Wie bitte? Masken tragen in Italien regional unter Strafe gestellt

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Immer mehr Menschen protestieren gegen die Auflagen der Coronaregeln. Auch in Italien, was vom Coronavirus schwer getroffen wurde, formiert sich immer größerer Widerstand. Sogar in der italienischen Politik gibt es fragwürdige Entscheidungen: Maskentragen wird unter Strafe gestellt.

In Berlin haben über 17.000 Corona-Leugner auf einer „Versammlung der Freiheit“ durch Berlin Mitte gegen die Abstandsregeln und die Hygieneregeln der Bundesregierung protestiert. Aus ganz Deutschland reisten Demonstranten an und bevölkerten die Straße des 17. Juni, jedoch ohne die Maskenpflicht einzuhalten.

Auch in Italien regte sich zuletzt immer mehr Widerstand gegen die nötigen Hygieneregeln. So wurde in allen Schuljahrgängen im Lande des Dolce Vita eine Maskenpflicht eingeführt. Auch in der Grundschule müssen die Schüler, sobald sie von der Schulbank aufstehen, ihre Maske aufsetzen. Gerade Menschen aus dem rechtsextremen Milieu fühlen sich durch diese Regeln stark beeinträchtigt. Es entsteht ähnlich wie in Deutschland eine Gruppe aus gemischten politischen Strömungen wie Verschwörungstheoretiker, Impfgegnern und Rechtsextremen.

Knapp 2.000 Menschen demonstrierten in Rom auf der Piazza del Popolo gegen die sogenannte „Gesundheitsdiktatur“. Bekümmerte Eltern bekundeten ihre Sorgen gegen die anstehenden Schulöffnungen im September mit der Aussage, die Maskenpflicht in Schulen sei „kriminell“. Unter den Demonstranten waren auch mehrere Plakate zu lesen, auf welchen Solidarität mit den Berliner Demonstranten kundgetan wurde. Auch der Spruch „Fake News Covid“ oder „Bill Gates Antichrist“ war auf den Transparenten zu lesen. Viele Protestler forderten, dass Italien von den Coronaregeln „befreit“ werden muss und Kinder vor den anstehenden Impfungen bewahrt.

Dabei zählt Italien mit fast 33.500 Todesopfern zu den am heftigsten von der Corona-Pandemie getroffenen Regionen der Erde, rund 276.000 Menschen haben sich infiziert. In Norditalien war das Gesundheitssystem endlos überlastet und hat sogar das Militär auf den Plan gerufen, um die vielen Covid-Verstorbenen zu transportieren. Daraufhin hat die italienische Regierung einen der strengsten Lockdowns in Europa verhängt, die Menschen durften nur noch für die allernötigsten Erledigungen im Umkreis ihrer Meldeadresse Einkäufe erledigen und Sport treiben. Viele Menschen haben diese strengen Maßnahmen klaglos angenommen und über Monate durchgehalten.

Einen, den die Einschränkungen besonders politisch treffen, ist der ehemalige italienische Innenminister Matteo Salvini. Der rechte Politiker ist besorgt, da seine Zustimmungswerte in den Meinungsumfragen von bis zu 38 Prozent im August 2019 auf zuletzt 24 Prozent gesunken sind. Ihm kommt teuer zu stehen, dass er während der Corona-Einschränkungen kein „Bad in der Menge“ unter seinen Anhängern mehr machen kann. Nur auf Twitter lässt sich seine politische Gefolgschaft nicht effektiv mobilisieren.

Ein anderer Politiker aus dem rechten Lager sucht auf andere Art die Provokation und damit die Öffentlichkeit: der ehemalige EU-Abgeordnete und Staatssekretär der Regierung von Silvio Berlusconi, Vittorio Sgarbi. In seiner jetzigen Position als Bürgermeister der Kleinstadt von Sutri, einer Gemeinde von Viterbo, provoziert er in allen Tönen.

Vor einigen Tagen drohte Vittorio Sgarbi in Sutri mit Geldstrafen für jeden, der seine Maske im Freien trägt. „In Übereinstimmung mit dem Dekret des Präsidenten des Ministerrates ist die Verwendung eines Mund-Nase-Schutzes in der Stadt Sutri im Freien aus gesundheitlichen Gründen und in Innenräumen von 18 bis 6 Uhr verboten. Es ist verboten, ohne gerechtfertigten Grund Schutzhelme oder andere Mittel zu verwenden, die die Erkennung der Person an einem öffentlichen Ort oder in der Öffentlichkeit erschweren.“

Er ließ Plakate an den Wänden der Kleinstadt Sutri anbringen auf denen steht: „Bürger, wir müssen wieder aufstehen, Sutri ist vom Himmel gesegnet und ist eine gesunde Stadt. Wir dürfen der Angst nicht nachgeben. Meine Anordnung ist nicht dazu da, die Ängstlichen zu bestrafen, sondern sie aufzumuntern. Nur Diebe und Terroristen verbergen ihr Gesicht“, erklärte der Rechtsextreme.

Nach üblichen Provokationen aus dem rechten Lager, gab es eine Meldung, die alle aufschrecken ließ. Die Nachrichtenticker verbreiteten die Nachricht, dass Berlusconi mit einer Lungenentzündung aufgrund einer Covid19-Infektion im Mailänder Krankenhaus Sankt-Raffael behandelt wird. In Sorge um den 83-jährigen Politiker ließ sich Sgarbi mit der Aussage zitieren: „Wenn es [Berlusconis Gesundheitszustand] schlimmer wird, bedeutet das, dass ich die Situation unterschätzt habe. Ich bin bereit, meine Meinung zu ändern“. Zuvor behauptete er noch, dass das Coronavirus „seit dem 31. Mai klinisch inexistent“ sei. Er verbreite die Meinung, dass das Virus „nur ein Hirngespinst“ sei. Zudem setzte er die Desinformation in die Welt, dass 96 Prozent der Covid-19 Patienten in Italien an anderen Ursachen starben. Diese Darlegung basiert jedoch auf einem Trugschluss. Die Studie, auf die Sgarbi sich offenbar bezieht, besagt lediglich, dass 96 Prozent der Patienten eine Vorerkrankung hatten. Am häufigsten waren dabei Bluthochdruck und Diabetes.

Über Rückendeckung konnte sich der Falschinformationen verbreitende Politiker bisher nicht beschweren. Seit 1989 ist er mit Berlusconi befreundet. Den Beginn ihrer Freundschaft beschreibt Sgarbi mit folgenden Worten: „Berlusconi und ich sind Freunde geworden, weil wir beide das Leben lieben, fährt der Bürgermeister von Sutri fort. Einmal lud ich ihn zur Ausstellung „Mit den Augen Caravaggios“ im Diözesanmuseum in Mailand ein. Ich habe ihm nach seiner Ansprache gesagt, dass er eine bessere Rede als ein Kunsthistoriker gehalten hat. Dann bat er mich, ihm die Blondine vorzustellen, die in der ersten Reihe sitzt. Sie war Vittoria Risi, der Pornostar“.                      Was soll man da noch sagen?

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