrerseits zu viel Macht und dominieren mit ihrer Monopolstellung den Markt. Andere kleine Anbieter haben aufgrund der extremen Konkurrenz keine Möglichkeit sich in dem Wettbewerb zu behaupten und werden in der Folge vom Markt verdrängt, was die Monopolstellung der jeweiligen Konzerne auf ihrem Gebiet verstärkt, aber den Wettbewerb stört und in der Folge zu einem Versagen des Marktes führen kann. Deshalb gibt es kartellrechtliche Bestimmungen, die diese Machtkonzentration verhindern sollen.

Google ist dabei nur eines von viele Beispielen. Allerdings ist es Tatsache, dass Google bedeutende Angebote des Marktes dominiert. Google erwirtschaftet einen Großteil der Einnahmen mit Werbung. Jeder dritte im Netz für Anzeigen ausgegebene Euro landet auf dem Konto des amerikanischen Konzerns, der dadurch rund 90 Prozent das Marktes für Online-Anzeige-Tools kontrolliert. Diese Vormachtstellung von Google hängt nicht zuletzt auch mit der großen Anzahl an Nutzern zusammen. Wie viele Menschen kennen und nutzen Google und wie viele Menschen kennen und nutzen beispielsweise Ecosia? Je mehr Nutzer es gibt, das heißt, je mehr Menschen über ein Medium erreicht werden, desto interessanter ist dieses Medium für werbetreibende Händler. Bedenkt man, dass rund 90 Prozent der Suchanfragen über die Suchmaschine Google getätigt werden, erhält Google eine gewisse vorherrschende Stellung. Schließlich wendet sich ein Unternehmen lieber an einen Konzern, der 90 Prozent der Nutzer erreicht, als an ein Unternehmen, dass lediglich ein paar Prozent erreicht.

Die Problematik dabei ist, dass Google inzwischen so etabliert ist, dass andere Anbieter wie Yahoo, Bing oder Microsoft auf dem Gebiet der Suchmaschinen nahezu bedeutungslos werden. Sie werden vom Markt verdrängt. Neben der hohen Anzahl an aktiven Nutzern, die die Macht eines Unternehmens verstärken können, aber auch andere Faktoren eine Vormachtstellung begünstigen. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel die Fusion mehrerer mächtiger Medienunternehmen unter einem Dach. Daraus resultiert nicht nur eine ökonomische, sondern auch publizistische Vormacht, die den Markt beeinflusst. Um dies zu verhindern gibt es kartellrechtliche Bestimmungen, an die sich die Unternehmen halten müssen. Werden diese verletzt, hat das strafrechtliche Konsequenzen.

Das US-Ministerium ermittelt im Fall Google und anderen Megakonzernen und deren Wettbewerbspraktiken hinsichtlich eines Machtmissbrauchs. Es wurde schon damit gerechnet, dass noch in diesem Sommer die Klage des Ministeriums gegen Alphabet, der Muttergesellschaft von Google und YouTube, eingereicht werden könnte. Nun gab des amerikanischen Justizministeriums bekannt, in den kommenden Woche Klage gegen Google einzureichen.

Im September 2019 erkannte Google an, dass das Ministerium als ersten Schritt der Untersuchung Informationen und Dokumente bezüglich früherer kartellrechtlicher Untersuchungen in den USA und anderen Teilen der Welt angefordert hatte. Damals verpflichtete sich Google, zu demonstrieren, dass es sich „in einem robusten und fairen Wettbewerb engagiert“, schrieb Kent Walker, Googles Senior Vice President für globale Angelegenheiten, in einem Google-Blogbeitrag.

Beamte des Justizministeriums teilten nun den Anwälten, die an der kartellrechtlichen Untersuchung von Alphabet beteiligt waren, mit, dass sie ihre Arbeit bis Ende September abschließen sollten. Laut „New York Times“ argumentierten einige, dass sie einen überzeugenden Fall vorbringen könnten, aber mehr Zeit bräuchten. Unter dem Team herrschte weiterhin Uneinigkeit darüber, wie breit die Beschwerde sein sollte und was Google tun könnte, um die von der Regierung aufgedeckten Probleme zu lösen. Die Anwälte betrachteten die Frist als willkürlich.

Hinzu kamen außerdem Bedenken der Berufsanwälte, dass Generalstaatsanwalt William P. Barr den Fall im September bekannt geben wollte, um den Ruhm für Maßnahmen gegen ein mächtiges Technologieunternehmen unter der Trump-Administration einzuheimsen.

Gasstreit zwischen Griechenland und Türkei

Politik

Griechenland und die Türkei kämpfen um Seegebiete im östlichen Mittelmeer. Die Lage spitzt sich immer weiter zu. Deutschlands versucht die Verhandlungspartner an einen Tisch zu bekommen. Doch Außenminister Heiko Maas reagiert konsterniert auf die verhärteten Fronten.

Jeder kleine Funke kann „zu einer Katastrophe führen“ in diesem Disput um Seegebiete im östlichen Mittelmeer. Der deutsche Außenminister ruft Athen und Ankara zu „Signalen der Deeskalation“ auf. Maas spricht von einem „Spiel mit dem Feuer“. Die Fronten sind verhärtet. Doch worum dreht sich der Streit zwischen Griechenland und Türkei?  Der Konflikt eskalierte in den letzten Wochen. Die Türkei schickte ihr Forschungsschiff „Oruç Reis“ in ein von Griechenland als exklusive Wirtschaftszone beanspruchtes Gebiet. Die Erkundungsreise wurde sogar bis Anfang September verlängert. Zudem erhöhte sich der Druck zwischen beiden Parteien, als beide Marinemanöver in dem Seegebiet ankündigten. Das Forschungsschiff sollte vor den griechischen Inseln nach Gasvorkommen suchen – in Begleitung von Kriegsschiffen. Somit geht es um Fragen über Hoheitsgebiete und exklusive Wirtschaftszonen in der Ägäis und im Mittelmeer.

Im östlichen Mittelmeer steigt die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung. Die Türkei droht Griechenland für den Fall einer Ausdehnung seiner Territorialgewässer in der Ägäis inzwischen offen mit Krieg. „Wenn das kein Kriegsgrund ist, was denn sonst?“, sagte Vizepräsident Fuat Oktay der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge. Ankara werde seine Rechte zur See ungeachtet aller Kosten verteidigen.

