Den Bundesstraßentest wird es in Baden-Württemberg geben: Zwischen Rastatt und Rottweil wird die Technik auf sechs Kilometern der Bundesstraße 462 in beide Fahrtrichtungen ihre Fähigkeiten und die Tücken zeigen.

Pilotprojekt in Hessen probt die Lkw-Spur mit elektrischer Oberleitung.

Mit einer fünf Kilometer langen Teststrecke ist der Elektroverkehr seit der zweiten Maiwoche sichtbar in Deutschland angekommen: Südlich des Frankfurter Flughafens fahren auf einem fünf Kilometer langen Teilstück die Lastwagen von fünf Speditionen probeweise an Oberleitungen. Hintergrund ist unter anderem der Klimaschutz. 95 Prozent des Verkehrs rollen derzeit noch auf Basis fossiler Brennstoffe – Erdöl.

Hintergrund ist der Klimaschutz

Der Straßengüterverkehr verursacht fast ein Viertel der gesamten Emissionen des Verkehrssektors, obwohl nur mit 9 Prozent am Anteil der Fahrzeuge vertreten. Der Schwerlastverkehr bietet damit mit das größte Potenzial, CO2-Emissionen effizient zu senken. Das Bundesumweltministerium fördert das „Projekt Elisa“ mit 50 Millionen Euro (elektrifizierter, innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen).  15 Millionen kostete allein die Teststrecke zwischen Langen-Mörfelden und Weiterstadt. In Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt sollen bis zum Jahr 2022 Daten und Erkenntnisse über die Alltagstauglichkeit dieser Antriebsform gewonnen werden.

Hybrid-Technik für die Unabhängigkeit

Zunächst fahren in dem Pilotprojekt Hybrid-Lkw: Wie die Straßenbahn docken die speziellen Lkw auf der A5 automatisch mit ihren Stromabnehmern an die Oberleitungen an. Die liefert ihnen den Fahrstrom. Gleichzeitig lädt das System die Akkus auf, um die Fahrt am Ende der Oberleitung fortzusetzen. Geht die Batterieladung zur Neige, wechselt der Antrieb. Laut einem Sprecher der Firma Siemens erlaubt das System Einsatz und Test unterschiedlicher Antriebskonzepte: rein elektrisch, hybrid mit Elektro und Diesel oder Bio-Diesel, Gas, Batterien oder Brennstoffzellen.

Oberleitungen auf allen deutschen Autobahnen würden eines der zentralen Probleme der Elektromobilität lösen: Die geringe Reichweite, außerhalb von Ballungsräumen verbunden mit fehlenden Auflademöglichkeiten und der damit verbundenen Wartezeit.

Gewinnung von Daten und Erfahrungen

Ziel des in Hessen realisierten Projekts ist laut Bundesumweltministerium, die besten Modelle für einen klimaneutralen Schwerlastverkehr auf der Straße zu finden. Die Teilnehmer sammeln in dem Pilotprojekt Daten des Energieverbrauchs, der Ökologie und der Wirtschaftlichkeit, die für einen späteren Ausbau des Systems in Deutschland von Bedeutung sein könnten.

Der Aufbau zweier weiterer Teststrecken ist in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg geplant. Für schwere Lastwagen soll auf der A 1 auf je fünf Kilometern pro Richtung eine Oberleitung für erprobt werden. Dafür vorgesehen ist der Abschnitt zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck. Den Bundesstraßentest wird es in Baden-Württemberg geben: Zwischen Rastatt und Rottweil wird die Technik auf sechs Kilometern der Bundesstraße 462 in beide Fahrtrichtungen ihre Fähigkeiten und die Tücken zeigen.

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