Corona-Maßnahmen: Wie geht es weiter?

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Die Kanzlerin will sich am 15.04. mit den Länderchefs über das weitere Vorgehen beraten. Der RKI-Präsident Wieler berichtet von positiven Tendenzen, ermahnt jedoch zur weiterern Einhaltung der Regeln. Empfehlungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina könnten als Leitfaden für künftige Maßnahmen fungieren.

Die Zahlen der an Covid-19 Erkrankten haben sich laut Lothar Wieler auf einem hohen Niveau eingependelt. Der Präsident des Robert Koch-Instituts sieht das zwar als positives Zeichen. Einen eindeutigen Trend lasse sich daraus jedoch noch nicht erkennen. Die Verhaltensmaßnahmen sollten laut Wieler unbedingt aufrechterhalten werden. Als weiteren positiven Punkt bemerkte er die ausreichende Versorgung in den Krankenhäusern in Deutschland. „Bei der derzeitigen Dynamik werden keine Engpässe prognostiziert“,  so der RKI-Präsident. Die sogenannte Reproduktionszahl liegt laut RKI derzeit bei 1,2. Die Zahl gibt an, wie viele Personen ein Infizierter durchschnittlich ansteckt. Angestrebt wird ein Wert von unter eins, so dass eine infizierte Person das Virus an höchstens eine Person weitergibt.

Empfehlungen für den Bildungsbereich

Wissenschaftler der Nationalakademie Leopoldina hatten am Wochenende Empfehlungen für das weitere Vorgehen ausgeprochen. Das RKI stimmt den Vorschlägen überwiegend zu. Wieler erwähnte nur, dass das RKI beim Vorgehen der Schulöffnungen zu anderen Vorgehensweisen raten würde. Es würde mehr Sinn ergeben, ältere Schüler zuerst wieder zu unterrichten, da diese sich besser an Abstandsregeln hielten. Laut den Experten der Leopoldina sollten zuerst die Grundschulen und die Sekundarstufen 1 wieder öffnen. Grund für diese Empfehlung ist, dass jüngere Schüler mehr auf persönliche Unterstützung angewiesen seien. Jedoch soll der Unterricht schrittweise und unter Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsmaßnahmen stattfinden. In den Grundschulen dürfte daher nur in Gruppen von maximal 15 Schülern unterrichtet werden. Die Leopoldina-Experten schlugen einen zeitversetzten Unterricht und eine Konzentration auf Schwerpunktfächer wie Deutsch oder Mathematik vor. Begonnen werden solle mit den Abschlussklassen, damit diese auf die weiterführenden Schulen vorbereitet werden können. Da sich kleinere Kinder nicht an Distanzregeln hielten, schlugen die Wissenschaftler für Kitas und Kindergärten die Weiterführung des Notbetriebs bis zum Ende der Sommerferien vor. Für ältere Kinder (Fünf- und Sechsjährige) dürfte der Betrieb mit reduzierter Gruppengröße von maximal fünf Kindern fortgeführt werden. Die Hochschulen sollten das Sommersemester online durchführen.

Maßnahmen für das öffentliche Leben

Laut der Leopoldina-Experten sollten zunächst Einzelhandel, Gastgewerbe und Behörden öffnen dürfen. Reisen sollten wieder erlaubt sein und auch kulturelle und sportliche Veranstaltungen könnten wieder stattfinden. Das alles dürfe jedoch nur umgesetzt werden, wenn es nur noch wenige Neuinfektionen gebe und Hygienregeln beachtet werden. Wichtig sei, dass es nicht wieder zu einem Anstieg der Infektionen komme. Wirksame Maßnahmen sei flächendeckendes Testen, die Auswertung mobiler Daten und die Identifizierung der Infizierten. Eine Maskenpflicht für öffentliche Räume wie Bus und Bahn sei zudem sinnvoll. Man müsse das System stabilisieren, bis ein Impfstoff gefunden sei.

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