Athen beanstandete, dass es gegen die „internationale politische Kultur“ sei, Nachbarländern mit Angriffen zu drohen. Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis gab bekannt, dass Griechenland seine Hoheitszone im Ionischen Meer von sechs auf zwölf Seemeilen ausdehne. Doch die griechische Hoheitszone soll nur auf der türkischen Seite ausgeweitet werden. Unter Diplomaten wird geraunt, dass eine Ausweitung in der Ägäis nicht in Frage kommt. Außenminister Mevlut Çavusoğlu moniert, dass Griechenland „frech geworden“ sei durch die Unterstützung der EU und ergänzte: „Wir werden nicht aus Versehen am Abzug ziehen“, sagte er. „Aber wir wissen, was zu tun ist.“

Streitpunkt ist die Lage der türkischen Erdgassuche: Griechenland hält die Besitzansprüche für sich vor, da das Erdgasvorkommen in direkter Nähe zu den griechischen Inseln Rhodos und Kastelorizo liege und damit zu Griechenland gehöre. Die Türkei führt dagegen an, dass das Seegebiet zum türkischen Festlandsockel gehört.

Doch wie rentabel ist die Gasausbeute in der Region überhaupt? Scheinbar handelt es sich nur um vorgeschobene Gründe, denn die Gasförderung wäre wirtschaftlich unrentabel und kostenintensiv. Zudem gab es schon vor 20 Jahren ähnliche Konflikte um Seegebiete und unbewohnte Inseln. Frankreich unterstützt Griechenland bei seinen Militärmanövern, die US-Marine hilft der Türkei. So kam es bisher schon zu türkischen Schießübungen und es wurden sechs griechische F-16-Kammpfflugzeuge abgefangen.

Tayyip Erdoğans Ziel ist es, mehr geopolitische Macht im östlichen Mittelmeer zu erlangen. Eigentlich ist die Grenzziehung im Mittelmeer durch den Vertrag von Lausanne von 1923 geregelt. Erdoğan werde seiner Meinung nach durch die Grenzziehung benachteiligt. Innenpolitisch hat Erdoğan einige Baustellen, so hat nicht nur die Corona-Pandemie das Land im Griff, auch die türkische Lira befindet sich zur Zeit in einer Währungskrise, so liegt der Wechselkurs bei 8,73 :1. Zudem sind auch die Umfragewerte des zwölften Präsidenten der Republik Türkei sehr schlecht und er muss aktuell seine Abwahl fürchten.

Den Konflikt könnten im Falle von Türkei und Griechenland auf rechtlichem Wege der Internationale Gerichtshof in Den Haag oder ein Schiedsgericht lösen. Dabei wäre auch eine Interimslösung denkbar, bei der beide Länder Anrecht auf die Nutzung der Seegebiete haben. Ein anderes Problem: auch Zypern muss mit an den Verhandlungstisch, um Rohstoffausbeutungen in dessen Seegebiet zu regeln. Nur so ließe sich eine nachhaltige Lösung erzielen. Das Seerechtsübereinkommen der Uno von 1982 sieht vor, dass Staaten in einem Radius von 200 Meilen um ihre Inseln in einer sogenannten „Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ)“ Rohstoffe ausbeuten dürfen.

Die Türkei hat bisher aber eher in Eigenregie an der Ausweitung seines Territoriums gearbeitet. So hat Libyen ein Abkommen mit der Türkei vereinbart, welches die türkische AWZ auf Kreta erweitert. Libyens Premier Fayez Sarraj hat dafür Unterstützung der Türkei zugesichert bekommen, den Kampf gegen den Warlord Khalifa Haftar voranzutreiben. Diese Vereinbarung zwischen Libyen und der Türkei hat jedoch bei seinen Anrainerstaaten wie Israel, Griechenland und Ägypten keine Legitimation bekommen.

Der griechische Außenminister Nikos Dendias möchte, dass die EU-Sanktionen gegen die Türkei erlässt, um ihren „grenzenlosen Expansionismus“ zu stoppen. Die Türkei möchte, dass Griechenland sich auf Kompromisse einlässt. Das Auswärtigen Amt versucht mit allen Mitteln, zu deeskalieren, da keiner einen bewaffneten Konflikt zwischen den Nato-Partnern Griechenland und Türkei provozieren will.

Heiko Maas möchte hier der Türkei als Schlichtungsanreiz anbieten, die Zollunion mit der EU zu modernisieren. Die Forderung stellt Erdoğan der EU schon lange. Durch Deutschlands ideale Position in der EU-Ratspräsidentschaft, kann die türkische Forderung – von Maas vorangetrieben – recht erfolgreich sein.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell forderte die Türkei nach einem Treffen der EU-Außenminister vergangene Woche auf, die Suche nach Gas im östlichen Mittelmeer „unverzüglich“ einzustellen. Die EU-Außenminister hatten die Türkei zur Diskussion mit Griechenland aufgefordert. Andernfalls könne der EU-Sondergipfel am 24. September weitere Strafmaßnahmen gegen die Türkei anordnen.

Bundeskanzlerin gibt neue Maßnahmen gegen die Pandemie bekannt

Politik

Vergangenen Donnerstag hatten sich Bund und Länder auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus geeinigt. Großveranstaltungen sind weiterhin untersagt, die Quarantänepflicht für Rückreisende aus Risikogebieten bleibt und ein Bußgeld für Maskenverweigerer wird eingeführt.

 

Erstmals seit Juni berieten Bund und Länder über die Neuausrichtung der Corona-Strategie. Ausgangspunkt war der Wiederanstieg der Infiziertenzahlen in den letzten Wochen. Besonders begünstigend wirkten laut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „Gemeinschaftsunterbringungen, Veranstaltungen, Feiern und urlaubsbedingte Mobilität.“ Allein in den letzten sieben Tagen wurden laut Robert Koch Institut (RKI) bundesweit 7.905 Neuinfektionen gemeldet. „Wir nehmen diesen Anstieg in diesen Sommermonaten sehr ernst und zwar insbesondere deshalb, weil wir jetzt ja eine sehr günstige Jahreszeit haben und hatten, aber in den nächsten Monaten natürlich damit zu rechnen ist, dass sehr viel mehr Veranstaltungen in Innenräumen stattfinden müssen.“

 

Merkel äußerte in einer Telefonkonferenz, dass es mit dem Wiederanstieg der Infiziertenzahlen wichtig sei, „eine erneute exponentielle Verbreitung durch gegenseitige Rücksichtnahme, Umsicht und Vorsicht zu verhindern“ und „um zur Pandemiebekämpfung erforderliche Einschränkungen auf Dauer möglichst gering halten zu können.“ Bund und Länder haben sich deshalb darauf geeinigt, dass die Quarantänepflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten bestehen bleibt. Allerdings gilt diese Quarantänepflicht nicht mehr für 14 Tage, sondern kann nach einem negativen Corona-Test ab dem 5. Tag beendet werden. Rückreisende aus Nicht-Risikogebieten haben zukünftig nicht mehr die Möglichkeit einen kostenlosen Corona-Test machen zu lassen. Großveranstaltungen bleiben weiterhin untersagt. Wie sich dieses Verbot auf den Karneval oder die kommenden Weihnachtsmärkte auswirken wird, ist allerdings noch nicht entschieden. Jedoch sollen laut Bund und Länder Veranstaltungen, „bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist“ mindestens bis zum Jahresende verboten werden.

