Die Umwelt atmet auf

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Weniger Straßenverkehr. Weniger Flugverkehr. Weniger Schiffsverkehr. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie reichen in alle Lebensbereiche hinein. Die positiven Effekte des Lockdowns auf Klima und Umwelt sind deutlich spürbar.

 

Es ist bekannt, dass das Corona-Virus Einfluss auf Politik, Wirtschaft, Gesundheit und soziales Leben genommen hat. Doch was ist mit Klima und Umwelt? Es gibt weniger Boden-, Wasser- und Luftverkehr. Die Menschen blieben größtenteils coronabedingt zu Hause, arbeiteten von dort und führten ihr Leben nur noch an einem Ort. Die Effekte: bessere Luftqualität, weniger Ausstoß von Treibhausgasen und reduzierte Gesundheitsrisiken.

 

Das Umwelt-Bundesamt geht allerdings nur von einem temporären Effekt aus. Anfang Mai wurden die Lockdown-Maßnahmen der Regierung wieder gelockert. Restaurants und Cafés sind wieder geöffnet, Büros machen wieder auf und die Menschen verlassen ihre Häuser wieder. Das bedeutet: Autos fahren wieder, Schiff- und Flugverkehr nehmen ihre Aktivitäten wie gewohnt wieder auf. Die Umwelt wurde also in den letzten Monaten geschont, jedoch wird sie mit den Lockerungen der Kontaktbeschränkungen erneut strapaziert. Bislang wurde festgestellt, dass der Autoverkehr wieder auf dem Niveau von vor der Krise angekommen ist. Wohingegen der öffentliche Transport deutlich weniger genutzt wird, als vor der Pandemie. Die Vermutung liegt nahe, dass die Menschen weiterhin Angst vor einer Ansteckung haben und deshalb die Nutzung reduzieren. Die Klimabilanzen könnten sich dadurch wieder verschlechtern. Jetzt gilt es also, Lösungen und Konzepte zu präsentieren und umzusetzen, die die positiven Auswirkungen auf Klima und Umwelt wie zu den Lock down-Zeiten weiterführen.

 

Die Lösung dafür muss an die Pandemie-Bedingungen angepasst werden, denn eine

langfristige Verbesserung werde nur durch eine gezielte Klima- und Umweltpolitik erreicht. Es müssen „… die Produktionsstrukturen, Infrastrukturen und Konsum- und Mobilitätsmuster nachhaltig und dauerhaft verändert [werden]. Wenn die Wirtschaft nach der Krise wie zuvor läuft und der Verkehr wieder zunimmt, werden auch die Emissionen und der Lärm wiederkommen“, erklärte das Umwelt Bundesamt.

Weiterhin schlägt das Umwelt Bundesamt ein Konjunktur- und Investitionspaket vor, welches nicht nur die Wirtschaft wieder ankurbeln, sondern die Rettung der Wirtschaft im Kontext der Nachhaltigkeit durchführen soll. Klimaschutz, Ressourcenschonung, Emissionsminderungen und eine nachhaltige Digitalisierung dienen dabei als Leitfaden des Konjunkturpaketes. Das könne beispielsweise durch stärkere Investitionen in den öffentlichen Verkehr realisiert werden. Aber auch durch die Elektrifizierung von Fahrzeugen, nachhaltige Sanierungen von Gebäuden, die Wechsel von der Stahl- und Aluminiumindustrie von fossiler Energie zu Wasserstoff aus erneuerbaren Energien.

Diese Effekte wären nicht nur dauerhaft, sondern wirken sich auch auf diverse gesellschaftliche Bereiche aus. Mit den Investitionen nach der Krise entstehen neue Berufsfelder, die sich positiv auf die Wirtschaft auswirken und gleichzeitig Umwelt- und Klimaschutz voranbringen. Die Verbesserung der Bedingungen ist aber nicht nur Aufgabe der Klima- und Umweltpolitik. Es ist ein Geflecht aus transdisziplinärer Zusammenarbeit. Die Unternehmen können nur nachhaltig aus der Krise herauskommen, wenn es entsprechende Beratungs- und Unterstützungsangebote gibt. Diese Angebote müssen von den Nachfragenden genutzt werden – Kommunen, Städte und Regionen spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Teil des kürzlich verabschiedeten Konjunkturpaketes 2020/21 ist ein Zukunftspaket, dass in die Nachhaltigkeit und Digitalisierung investieren soll, um auch im Bereich Klima- und Umweltschutz „mit Wumms aus der Krise zu kommen“, teilte Olaf Scholz (SPD) mit. Unter anderem wird eine Innovationsprämie eingeführt, nach der Konsumenten beim Kauf eines Elektroautos mit beispielsweise einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro einen Bonus in Höhe von 6.000 Euro erhalten. Weiterhin sollen in E-Busse, LKW-Flotten und die Deutsche Bahn investiert werden, damit trotz Pandemie die Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden können. Zur Erreichung der Klimaziele wird in die Wasserstofftechnologie investiert, sowie Windenergie gefördert.

Unter Berücksichtigung der Prognose des Umwelt-Bundesamtes, dass eine Investition in Klima und Umwelt auch auf andere Bereiche positiven Einfluss nimmt, ist mit dem Konjunkturpaket eine Basis dafür geschaffen worden. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Vorgaben wie geplant umgesetzt werden und die entsprechende Wirkung erzielt werden kann.

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