Warum Rapper Gzuz ins Gefängnis muss

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Der Hamburger Rapper Gzuz von der Gruppe „187 Straßenbande“ muss für eineinhalb Jahre ins Gefängnis und soll zusätzlich eine Geldstrafe von insgesamt 510.000€ zahlen. Ihm werden mehrere Delikte vorgeworden: Wegen Waffenbesitz, Drogenbesitz und Körperverletzung wurde der 32-Jährige angeklagt. Seit Juni lief der Prozess gegen ihn. Jetzt ist Schluss mit der Annahme, dass Rapper sich alles erlauben könnten und sich von allen Straftaten freikaufen könnten. Als „Sozialrüpel“ bezeichnet, schickte ihn jetzt ein Richter hinter „schwedische Gardinen“. Nicht zum ersten Mal, wie sich herausstellte.

Christopher Posch, der Anwalt von Gzuz, hatte die Staatsanwaltschaft dazu aufgefordert seinen Mandanten in allen Punkten freizusprechen. Doch die Entscheidung ist eindeutig: ein Jahr und 6 Monate Gefängnis und „300 Tagessätze zu je 1700 Euro Geldstrafe, insgesamt 510.000 Euro“ muss der Rapper hinblättern, wie der Spiegel berichtet. Der Musiker, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Kristoffer Jonas Klauß heißt, wurde angeklagt, da er im Jahr 2018 mehrere Male eine Schreckschusspistole abgefeuert haben soll. Was viele nicht wissen: In Deutschland werden auch Schreckschusspistolen als Waffen definiert und sind demnach ohne waffenrechtliche Besitzerlaubnis verboten. Gzuz war seit August 2018 aber das Führen von jeglichen Waffen untersagt worden. Bei dem Rapper wurden zudem „17 Gramm Marihuana und 2,5 Gramm Crystal Meth gefunden“, so der Spiegel. Zudem soll er auf der Reeperbahn einer 19-jährigen Frau ins Gesicht geschlagen haben, die gerade ein Selfie mit ihm knipsen wollte. Die Frau hat allerdings ihre Anzeige vor Gericht zurückgezogen, nachdem sich Gzuz bei ihr und den Rettungssanitätern entschuldigt hatte. Außerdem hat ihr der Musiker vor dem Prozess 500 Euro Schmerzensgeld und einen lebenslangen Gästelistenplatz für seine Konzerte angeboten. Die 19-Jährige ging darauf ein und erklärte vor Gericht, dass sie Gzuz „nett“ findet. Während all diesen polizeilichen Untersuchungen stand der Rapper bereits unter Bewährung. Gzuzs Verteidiger Christopher Posch hält das Urteil für ungerecht: „Bei jedem anderen im Saal wäre ein solches Verfahren eingestellt worden.“ Doch sein Mandant werde als „Staatsfeind“ und „böser Rapper“ gesehen. Tatsächlich hat der Richter 4 Monate mehr Haft gegeben als der Staatsanwalt vorgeschlagen hatte. „Sie wussten, dass die Luft dünn war“, erklärte der Richter, laut der Hamburger Morgenpost. Christopher Posch bestätigte der BILD, dass Gzuz in Berufung gehen und das Urteil anfechten werde.

Im August wurde der Rapper bereits von den Verhandlungen vor Gericht ausgeschlossen, da er mehrfach mit Zwischenfragen gestört habe. Der Richter ordnete kurzerhand an, dass er den Saal wegen „ungebührlichem Verhalten“ verlassen solle. Nach diesem Vorfall wurde seine Lebensgefährtin als Zeugin befragt, mit welcher Gzuz zwei Töchter hat. Der Richter fragte sie, ob sie glaubt, dass er es ernst meint mit der Verlobung, die Mitte Juli bekannt gegeben wurde. Sie erklärte: „Ich sehe seine Veränderung, sehe, wie er mit mir und den Kindern umgeht.“ Wie der Radiosender bigfm schreibt, soll der Rapper nach der Geburt des ersten Kindes „seine Familie nicht mehr beachtet haben“ und auch handgreiflich gegenüber seiner Freundin geworden sein. Der Rapper ist schon öfter durch Probleme mit der Polizei aufgefallen. Vor zehn Jahren wurde er schonmal zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt, da er ein Handy-Geschäft überfallen hatte. Drei Jahre später wurde er aus der Haft entlassen. Auch wegen Körperverletzung und sexueller Belästigung musste sich Gzuz schon vor Gericht behaupten.

Gzuz ist in der Hamburger Hip-Hop Gruppe 187 Straßenbande zusammen mit weiteren Rappern vereint. Auch einige andere Mitglieder sind wegen Drogen- oder Körperverletzungsdelikten vorbestraft. Gzuz und Bonez MC sind die Frontmänner der Gruppe, doch seit neustem gibt es Trennungsgerüchte über die beiden. Bonez MC hat einen neuen Song rausgebraucht, der sich laut Spekulationen auf seinen Rap-Kollegen Gzuz bezieht. Das Lied „Fuckst mich nur ab“ soll möglicherweise Kritik an Gzuz und seinen Ausrastern und Problemen mit der Polizei darstellen. Ob das wirklich stimmt ist noch unklar, denn auch Bonez MC ist oft wegen homophoben und misogynen Aussagen negativ aufgefallen. Zuletzt twitterte er, dass Frauen „heutzutage nichts können und deshalb intellektuell auch nicht interessant für Männer seien“, so das Rapper-Magazin „raptastisch“.

Ein Kommentar auch kommentieren

  1. Henry Danger sagt:

    Warum verdienen diese typen eigentlich so viel Geld mit dem Sprechgesang und der miserablen musikalischen Leistung? Dann immer wieder Ärger mit Rappern, ob in Deutschland oder Amerika, die Kerle meinen, sie können sich alles erlauben. Immer negative Meldungen in den Zeitungen. Boykottieren sollte man die…

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