 

Ziel der Verhandlung sei es außerdem, endlich eine einheitliche Strategie im Kampf gegen die Pandemie zu finden. Bislang hatte jedes Bundesland seine eigene Strategie und Vorsichtsmaßnahmen verfolgt. Teil der Verhandlungen war unter anderem auch der Mund-Nase-Schutz. In öffentlichen Räumen ist das Tragen einer Maske Pflicht, doch viele Bürgerinnen und Bürger steigen dennoch oftmals ohne Maske in Bus oder Bahn ein. Bund und Länder haben sich deshalb auf ein Mindestbußgeld in Höhe von 50 Euro verständigt, wenn jemand ohne Maske erwischt wird. Dies gilt aber nicht nur in öffentlichen Transportmitteln, sondern in jedem öffentlichen Raum, wo eine Maskenpflicht gesetzlich verhängt wurde. Bis auf Sachsen-Anhalt stimmten alle Länder dem Beschluss zu. Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) lehnte das Mindestbußgeld ab und erklärte, er werde diese Regelung in seinem Land nicht durchsetzen. Der Grund: Die Menschen in seinem Land hielten sich an die Corona-Regeln.

Nach langen Verhandlungen konnten sich die Abgeordneten vergangenen Donnerstag auf neue Corona-Maßnahmen verständigen. Die Bundeskanzlerin appellierte noch einmal an alle Bürgerinnen und Bürger: „Nehmen Sie das Virus weiterhin ernst!“ In der Pressekonferenz erklärte sie: „Niedrige Infektionszahlen sind die Voraussetzung dafür, dass die Infektionsausbreitung kontrollierbar bleibt, das Gesundheitswesen nicht überlastet wird und durch eine solche stabile Situation sich die Wirtschaft und damit auch die soziale Lage in Deutschland positiv entwickeln kann.“ Das letzte halbe Jahr habe ihre Zuversicht geweckt und gezeigt, wie gut Deutschland die Herausforderung bisher bewältigen konnten, weil „wir ein gutes Gesundheitssystem haben und die Menschen Vernunft gezeigt habe“. Dafür werde sie den Menschen ewig dankbar sein, so Merkel.

Ängste loswerden, so gehts

Hessen

Mal ehrlich, in den vergangenen Monaten brauchte es nicht viel, um Beklemmungen und Ängste auszulösen. Manchmal reichte es schon, wenn der Nachbar in der Bahn einen Niesanfall hatte. Von wirtschaftlichen Problemen oder Beziehungsstress in der Corona-Quarantäne mal ganz abgesehen. ,,Im Rahmen der Pandemie erlebten Menschen plötzlich viel mehr angstauslösende Situationen als sonst“, sagt der Berliner Psychiater Bastian Willenborg. Sowohl diffuse als auch konkretere Ängste haben in den vergangenen Monaten deshalb zugenommen.“ Der Arzt leitet die Oberberg Fachklinik in Wendisch-Rietz sowie die Oberberg Tagesklinik Kurfürstendamm und erlebte an beiden Einrichtungen einen Anstieg von Fällen.

Tatsächlich bilden Angststörungen (noch vor Depressionen) das häufigste psychische Problem, so die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Rund 15 Prozent der Erwachsenen kämpfen mindestens einmal in ihrem Leben damit. Auf Platz eins: spezifische Phobien, also Ängste vor Spinnen, vor Höhe oder dem Fliegen. Wer darunter leidet, fürchtet sich vor Dingen, auf die andere Leute keinen Gedanken verschwenden würden. ,,Die inneren Blockaden haben das Leben der Betroffenen im Griff“, erklärt Arno Deister. Chefarzt des Zentrums für Psychosoziale Medizin im Klinikum ltzehoe. Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer, Kreative trifft es eher als fantasiearme Leute. Zum Glück ist niemand den Emotionen wehrlos ausgeliefert: Es gibt aktuell fünf neue Wege aus der Angstfalle.

Microdosing                                                                                                                                            Psychodrogen wie LSD oder Psilocybin, das aus halluzinogenen Pilzen gewonnen wird, nehmen Ängste – allerdings zu einem hohen Preis. Sie verzerren die Wahrnehmung von Raum und Zeit, können Psychosen auslösen und sind zudem (noch) illegal. Forscher der Abteilung für Klinische Pharmakologie und Toxikologie am Universitätsspital Basel untersuchen derzeit, ob sich die Substanzen in kleinster Dosierung (Microdosing) und mit professioneller Unterstützung bei der Behandlung von Depressionen und Angstkrankheiten einsetzen lassen. ,,Die Mittel könnten wie ein Verstärker für die Therapie wirken“, sagt Psychiater Willenborg. Zum Beispiel falle es den Patienten nach der Einnahme leichter, sich zu öffnen. Erste Studienergebnisse, die mit Gesunden durchgeführt wurden, zeigten, dass man anderen mehr vertraute.  Universitätsspital Basel rekrutiert aktuell Patienten mit Angsterkrankungen für eine LSD-assistierte Psychotherapie.

Virtual Reality

Gaming gegen Ängste: Bei der Behandlung von Phobien werden neuerdings 3-D-Welten, wie man sie sonst aus Computerspielen kennt, verwendet.  Mithilfe von Smartphone-Apps und Virtual-ReaIity-Brillen können sich Patienten nun vom Sofa aus ihren Ängsten stellen. Sie betreten hohe Gebäude, halten Reden vor Publikum oder berühren Spinnen. Die Behandlung funktioniert wie die sogenannte Expositionstherapie, die auch in der klassischen Verhaltenstherapie angewendet wird. Allerdings hat die neue Methode zwei entscheidende Vorteile : eine niedrige Hemmschwelle, und die Wartezeit auf einen Behandlungsplatz entfällt. Die vom Hamburger Medizin-Start-up Sympatient entwickelte Therapie dauert etwa vier Wochen und wird von Therapeuten per Telefon und Video begleitet. Tatsächlich konnten Studien zeigen, dass die virtuelle Konfrontation mir Höhe oder Flugangst, oder sozialen Ängsten genauso effektiv ist wie die üblichen Konfrontationstherapien.

