Obwohl alle Welt seit Jahren von ihrer Bedeutung für Handel, Wirtschaft und unser Leben im Allgemeinen spricht. Zum besseren Verständnis zeigen wir an verschiedenen Beispielen, wo KI bereits Einzug gehalten hat und welche Wirkung sie ausübt.

Den meisten von uns fällt gar nicht auf, dass die künstliche Intelligenz (KI) bereits in vielen Bereichen des täglichen Lebens anzutreffen ist und dadurch Abläufe und Prozesse erleichtert oder optimiert, denn noch ist KI für viele Menschen ein „Buch mit sieben Siegeln“. Obwohl alle Welt seit Jahren von ihrer Bedeutung für Handel, Wirtschaft und unser Leben im Allgemeinen spricht. Zum besseren Verständnis zeigen wir an verschiedenen Beispielen, wo KI bereits Einzug gehalten hat und welche Wirkung sie ausübt.

HANDEL

Künstliche Intelligenz spielt im Handel schon heute eine große Rolle, egal ob bei Amazon oder Zalando. Dabei geht es vor allem um die Analyse und die anschließende Vorhersage des Kundenverhaltens. Aus einem Datensatz zu 10 000 verkauften Jeans lassen sich bei genauem Hinsehen Muster lesen: Welche Schnitte sind besonders beliebt? Welche Farbnuancen werden häufig geordert? Wann werden diese bestellt? Dieses Wissen hilft, die Lagerkosten zu reduzieren. Der Online-Händler Amazon zum Beispiel untersucht auch das Kundenverhalten in den Regionen und stimmt seine Transportlogistik darauf ab. Der Modehändler Zalando setzt künstliche Intelligenz unter anderem beim Erkennen von Kleidung auf hochgeladenen Fotos ein: Die Motive werden mit dem Angebot abgeglichen, um Kunden die entsprechende oder zumindest ähnliche Ware anbieten zu können.

LANDWIRTSCHAFT

Durch Pflanzenkrankheiten und Schädlinge gehen weltweit noch immer rund 30 Prozent der jährlichen Ernten verloren. Die kostenlose App »Plantix« z.B. hilft, Pflanzenschädlinge und Nährstoffmangel zu erkennen — mit einem einzigen Handyfoto. Die neuronalen Netze der Entwickler erkennen typische Muster, ordnen sie einer bestimmten Erkrankung zu und schlagen passende Gegenmaßnahmen vor. Je mehr Nutzer mitmachen, desto schlauer wird »Plantix«.

SUPERMARKT

Ein spezialisiertes Karlsruher Unternehmen wertet die Kassenzettel von Kaufhäusern aus, kombiniert die Daten mit weiteren Angaben, etwa zum Wetter, und sucht dann nach Mustern. Im Ergebnis steht eine ziemlich gute Prognose dazu, was morgen, übermorgen oder am Wochenende gekauft werden könnte — also lange bevor die Kunden selbst wissen, dass sie an einem besonders warmen Samstag Fleisch für spontane Grillpartys kaufen werden. Der Händler kann mithilfe dieser Anwendung automatisiert Nachschub bestellen, kann effizienter planen und muss weniger wegwerfen. Ein großer Kunde des Angebots war der Drogeriemarkt dm. Aber die Entwicklung ging noch weiter: Inzwischen plant man, fast den gesamten Sushi-Verkauf in deutschen Supermärkten — die Fischhäppchen sind exakt zwei Tage haltbar.

RECHT

Ob bei Vertragsprüfungen oder bei Beschwerden über Flugverspätungen — immer häufiger helfen Algorithmen als intelligente Werkzeuge, Teile der Arbeit von Juristen schneller zu bewältigen. Eine Berliner Firma hat deshalb einen selbstlernenden Algorithmus entwickelt, der in Minuten Hunderte seitenlange Immobilienverträge scannen kann — schneller als jeder Mensch. Auch bei der Durchsetzung von Fluggastrechten kommen Rechner zum Einsatz. Viele Fälle werden nie ausgefochten, selbst wenn die Verbraucher offensichtlich im Recht sind. Wer gibt für 50 Euro Erstattung schon mehrere Hundert Euro für einen Anwalt aus? Diesen Umstand machen sich nun verschiedene Start-ups zunutze. Auf den Internetseiten der Unternehmen können Verbraucher nach verspäteten oder ausgefallenen Flügen ihre Beschwerde einreichen. Ein Algorithmus schätzt binnen Sekunden die Erfolgsaussichten. Sind die Chancen hoch genug, werden die Start-ups für ihre Nutzer tätig.

