Klimawandel: Dürre und Trockenheit können zum Problem werden

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Eines Tages, sagen Experten, wird Wasser so wertvoll wie heute Öl sein. Und da ist viel Wahres dran, an dieser Aussage, denn auch in Deutschland merken wir die Folgen von zu wenig Regen immer deutlicher. Es ist beinahe beängstigend, wie das Wasserdefizit sich vergrößert und im Winter nicht mehr ausgeglichen wird. Forscher sagen, es müsste bereits jetzt sechs Monate lang regnen, um das fehlende Wasser zu ergänzen und für volle Wasserspeicher zu sorgen. In Deutschland wird tatsächlich das Wasser knapp und es muss dringend damit begonnen werden, Alternativen zu nutzen oder zu suchen, damit Felder und Wiesen nicht weiter vertrocknen.

Wenn jeder Deutsche etwa 123 Liter Wasser am Tag verbraucht, wie Statistiken aussagen, dann ist das zu viel im Hinblick auf die jetzige Situation. Denn in der Land- und Forstwirtschaft, beim Weinbau oder in der Industrie fehlt bereits Wasser, so dass von beängstigenden Dürren in Zukunft die Rede ist. Die Temperaturen steigen nun auch das ganze Jahr über in West- und Mitteleuropa, es gibt kaum Niederschlag und der Grundwasserspiegel sinkt. Das führt zu Wasserknappheit, wie wir sie nie vorher gekannt haben. In Hessen und Rheinland-Pfalz müssen Einsparungen beim Wasserverbrauch umgesetzt werden, so dass keine Planschbecken gefüllt oder Grünflächen bewässert werden dürfen. Es ging bereits so weit, dass Toilettenspülungen kein Wasser mehr hatten und die Feuerwehr mit Wasser aushelfen musste. Klimaforscher wie Professor Mojib Latit von der Universität Kiel fordern deshalb ein neues durchstrukturiertes Wassermanagement, damit mit Wasser sorgsamer umgegangen wird. „Diese Anzeichen eines anhaltenden Klimawandels werden sich weiter verschärfen und wir müssen adäquat darauf reagieren.“ Denn die Wetteraufzeichnungen in Deutschland dokumentieren, dass die vergangenen 5 Jahre die heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen waren, und in ganz Europa entstehen immer wieder Dürreperioden, die wir früher nicht kannten. 2018 war ein Sommer, der in die Geschichtsbücher eingeht als der heißeste, den wir je hatten. Die tieferen Erdschichten ab 1,80 m Tiefe führen lange schon kein Wasser mehr, so dass die Bäume am meisten leiden. Wir brauchen dringend wieder regelmäßigen Regen, der aber nicht fällt. So wie jetzt, wenn ab und zu Starkregen die Böden flutet, kann die Natur das Wasser nicht richtig aufnehmen. Die Böden sind so trocken und hart, dass das Wasser eher abfließt als einzusinken. Der sogenannte Bodenfeuchtezustand, der im Leipziger Helmholtz-Zentrum über einen Dürremonitor gemessen wird, liefert flächendeckende Informationen von Nord bis Süd und West bis Ost, so dass man auf Schaubildern deutlich sehen kann, dass bis zum Alpenrand eine dunkelrote Farbe zeigt, dass Trockenheit und hohe Temperaturen die Böden austrocknen. Es wäre wichtig, dass fallender Regen bis in die Grundwasserschichten vordringt, doch dafür sind die Mengen zu gering, erklärt Professor Dieter Borchardt als Leiter des Departments Aquatische Ökosystemanalyse und Management. Er sieht das Problem weiter verzweigt, denn unsere Wälder, die Teil des Ökosystems sind, bekommen mit ihrem tiefliegenden Wurzelwerk nicht genügend Wasser und verdorren und es bilden sich Schädlingskolonien. Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt. Deshalb fordert der Öko-Spezialist Borchardt, dass es neue Konzepte für die Landwirtschaft geben muss, um den Wasserverbrauch zu regulieren. Er führt wasserarme Länder wie Israel als Beispiel an, die bereits heute eine Bewässerungstechnologie entwickelt haben, die um ein Vielfaches effizienter ist als unsere.

Es wird die Zeit kommen, da muss der sorgsame Umgang mit der lebenswichtigen Ressource Wasser, unserem wichtigsten Lebensmittel, neu geübt werden, und Verschwendung muss einer Wertschätzung weichen, die man den Menschen beibringen muss. Schon heute spricht man bei Wasser vom „blauen Gold“, es wird teurer werden und wertvoller. Das ist auch eine Chance für unser Land, Technologien und Know How zu exportieren. Dabei ist es wichtig, dass Wasser nicht zur Handelsware wird, so wie das bereits mancherorts diskutiert wird. Coca Cola beispielsweise treibt sich auf den Kontinenten um, um Quellen zu kaufen, um daraus ein Geschäft mit Wasser zu machen. In Deutschland will die Firma 350 Millionen Liter Wasser fördern, abfüllen und verkaufen. Schon heute gibt es Bürgerproteste, denn dann wird Wasser eines Tages teurer gehandelt als Öl. Professor Latif mahnt: „Bisher war Wasser nie ein Problem, aber wir müssen umdenken, damit nicht in einigen Jahren Tankwagen die Menschen mit Trinkwasser versorgen müssen, wie es teilweise in den USA bereits heute der Fall ist.“

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