ACI Therapie                                                                                                                                                                In den vergangenen Jahren hat die Psychotherapie ihren Werkzeugkasten auf geräumt und noch besser an die Bedürfnisse der Patienten angepasst. In der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT, wird als ganzes Wort gesprochen) konzentriert man sich auf das, was einem im Leben wichtig ist: Will man liebende Partnerin sein? Die gute Freundin? Oder vor allem Karriere machen? Man spricht zwar auch über seine Ängste und Sorgen, aber bei der ACT-Therapie geht es vor allem darum, seine Energie auf ein glückliches Leben zu fokussieren – statt wie in der klassischen Verhaltenstherapie unterdrückte Gefühle unbedingt verändern zu wollen.

Hypnose                                                                                                                                                                 Wer Bammel vor Prüfungen hat oder nicht gern in engen Räumen ist, sollte es mal mit therapeutischer Hypnose versuchen. Dabei versetzt einen der Hypnotiseur zunächst in Trance – einen Zustand erhöhter Aufmerksamkeit in dem man alles andere um sich herum ausblendet. Das Gehirn kann nicht zwischen Fantasie und Realität unterscheiden. Es ist ein bisschen wie bei einer Festplatte: Situationen, die bislang mit negativen Emotionen verknüpft waren, werden durch positive Empfindungen überschrieben. ,,Hypnose ist die älteste westliche Form der Psychotherapie“, sagt etwa Professor David Spiegel von der Stanford Universitv School of Medicine. Und kann übrigens auch bei der Rauchentwöhnung, Schlafstörungen und Schmerzen helfen. Etwa neun von zehn Menschen gelten als empfänglich für diese Art der Behandlung, die mittlerweile auch von der Schulmedizin anerkannt ist. Eine Stunde kostet zwischen 100 und 150 Euro, drei Sitzungen genügen meistens. Adressen von qualifizierten Hypnotherapeuten übervermitteln die Fachgesellschaften Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie und die Milton H. Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose.

Meditations APPs                                                                                                                                                                        Bei weniger stark ausgeprägten Ängsten die vor allem in Stresssituationen auftreten, sind Meditations-Apps auf dem Smartphone eine prima Entspannungshilfe. Dabei wird man von einer freundlichen Stimme  angeleitet. Die eigene Wahrnehmung auf den Atem oder bestimmte Körperteile zu lenken (,,Spüre jetzt, wie dein Becken von der Sitzfläche getragen wird.) Wie Studien zeigen kann so ein digitaler Coach tatsächlich helfen, Anspannung zu reduzieren und das Wohlbefinden zu erhöhen. Die wohl bekannteste Meditations-App nennt sich ,,Headspace“. ‚ Andere heißen,.Calm“, ,,Buddhify“ oder ,,7Mind“.

Wer wirklich Ängste und Panik, Ausweglosigkeit und Kontrollverlust kennengelernt hat, der weiß, wie schwierig es ist, sich aus einer bestimmten Situation zu lösen, und zur Ruhe und Gelassenheit zurückzufinden. Diese Methoden sind hilfreich, um in einem „Ausnahmezustand“ Hilfe und Unterstützung zu erlangen. Eine Panikattacke kann den Einzelnen in einen hilflosen Menschen verwandeln, deshalb sind Lösungsvorschläge und Verhaltensregeln für Extremsituationen oft der rettende Anker.

 

Demonstration von Corona-Leugnern in Berlin rüttelt deutsche Politik wach

Deutschland

Während der Proteste der Corona-Leugner in Berlin wurden nationalistische Reichskriegsflaggen vor dem Bundestag geschwenkt. Politiker aller Parteien sind bestürzt.

Die Deutschen sind sich der neuen Gefahr durch die „Alles-wieder-wie-vorher“-Infektionszahlen bewusst. Doch es stellt sich zunehmend eine Müdigkeit ein, mit welcher die Deutschen den Beschränkungen während der Pandemie begegnen. Doch gerade von Urlaubsrückkehrern gehen erneut hohe Infektionszahlen aus und das Coronavirus verbreitet sich wieder erneut in Deutschland. So passt die Wut über die noch wichtigen Corona-Maßnahmen und dem aktuellen Infektionsgeschehen nicht zusammen. In Gesundheitsämtern, Krankenhäusern und Arztpraxen wird sich die Lage in den nächsten Wochen während der kalten Jahreszeit noch weiter zuspitzen.

Zwei Tage nach der kontroversen Demonstration vor dem Berliner Bundestag gegen die Corona-Politik läuft nun die Aufarbeitung der Geschehnisse. Über 38.000 Teilnehmer soll der Demonstrationszug groß gewesen sein, als dann plötzlich 300 Menschen mit Reichsflaggen auf die Treppen des Bundestages stürmten. Nur sechs Polizeibeamte schützten zu dem Zeitpunkt den Bundestag. Ein Motiv: Die meisten der etwa 250 Polizisten waren zwischen Reichstag und Tiergarten postiert, aber nicht vor dem Bundestag. Der Bundestag war von einem Absperrzaun geschützt.

Nach dem Durchbrechen der Absperrzäune und dem Schwenken der Reichskriegsflaggen auf den Stufen des Bundestages stellt sich jetzt eine Frage: Muss der Bundestag nicht komplett anders geschützt werden? Am damaligen Bonner Bundestag gab es eine Bannmeile, diese wurde in Berlin abgeschafft. Stattdessen ist die Umgebung des Reichstags ein „befriedeter Bezirk“. So können Demonstrationen immer problemlos abgehalten werden, solange der normale Parlamentsbetrieb nicht behindert wird. Mit großer Wahrscheinlichkeit müssen diese Vorschriften jetzt verschärft werden.