SPRACHASSISTENTEN

Ein Saarbrücker Unternehmen hat sich auf sprachgesteuerte virtuelle Assistenzsysteme spezialisiert. Der einfache Befehl: »Erwärme das Haus auf 23 Grad Celsius, bevor ich nach Hause komme« ersetzt die komplexe Programmierung einer Heizungssteuerung. Sagt ein Geschäftsreisender dem Assistenten, er würde am Abend gern in Berlin französisch essen gehen, schlägt dieser ihm ein Restaurant vor, reserviert den Tisch und lädt Freunde ein. Unternehmen können die schlaue Software bitten, alle Kunden mit einem Umsatz von mehr als 20 000 Euro herauszusuchen. Servicetechniker können vor einem Einsatz fragen, wie ein bestimmtes Gerät zu reparieren ist und welche Ersatzteile man dafür im Gepäck ha ben sollte. Diese Technologie steckt inzwischen auch in Autos — so wollen die Automobilbauer ihre Fahrzeuge fit für die Digitalisierung machen.

SOZIALE MEDIEN

Soziale Netzwerke wie Facebook und Videoplattformen wie YouTube setzen bereits in erheblichem Umfang auf künstliche Intelligenz. Bei Facebook bestimmen Algorithmen darüber, welche Texte, Fotos, Videos oder Anzeigen in welcher Reihenfolge zu sehen sind. YouTube nutzt Kl-Anwendungen beim passgenauen Ausspielen von Online-Werbung oder beim Auffinden und Eliminieren von sogenannter Hate Speech, zu Deutsch Hassrede. Die meisten großen Social-Media-Plattformen wollen die maschinelle Überprüfung von Inhalten künftig noch intensivieren.

JOURNALISMUS

Ein 2008 in Berlin gegründetes Unternehmen spezialisiert sich auf die automatische Verwertung von Inhalten und Daten. Die Technologie der Gründer ist in der Lage, aus vorhandenen Daten Wetterberichte für jede Stadt der Welt zu produzieren — vollautomatisch. Das Unternehmen bietet außerdem personalisierte Finanz- und Börsenberichte sowie Marktanalysen an.

VERKEHR

Die südindische Millionenmetropole Bangalore hat den massiven Verkehrsstaus an den innerstädtischen Kreuzungen den Kampf angesagt: Zusammen mit Siemens Corporate Technology arbeitet die Stadt an einer Verkehrsmanagementlösung, die mit künstlicher Intelligenz arbeitet. Das Ziel der Forscher: ein System, das nicht nur Fahrzeuge in Echtzeit erkennt, sondern auch die Verkehrsdichte abschätzt und die Steuerung von Signalen automatisiert. Die ersten Feldtests hat die Entwicklung bereits bestanden.

LERNEN

Mit der Plattform »Open Roberta« des Fraunhofer-lnstituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme lernen Schüler ab der dritten Klasse die Grundlagen des Programmierens und den Aufbau intelligenter Algorithmen. Mithilfe der Programmierbausteine steuern sie schon nach kurzer Zeit Miniroboter oder einen Staubsauger.

ÜBERSETZUNG

Das Smartphone und der PC machen Wörterbücher überflüssig, Übersetzungsdienste gibt es inzwischen von Google und Microsoft, aber auch von einem Start-up: Die Kölner Gründer haben ihr Übersetzungsprogramm von Beginn an unter Zuhilfenahme von KI-Techniken entwickelt.

VERSAND

Ein junges Münchner Start-up hat einen intelligenten Handschuh entwickelt, mit dem Versandmitarbeiter die verpackten Waren scannen und per Funk mit der Liste im Computer abgleichen können — schließlich muss alles, was in einem Werk oder in einem Lager ankommt oder es verlässt, registriert werden. Eine mühsame Arbeit, für die bislang eine Scanner-Pistole in die Hand genommen und aus der Hand gelegt werden musste. Immer und immer wieder, Maschinenbauer wie Kuka, aber auch Autobauer wie Audi und Händler wie Rewe oder Ikea arbeiten mit der neuartigen Lösung.

So gibt es auch in der Musik, der Medizin oder in unzähligen anderen Bereichen des Lebens unterstützende Integrationen von künstlicher Intelligenz, die mehr und mehr in unser ganzes Leben eingreift und Erleichterung verschafft. Die Einsatzorte für KI sind dabei unerschöpflich und werden schon bald jedem Menschen etwas bedeuten.

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