Darf nicht passieren: Twitter-Konten gehackt

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Jetzt zeigt sich wieder einmal, dass es die absolute Sicherheit im digitalen Netz, dem world wide web, nicht geben kann. Unbekannte Hacker sind jetzt in die Software vom Nachrichtendienst Twitter, über den meist Kurznachrichten verbreitet werden, eingedrungen und haben sich in die Konten von Prominenten eingeloggt. Diese Sicherheitslücke nutzten sie, um Falsch-Nachrichten zu verbreiten und dabei auch Geld in der Digitalwährung Bitcoin zu ergaunern. Die Nachricht, dass der US-Konzern Twitter erneut gehackt wurde, verunsichert am Ende die ganze Welt – vor allem die Persönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit stehen und die sich einen Missbrauch ihrer Konten und persönlichen Daten in keiner Weise leisten können. Denn neben den Prominenten können so auch sensible Daten von Politikern und Geheimnisträgern veröffentlicht oder umgeleitet werden. Das Ganze hat ein riesiges Schadenspotenzial und bringt etwa 330 Millionen monatlicher Nutzer in Schwierigkeiten.

Dass etwas nicht stimmt beim Nachrichtendienst Twitter, konnte die globale Elite dieser Welt am Mittwochabend dieser Woche feststellen, als Unbekannte deren Profile missbrauchten um Fake-News an andere Nutzer zu verschicken. Dabei sind sie in das interne System von Twitter vorgedrungen und bekamen Zugriff auf die Profile Prominenter. Schlimm dabei ist, dass im Namen von Bill Gates Kunden aufgefordert wurden, 1.000 US-$ an eine Bitcoin-Wallet-Adresse zu schicken, um danach 2.000 $ zurückzubekommen. Vermeintlicher Grund der Aktion: Prominente wollten etwas zurückgeben von dem, was sie Gutes im Leben erfahren hätten. Eine klassische Betrugs-Mail, auf die der ein oder andere hereingefallen ist und tatsächlich die 1.000 $ überwiesen hatte, so dass ein geringer Schaden vorerst von 105.000 Euro (umgerechnet) entstanden ist. Auch andere Online-Dienste wurden in der Vergangenheit Opfer von Cyber-Kriminellen, die es irgendwie immer wieder schaffen, sich in die Schaltzentrale der Unternehmen einzuschleichen. Schon 2013 gab es eine große Fake-Aktion mittels Cyber-Attacken, der das Twitter-Profil der Nachrichtenagentur AP (Associated Press) zum Opfer fiel. Dabei wurden zwei falsche Meldungen über angebliche Explosionen im Weißen Haus in Washington veröffentlicht, so dass für einige Tage die US-Börse kollabierte und der Dow Jones-Index abstürzte.

Auch in Deutschland werden die sozialen Medien immer häufiger von der Politik genutzt, um Nachrichten zu verbreiten und Neuigkeiten quasi zeitgleich zu posten. Es gibt Gerüchte, dass auch das Twitter-Profil vom Regierungssprecher Steffen Seibert angegriffen und gekapert worden sein könnte. Über ihn laufen hochsensible Meldungen der Kanzlerin – da wäre ein Missbrauch eine politisch brisante Angelegenheit. Das Bundespresseamt (BPA) erklärte zwar, dass es keine Anhaltspunkte für Hacker-Angriffe auf Politiker gäbe, aber man sei dringend daran interessiert, die Aufklärung des Twitter-Angriffs voranzutreiben. Das Horror-Szenario schlechthin wäre, wenn ein Präsidenten-Profil irgendwo in der Welt gehackt würde und dann beispielsweise eine Kriegsnachricht zu falschen Rückschlüssen und zum Krieg führen könnte. Undenkbar, aber nicht ausgeschlossen. Natürlich sind alle Regierungen auf Sabotage-Angriffe vorbereitet, aber auch die Cyber-Kriminellen rüsten immer weiter auf. Wenn man allgemein bedenkt, dass die Promis dieser Welt jeweils zwischen 10 – und 120 Millionen Follower oder Abonnenten haben, dann kann man sich vorstellen, wie schnell Falschmeldungen in die weite Welt kolportiert werden können. Mit verheerenden Folgen. Geheimdienst-Experte Armin Schuster (CDU) jedenfalls betrachtet den Missbrauch von Profilen von Entscheidungsträgern als reale Gefahr, dass dann die Weltordnung erschüttert werden könnte.

Natürlich werden Sicherheitsvorkehrungen getroffen und aktualisiert, nicht nur bei Twitter. Das ist ähnlich wie im Online-Banking, wo speziell die Accounts der Prominenten mit komplexen Passwörtern sowie der sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt sein dürften, bei der zusätzlich noch ein frisch zugeschickter Code für die Anmeldung auf einem neuen Gerät erforderlich ist. Dass es den kriminellen Computerspezialisten dennoch gelang, Nachrichten im Namen der Prominenten abzusetzen, wirft ernsthafte Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen von Twitter auf. Brisant ist außerdem die Tatsache, dass dies weniger als vier Monate vor der US-Präsidentenwahl ans Tageslicht gelangt. Der Account des US-Präsidenten Donald Trump, für den Twitter ein zentraler Kommunikationskanal ist, ist zwar nicht betroffen, aber wer weiß, ob die Kriminellen nicht längst an einem illegalen Kontozugang arbeiten?

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