Menschen unterschiedlicher politischer Anschauungen standen bei der Demonstration zusammen und schwangen Fahnen: Regenbogenflaggen, Friedens- und Reichskriegsflaggen. Linke Impf-Skeptiker waren so mit Rechtsextremen gemeinsam unterwegs und skandierten Parolen gegen die aktuelle Corona-Politik. Dabei wurden 316 Menschen verhaftet und 33 Polizisten verletzt. Der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, gab zu bedenken: „Solche Demonstrationen sind für radikale Bewegungen ein ideales Umfeld, um immer mehr Menschen für ihre Ideologien zu gewinnen“, sagte Fiedler der „Rheinischen Post“. „Dort mischen sich Feinde der Demokratie mit Teilen der gesellschaftlichen Mitte, Verschwörungstheorien können so immer schneller um sich greifen.“

Parteiübergreifend wurde danach Kritik über die „Reichstags-Erstürmung“ laut. Viele Politiker zeigten sich fassungslos und betonten, dass es niemals zu diesen Bildern hätte kommen dürfen. Dabei sind die Meinungen der Demonstranten bei der deutschen Bevölkerung gar nicht mehrheitsfähig (88 Prozent) und die meisten Menschen verstehen die Gründe der aktuellen Beschränkungen durchaus und halten sie für genau richtig (60 Prozent). Nur 28 Prozent sprechen sich gegen die Maßnahmen aus.

CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer zeigte sich entsetzt und sagte: „Ich muss sagen, ich bin richtig wütend über das und über die Bilder, die man dort gesehen hat. Dass am Deutschen Bundestag die Reichsflagge wieder weht, das ist etwas, was nicht zu ertragen ist“. Auch Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki ist geschockt von den Bildern: „Es macht keinen Sinn, zuerst das Recht auf Demonstrationen gerichtlich zu erstreiten, um dann den Reichstag – das Herz der Demokratie – zu stürmen“, sagte der FDP-Politiker am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass Barrikaden durchbrochen und Regelbrüche gefeiert werden. Unsere Demokratie lebt davon, dass kontroverse Positionen friedlich und regelbasiert ausgetragen werden können.“ Kubicki sprach den Polizisten seinen Dank aus, „die Schlimmeres verhindert haben“.

„Unsere Demokratie lebt“, sagt Steinmeier. Wer sich über die Corona-Maßnahmen ärgere oder ihre Notwendigkeit anzweifele, könne das tun, auch öffentlich, auch in Demonstrationen. „Mein Verständnis endet da, wo Demonstranten sich vor den Karren von Demokratiefeinden und politischen Hetzern spannen lassen.“

Auch die Bundesvorsitzende der SPD, Saskia Esken, unterstreicht: „Unser Dank gilt den Polizistinnen und Polizisten, die für unsere Demokratie den Kopf hinhalten und so das Schlimmste verhindern“, sagte Esken der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Wer diese Demonstration, ihre Organisatoren und ihre Treiber stattdessen als „Corona-Skeptiker“ bezeichnet, wer die Reichstags-Stürmer als ,kindisch schreiende Chaoten‘ verharmlost, der hat nicht verstanden oder will nicht sehen, welche Gefahr von dieser Querfront ausgeht“, stellte Esken klar.

Auch die Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Alice Weidel, äußerte sich ähnlich: „Es ist inakzeptabel, dass einige Chaoten nach der friedlichen Corona-Demonstration in Berlin die Polizei-Absperrungen vor dem Reichstag durchbrochen haben. Dieses Verhalten ist genauso falsch wie der Missbrauch des Reichstages durch Greenpeace-Aktivisten für ihre Propaganda vor einigen Wochen“, erklärte sie am Sonntag. „Das Gebäude steht für den parlamentarischen Meinungsstreit im Plenarsaal und darf nicht als Objekt politischer Auseinandersetzungen auf der Straße missbraucht werden – egal von welcher Seite.“

Doch was sagt der Querdenken-Initiator Michael Ballweg zu dieser Situation? Auch er distanziert sich von den Reichskriegsflaggen-Demonstranten, die vor dem Bundestag gegrölt haben. Ballweg, welcher die Initiative Querdenken 711 leitet, sagt: „Die haben mit unserer Bewegung nichts zu tun.“

Doch hätte der Bundestag besser geschützt werden müssen? Polizeisprecher Thilo Cablitz verdeutlicht: „Wir können nicht immer überall präsent sein, genau diese Lücke wurde genutzt, um hier die Absperrung zu übersteigen, zu durchbrechen, um dann auf die Treppe vor dem Reichstag zu kommen.“

Hintergrund:  Die Corona-Leugner-Demonstration wurde verboten. Zur Begründung wurde gesagt, dass die Protestierenden oft keinen Mund-Nase-Schutz tragen würden und keinen Mindestabstand einhalten. Außerdem hätten die Demonstranten bereits bei der Demonstration am 1. August alle geltenden Corona-Hygieneregeln vorsätzlich ignoriert. Dies sei ein zu großes Gesundheitsrisiko für andere Menschen. Daraufhin hob das Oberverwaltungsgericht in Berlin das Versammlungs-Verbot noch Sonnabend nachts auf.

Trump stellt neue Wahlversprechen vor

Politik

Für seine zweite Amtszeit hat Donald Trump große Pläne für Amerika. Während des Parteitags stellte er seine Ziele vor. Es geht vor allem um die Wirtschaft, die Pandemie und um China.

Millionen neuer Arbeitsplätze in zehn Monaten, niedrigere Steuern, unabhängig werden von China. Das sind drei der 50 Ziele, die der amtierende US-Präsident Donald Trump während seiner zweiten Amtszeit umsetzen möchte. Ganz nach dem Motto: „Für dich kämpfen“ will Trump Amerika noch größer machen. Das klingt für viele nach einer willkommenen Lösung angesichts der 13 Millionen verlorenen Arbeitsstellen, die die amerikanische Volkswirtschaft aufgrund der Corona-Pandemie eingebüßt hatte. Im Juli dieses Jahrs waren rund 16 Millionen Menschen in Amerika arbeitslos, zehn Millionen mehr als vor der Krise im Februar.

Neben wirtschafts- und sozialpolitischen Zielen postuliert Trump auch die Unabhängigkeit von China in seiner Agenda. Die Entkoppelung von China und die Förderung von „Made in America“ und eine strenge Einwanderungspolitik sind Hauptpunkte seiner Liste. Eine Million Industriearbeitsplätze sollen aus China nach Amerika zurückgeholt werden. Zukünftig sollen Unternehmen, die ihre Fertigung von China zurück in die USA verlegen, steuerlich entlastet werden. Unternehmen hingegen, die ihre Produktion von den USA nach China verlagern, sollen zukünftig keine öffentlichen Aufträge mehr erhalten. Handelsabkommen mit den USA sollen das einzige Ziel verfolgen, amerikanische Arbeitsplätze zu sichern. Sein „Made in America“-Plan ist dabei eng mit einer Anti-China-Politik verbunden. Trump will sich nicht nur wirtschaftlich von China entkoppeln, sondern China auch für die Pandemie zur Rechenschaft ziehen.

