Mister „Bayern München“ geht von Bord

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Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei… könnte man scherzhaft das bekannte Karnevalslied weiter singen, doch in diesem Fall hat die Geschichte tatsächlich nur ein Ende: Gemeint ist die Karriere von Uli Hoeneß, dem Gesicht des großen deutschen Fußballvereins FC Bayern München. Manager, Macher, Gallionsfigur und Präsident eines der größten Fußballclubs Europas, so schreibt es die Presse seit nunmehr 40 Jahren über den Mann, der als Fußballer für diesen Verein zwischen 1970 und 1979 spielte, dabei 239 Bundesligaspiele machte und 86 Tore schoss und danach 1979 ins Management wechselte. Am 15 November, in knapp 2 Wochen, endet nun die ruhmreiche Amtszeit von Uli Hoeneß, und niemand weiß, ob sein Abgang eine große Lücke reißt, oder ob es ein lautloses „Servus“ sein wird. Wo die Nachfolge von Hoeneß mit Herber Hainer längst geregelt ist, genau wie die seiner Stellvertreter Prof. Dr. Mayer und Walter Menekes. Mit einer gigantischen Lebensleistung, die ihn quasi rund um die Uhr beansprucht hat, und die ihm auf ewig ein Denkmal im deutschen Fußball als auch beim FC Bayern München setzen wird, war Uli Hoeneß immer der Mister Bayern München, das Gesicht eines der erfolgreichsten Vereine im bezahlten Sport überhaupt.

Mit fast 68 Jahren soll nun endlich Schluss sein mit Fußball, bzw. mit dem Fulltime-Job Fußball, so verlangt es seine Familie, die nun endlich mehr Zeit mit dem Menschen Uli Hoeneß verbringen will. Natürlich geht Hoeneß nicht ganz, wird man doch im Verein auf seine Erfahrungen und jahrzehntelange Expertise immer zurückgreifen wollen. Da geht es dann um die „König-Transfers“, die ganz großen Würfe, die man nur Hoeneß zutraut, sowohl in der Verhandlung als auch in der Realisierung. Aber ansonsten ist Schluss mit der Verpflichtung zu Trauerreden, Fanclub-Besuchen, Besuch von Jubilaren oder ähnlichem. Das machen dann seine Nachfolger, die in ziemlich große Fußstapfen treten müssen, wollen sie das Erbe von U. Hoeneß angemessen weiterführen.

Was wird aus Bayern ohne Hoeneß?

Bevor Hoeneß 2009 Präsident und dann 2014 in Haft genommen wurde wegen Steuerhinterziehung im großen Stil, führte er den Club aus einer schwierigen finanziellen Situation hinauf auf den Olymp der größten Vereine Europas, auf eine Stufe mit Real Madrid, FC Barcelona oder Inter Mailand. Dabei entstanden 300.000 Mitgliedschaften und Millionen von Fans in der ganzen Welt, die ihm Mails oder Anfragen schickten, von denen er einige Tausend selbst beantwortet hat. Dennoch hatte sich in den Jahren eine Lobby gegen Hoeneß gebildet, die seinen Abschied forderten – denen ist er allerdings nun zuvor gekommen. Eine Anti-Hoeneß-Allianz, die glaubte, er sei zu sehr Alleinherrscher und zu resistent gegen Veränderungen, die der Zeitgeist mitbringt. Doch auch seine kritischen Bemerkungen und launigen Reden gefielen nicht jedem, obwohl er in all den 40 Jahren seinen Stil nicht änderte. Für Hoeneß ist der FC Bayern München ein Lebenswerk, welches er bis zum Ende seines Lebens als großes „Familienunternehmen“ zusammenhalten wolle, sagte er kürzlich. Somit scheint klar, dass, wie es so schön heißt, man niemals so ganz geht, und auch ein Uli Hoeneß weiter im Dunstkreis des FC Bayern zu finden sein wird. Seltener zwar, aber immer noch präsent.

Schon 1982 hatte Hoeneß das große Glück, dass er einen Flugzeug-Absturz in Hannover als einziger überlebte und dennoch bereits 3 Tage später zu seinem Verein FC Bayern zurückkehrte, um die Amtsgeschäfte fortzuführen. Eisern in der Disziplin, konsequent in seiner Ausrichtung. So ist er geblieben – bis heute, wo die Leute bei der Jahreshauptversammlung ihn ein letztes Mal hören und fühlen wollen. Den Mann, der den deutschen Fußball geprägt und den FC Bayern München geformt hat. Der viele Nationalspieler aufgebaut und den Ruhm des deutschen Fußballs mitgestaltet hat. Nun ja, alles hat eben ein Ende – bis auf die Wurst, die hat zwei. Servus Uli!

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