Er verspricht in seinem Plan aber auch die amerikanische Polizei besser auszustatten, amerikanische Truppen zurück in die Vereinigten Staaten zu bringen oder andere Länder zu mehr Eigeninitiative in Sachen Verteidigung zu bewegen. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie garantiert er einen Impfstoff bis zum Jahresende und dadurch die „Rückkehr zur Normalität“ im neuen Jahr.

50 Ziele, die den amerikanischen Wählern Hoffnung geben sollen. Wie Trump diese Ziele erreichen will, wie er die Arbeitsplätze schaffen will oder in welchen Umfang er die Steuern senken möchte und mit welchen Geldern seine Ziele finanziert werden sollen, wird in seiner Liste mit Prioritäten für Amerika nicht erwähnt.

Die Frage bleibt, ob seine Ziele tatsächlich umgesetzt werden können und die akuten wirtschafts- und sozialpolitischen Probleme des Landes gelöst werden können. Bis November hat er Zeit die Amerikaner von seinem Vorhaben zu überzeugen und die Wahl gegen seinen Kontrahenten Joe Biden zu gewinnen. Die Amerikaner, die ihn vor vier Jahren zum Präsidenten wählten, dürften ihn auch dieses Jahr erneut wählen. Allerdings reicht seine Wählerschaft seit einigen Jahren nicht mehr für die Mehrheit aus. Seine Anhänger liegen konstant unter 50 Prozent. Es müssen also neue Wähler rekrutiert werden.

Kritiker beschreiben seine Wahlkampagne als Angst-Kampagne der Republikaner, in der er der einzige ist, der „zwischen dem amerikanischen Traum und der totalen Anarchie“ steht. Auch wenn die aktuellen Umfragen eher für Biden als für Trump sprechen, so glauben Kritiker nach einem Jahr wie diesem, dass auch bei der Präsidentschaftswahl, eine 180-Grad-Wende im letzten Moment möglich ist. Dennoch fehlt es nicht an kritischen Stimmen im eigenen Land – vor allem von Seiten Prominenter, die Trump für einen „Verrückten“ halten und gegen dessen erneute Präsidentschaftskandidatur mobil machen. Allerdings zeigen die noch so krassen Formulierungen und Sanktionen vom US-Präsidenten, dass er es ernst meint mit dem Wohl seines Volkes „America first“, denn das vorrangige Ziel eines Präsidenten sollte es sein, sich für die eigenen Belange und die eigenen Bevölkerung einzusetzen und nicht die wirtschaftlichen Interessen zu vernachlässigen. Allein die Abgrenzung von China zeigt, dass es Trump begriffen hat, dem unangemessenen Expansionsdrang des “Reiches aus der Mitte“ Einhalt zu gebieten – etwas was Angela Merkel in ihrem „Wir-schaffen-das-Wahn“ in Europa niemals hinbekommen wird, und stattdessen lieber das Wohl der eigenen Bevölkerung hintenanstellt.

Briten flüchten vor dem Brexit

Politik

Der Brexit naht. Am 31. Dezember 2020 endet die Übergangszeit und Großbritannien ist offiziell kein Mitglied der Europäischen Union (EU) mehr. Viele Briten beantragen eine andere Staatsbürgerschaft und flüchten vor dem Brexit auf das europäische Festland.

Rund 31.600 Briten haben seit dem Referendum 2016 die deutsche Staatbürgerschaft angenommen, das entspricht einem Anstieg von 2000 Prozent, wie der deutsche Wissenschaftler Daniel Auer berechnete, der die Migration von Briten in die EU erforscht hat. „Hier gehen Großbritannien durchaus qualifizierte Fachkräfte verloren“, erklärte Auer. In Deutschland finden sie nicht nur bessere Beschäftigungsverhältnisse, sondern können als deutsche Staatsbürger weiterhin Teil der EU bleiben. Das Vereinigte Königreich rückt damit bei Einbürgerungen in Deutschland auf den zweiten Platz nach der Türkei. Der Ausstieg Großbritanniens aus der EU ist laut Untersuchungen des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung in Kooperation mit der Oxford-University inzwischen für viele Briten der wichtigste Emigrationsgrund. Neben Deutschland wandern viele Briten aber auch nach Frankreich und Spanien aus. Seit 2016 wurden allein in Spanien 380.000 emigrierte Briten registriert.

„England an und für sich ist schön. Aber die Stimmung hat umgeschlagen“, berichtete Linda Curry, die mit ihrem Mann nach Deutschland auswandern wird. Das Land muss für den Brexit-Beschluss auch teuer bezahlen. Bis Ende 2019 ist die britische Wirtschaftsleistung um 3 Prozent zurückgegangen. Wenig verwunderlich, da viele Unternehmen verunsichert sind und sich nach dem Volksentscheid mit großen Investitionen zurückgehalten haben. Hinzu kam der tiefe Wirtschaftseinbruch infolge der Corona-Pandemie. Die verspätete Reaktion des britischen Premierministers Boris Johnson auf die Ausbreitung des Coronavirus sorgte dafür, dass auch die wirtschaftsbremsenden Beschränkungen erst später und langsamer wieder gelockert werden konnten. In der Zeit von März bis Mai verzeichnete kaum ein anderes Land innerhalb der EU eine so hohe Sterblichkeit wie Großbritannien.

 

Nun stehen die Briten vor der nächsten Herausforderung: Der Brexit Ende 2020. Die Zeit läuft und die Frage nach einem geordneten Anschlussabkommen bleibt. Für britische Staatsangehörige, die dauerhaft in der EU leben und arbeiten möchten drängt die Zeit, denn die Übergangsfrist läuft bald ab. Wer sowohl die britische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen möchte, muss dies vor Ablauf des Jahres tun, da ab 1. Januar 2021 eine doppelte Staatsbürgerschaft nicht mehr möglich sein wird. Umgekehrt müssen auch EU-Bürger mit Wohnsitz in Großbritannien Vorbereitungen treffen. Das britische Innenministerium teilte mit, dass über 3,8 Millionen EU-Bürger eine Niederlassungserlaubnis für die Zeit nach dem Brexit beantragt haben. Im Austrittsabkommen zwischen London und Brüssel wurde bereits vereinbart, dass in Großbritannien lebende EU-Bürger das Recht auf Niederlassung erhalten werden.

Trotz allem sind die Chancen, dass es bis Ende des Jahres zu einem Partnerschaftsvertrag zwischen Großbritannien und der EU kommt sehr gering. EU-Chefunterhändler Michel Barnier warnt vor Ablauf der Frist und bereitet die EU auf einen No-Deal-Brexit am 31. Dezember 2020 vor. Veränderungen seien unvermeidlich – mit oder ohne Abkommen. Unternehmen und die britische Bevölkerung müssen sich darauf vorbereiten, teilte er via Twitter mit.

Sollten die Briten ohne Abkommen aus dem europäischen Binnenmarkt ausscheiden, verlieren sie ihren wohl wichtigsten Handelspartner. Das könnte die britische Wirtschaft erneut hart treffen. Vergangenen Herbst hatte Johnson de facto zugestimmt Nordirland im EU-Binnenmarkt zu belassen, um innerirische Grenzkontrollen zu vermeiden. Es wäre auch denkbar, dass er bis Ende 2020 einlenkt und ein geordneter wirtschaftlicher Brexit vollzogen werden kann. Doch Kritiker möchten ihre Karten nicht auf eine Einsicht in letzter Minute setzen.

Misstrauen um Russlands Covid-Impfstoff

Politik

Welches Land entscheidet den Wettkampf der Impfstoff-Herstellung gegen Covid-19? Russland scheint es für sich gewonnen zu haben und präsentiert seine Entwicklung. Doch dem schlägt sehr viel Kritik entgegen.

Die Nachricht von der Entwicklung des ersten Impfstoffs gegen Covid-19 durch die Russen hat den gesamten Globus überrascht. Während einer Pressekonferenz erklärte der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, kürzlich: „Heute Morgen wurde der Impfstoff gegen das Coronavirus zum ersten Mal weltweit registriert. Dann fügte er hinzu: „(der Impfstoff) hat alle Kontrollen bestanden“ und sagte „Ich weiß, dass er sehr wirksam ist und eine hohe Immunität erzeugt und ich wiederhole, er hat alle erforderlichen Prüfungen bestanden“, versichert der Präsident im russischen Staatsfernsehen. Passend zur überraschenden Vorstellung des Impfstoffes ist auch sein Name: „Sputnik V“. Dieser Name ist angelehnt an ein Ereignis aus den 50er Jahren, als es der Sowjetunion gelang, den gesamten Erdball zu verblüffen und als erstes Land überhaupt einen Satelliten, getauft auf den Namen „Sputnik 1“, in den Weltraum zu schießen.

Jetzt hat der Investmentfonds, welcher die Impfstoffentwicklung finanziert hat, auf sputnikvaccine.com über den neuen Wirkstoff in verschiedenen Sprachen (Englisch, Russisch, Arabisch, Chinesisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch) informiert. So ist im Stil einer Werbebroschüre zu lesen: „1957 gab der erfolgreiche Start des ersten Weltraumsatelliten Sputnik-1 durch die Sowjetunion der Weltraumforschung und -exploration auf der ganzen Welt neuen Auftrieb. Die Ankündigung des neuen russischen Impfstoffs COVID-19 schuf einen so genannten „Sputnik-Moment“ für die Weltgemeinschaft. Der Impfstoff wird daher Sputnik V genannt.“ Zudem ist als Hintergrund-Sound Sputniks Piepen aus dem All zu hören.

Auch die nachfolgenden russischen Satelliten erhielten den Namen Sputnik (Sputnik I, Sputnik II, Sputnik III). Das Gamaleya-Forschungsinstitut, das zum russischen Gesundheitsministerium gehört, startete im Juni eine Phase-1-Studie mit einem Impfstoff namens Gam-Covid-Vac Lyo. Im Juli kündigte der Vorsitzende des Oberhauses des russischen Parlaments an, dass das Land bis Ende des Jahres mit der Impfstoffproduktion beginnen könnte. Es handelt sich um einen sogenannten Vektorimpfstoff. Er basiert auf einem für Menschen ungefährlichen Trägervirus. Das kann etwa ein abgeschwächtes Masern- oder Pockenvirus sein. Die zwei Adenoviren, Ad5 und Ad26, wurden beide mit einem Coronavirus-Gen hergestellt.

Am 11. August gab Präsident Wladimir W. Putin bekannt, dass die russische Gesundheitsbehörde den in Sputnik V umbenannten Impfstoff genehmigt habe, noch bevor die Phase-3-Studien überhaupt begonnen hätten. Laut Francois Balloux, Genetiker am University College London, ist die Ankündigung der Verwendung eines Impfstoffs, ohne die Sicherheit des Impfstoffs zu testen, eine „leichtsinnige und törichte Entscheidung […] und ist unethisch […] wegen seiner (potentiellen) negativen gesundheitlichen Auswirkungen, aber auch, weil sie die Akzeptanz von Impfstoffen in der Bevölkerung weiter verzögern würde. Nur 76 Probanden wurde der Wirkstoff verabreicht, doch die Ergebnisse dieser Studien wurden nicht veröffentlicht, schreibt die englischsprachige Fachzeitschrift „Nature“ aufgrund zweier früher Studien, die auf ClinicalTrials.gov aufgeführt sind.

Putin schlägt aus der Wissenschaft sehr viel Kritik entgegen. Viele Forscher sprechen davon, dass es einem Machtmissbrauch gleichkommt, wenn kaum getestete Impfstoffe produziert werden. So läuft gerade auch in den sozialen Netzwerken ein Sturm der Entrüstung und es werden Vergleiche mit Falschinformationen laut, deren Ursprung in Russland vermutet wird, wie z. B. Theorien über 5G und die Verschwörungstheorien von einem im Labor erzeugten Coronavirus. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund des neuen Kalten Krieges brisant, in dem Russland und die Vereinigten Staaten die Weltmeisterschaft der Fake News ausgerufen haben.

Über welche Daten und Kontrollen spricht der russische Staatschef in Bezug auf die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs? Die Auswirkungen des Impfstoffs auf seine Tochter fallen unter den so genannten „anekdotischen Bericht“, der die niedrigste (weniger glaubwürdige) Evidenzstufe in der Epidemiologie und im öffentlichen Gesundheitswesen darstellt.

Den höchsten (glaubwürdigsten) Grad an wissenschaftlicher Evidenz liefern dagegen Analysen auf der Grundlage randomisierter Studien in großen Populationen, bei denen die Patienten nach dem Zufallsprinzip einer klinischen Intervention (z.B. Impfstoff) oder einem Vergleichsstandard (Kontrollgruppe, die häufig aus einer Standardpraxis, einem Placebo oder keiner Intervention besteht) zugeordnet werden.

Niemand weiß, ob ausreichend Antikörper gebildet werden, um eine Infektion oder einen schweren Krankheitsverlauf abzuwenden. Somit weiß auch keiner, wie hoch eine perfekte Impfdosis wäre. Niemand kann die Frage beantworten, wie lange ein möglicher Schutz anhält. Und niemand weiß, ob nicht doch noch in einigen Fällen schwere Nebenwirkungen auftreten.

„Gam-Covid-Vac“ wurde nur in zwei Varianten, in jeweils einer kleinen Studie mit nur je 38 Probanden kontrolliert. Doch Russland wartet mit der Veröffentlichung von Einzelheiten. Eine Phase-3-Studie mit etwa 2000 Probanden soll nun erst beginnen. Der Starttermin wurde für den Tag nach der Zulassung festgelegt.

Wenn es keine Ergebnisse aus randomisierten experimentellen Studien über die Wirkung und Sicherheit des Impfstoffs „Sputnik V“ gibt, die in der wissenschaftlichen Fachliteratur veröffentlicht wurden, warum lobt Putin ihn dann so skrupellos? Wahrscheinlich, weil er „ein oder zwei Dinge“ über Geopolitik, Fehlinformation und Psychologie der Massen weiß. Jüngsten Schätzungen zufolge verbreiten sich gefälschte Nachrichten sechsmal schneller als echte Informationen in sozialen Medien. Mark Twain hatte wahrscheinlich Recht, als er schrieb, dass „eine Lüge um die halbe Welt reisen kann, während die Wahrheit noch ihre Schuhe anzieht“.

Management-Reputation: Reputationsmanagement für Unternehmer und Manager

Unternehmen

Beinahe immer, wenn ein Unternehmen in der Kritik steht und einen Reputationsschaden erleidet, dann kommt meist auch das Management in Form des Geschäftsführers oder Vorstands nicht gut bei weg. Schließlich ist diese Position in erster Linie für den Erfolg oder eben auch Misserfolg verantwortlich. Manche gehen sogar soweit zu sagen, dass das Unternehmen so gut ist wie die Leitung.

Aus diesem Grund ist es wichtig, nicht nur die Reputation des eigenen Unternehmens zu monitoren, auf Veränderungen zu reagieren und insbesondere mittels professionellem Reputationsmanagement den Ruf zu verbessern, sondern auch die Reputation des Managers (divers) zu optimieren.

Privatkunden und B2B-Geschäftspartner sind spätestens seit dem jeder ein Handy hat, schnell darin, die ersten beiden Google-Suchergebnis-Seiten nach Informationen zu durchforsten. Instinktiv sucht man eher nach negativen Informationen, die mich vor einem Schaden bewahren, als Lobeshymnen auf der eigenen Homepage. Kaum eine Berufsgruppe verkörpert Neutralität so sehr wie Journalisten. Renommierte Verlagshäuser und öffentliche Rundfunkanstalten  genießen das Vertrauen des Lesers, dies wurde paradoxerweise besonders im Relotius-Skandal anhand der Erregung, die sich in weiten Teilen der Bevölkerung breit gemacht hatte, sichtbar.

Neutrale Medien zur Reputationsstärkung

Neutralität ist bei Informationsinhalten das Gebot der Stunde. Wem würden Sie eher glauben? Der Homepage eines Unternehmens oder einem neutralen Journalisten, bei der Frage nach der Seriosität des Managements.

Wenn Sie diese Frage mit dem letzten beantworten können, dann geht es Ihnen wie Millionen anderen Internetnutzern. Bei all der werblichen Überschwemmung in der Online- wie Offlinewelt sind Konsumenten vorsichtiger geworden, bei der Entscheidung eine Information zu glauben oder eben nicht.

Vor diesem Hintergrund ist von besonderer Bedeutung, dass Manager aktiv an ihrer Reputation arbeiten und sie stetig verbessern, in dem Statements in Wort und Bild vor einer neutralen und damit glaubhafteren Kulisse abgegeben und im Suchbereich von Internetnutzern platziert werden (Google).

Videointerviews sind optimal geeignet

Der Klassiker im Repertoire von PR- Agenturen und Marketingfirmen sind Interviews. Sie werden teils gut und oft weniger gut verwendet. Es beginnt beim Interviewpartner, der nicht selten ein Mitarbeiter des Unternehmens ist und hört beim Hintergrund auf, wenn überall das Firmenlogo gut sichtbar eingeblendet wird. Menschen schalten nachweislich ab, wenn auf dem ersten Blick erkennbar ist, dass die Werbung durch das informationsgebende Unternehmen selbst initiiert wurde. „In einer Testreihe haben wir festgestellt, dass Imagevideos von Unternehmen wesentlich seltener geklickt werden, als ein Interview mit einem neutralen Journalisten“, stellt RH Reputation-Geschäftsführer, Leonhard Reetz, fest.

Der zweite Namensgeber von RH Reputation GmbH in Berlin, Pavlo Hanov, sagt: “Wir haben mit dem „Businesstalk am Kudamm“ ein Produkt entwickelt, dass dem Nutzer den Mehrwert in Form von hochwertigen Informationen von Branchenexperten liefert, denn wer, wenn nicht die Manager mit jahrelanger Erfahrung, könnten einen Sachverhalt erklären. Andererseits profitieren auch die Interview-Teilnehmer stark.  Sie können sich für Menschen, die sie nicht kennen, sichtbar machen und zusätzlich ihr Know-How präsentieren, dass Menschen sehen, statt lesen können, ob die Geschäftsbeziehung mit diesem Management zum Erfolg führen kann“.

Youtube ist Google-Tochter

Die innovative Idee eines modernen Interview-Magazins stößt derzeit auf große Resonanz, dies ist auf der Homepage erkennbar. Auch in den Sozialen-Netzwerken wächst der Youtube-Channel kontinuierlich. Seit vielen Jahren gehört die Videoplattform Youtube dem Internetkonzern Alphabet, wozu auch die Suchmaschine Google dazugehört, an. Für jedes Unternehmen, dass sich im Internet darstellt und besser positioniert sein will, ist es sehr sinnvoll, Youtube zu nutzen. Die Videoplattform ist zudem die zweitgrößte Suchmaschine der Welt – nach Google. Immer mehr Menschen suchen nach Informationen dort und selbst eine ganze Bevölkerungsgruppe hat den Namen „Generation-Youtube“ erhalten, weshalb es wichtig ist, die zukünftige Zielgruppe bereits frühzeitig anzusprechen.

Für Manager von sämtlichen Branchen bietet das Videomagazin Businesstalk am Kudamm eine Plattform, um die Reputation deutlich zu verbessern und gleichzeitig in den Suchmaschinen von der besseren Auffindbarkeit bis hin zur Steigerung der Bekanntheit zu profitieren.