Automatisch Vermögen aufbauen mit Spaß

Deutschland

Auf die Frage „Hätten Sie gerne mehr Geld“, würden die meisten von uns wohl nicht nein sagen. Wer will schon nicht mehr Geld verdienen oder ein Vermögen haben, das ihm seinen Lebensstandard sichert. Ich meine, natürlich gibt es Menschen, die den Kapitalismus ablehnen und sagen „Geld ist nicht das Wichtigste im Leben“. Natürlich ist Geld nichts das Wichtigste im Leben aber ohne Geld ist alles nichts.

Ich persönlich verdanke alles, was ich besitzt, der Möglichkeit es mit Geld kaufen zu können. Dies gilt sowohl für meinen Laptop, mit dem ich diesen Beitrag schreibe, die Kleidung, die ich trage, meinem
trockenen und warmen Zuhause, als auch die Möglichkeit mich weiterzubilden. Doch zurück zur eigentlichen Frage: Warum wünschen sich viele Menschen vermögender zu sein, sind es jedoch nicht? Und was noch viel wichtiger ist: Gibt es etwas, das wir tun können, das uns, wie es der Titel dieses Beitrags verspricht, automatisch vermögender macht?

Die Antwort auf beide Fragen lautet: die meisten Menschen haben kein System, das sie automatisch vermögend macht und dabei Spaß haben lässt. Und weil sie kein System haben überlassen sie den Vermögensaufbau dem Zufall. Oftmals verschieben sie den Vermögensaufbau in die Zukunft, indem sie ihn in eine Ausrede kleiden, wie z.B. „In den kommenden Jahren werde ich mehr verdienen und dann werde ich automatisch ein Vermögen aufbauen“ oder „Ich weiß nicht, wie ich Vermögen aufbaue kann, also lasse ich es“ oder „Ich lebe im Hier und Heute, niemand weiß, was die Zukunft
bringt“.

Nun, ich persönlich weiß, was die Zukunft bringt, wenn man sich nicht selbst um den Vermögensaufbau kümmert: unserem Rentensystem droht der Kollaps, wenn es nicht reformiert wird. Ein 27 Jahre alter Arbeitnehmer, der sich in den kommenden 40 Jahren einen Lebensstandard von 3.300 Euro im Monat aufbaut, bezieht später eine Rente von 1.485 Euro im Monat und muss Dank der Inflation tatsächlich 4.400 Euro aufwenden, um seine Rentenlücke von 2.915 Euro im
Monat zu schließen. Gleichzeitig sagt Olaf Scholz, unser amtierender Finanzminister, Folgendes zum Thema Geldanlage: „Ich beschäftige mich kaum mit dem Thema Geldanlage. Mein Geld liegt einfach
auf Sparbuch und Girokonto.“

Soll man vor diesem Hintergrund alles Geld sparen, nur damit man im Alter ausgesorgt hat? Nein, natürlich nicht, denn man könnte auch morgen gegen einen Baum fahren und sterben. Wie traurig wäre es da, wenn man sein ganzes Leben aus Angst vor der Altersarmut gespart und nichts genossen hat. Nur sparen kann also nicht die Lösung sein. Genauso wie alles Geld ausgeben nicht die Lösung ist, denn dann landet man garantiert in der Altersarmut.

Die Lösung bringt ein einfaches System. Es hat unterschiedliche Namen „Kontensystem“ oder „Sich-Selbst-Zuerst-Auszahlen“. Im Kern geht es jedoch immer um das selbe Vorgehen, um das selbe System. Um dieses System, das einen automatisch das Leben genießen und gleichzeitig Vermögen aufbauen lässt, zu installieren, benötigt man neben einem Girokonto noch zwei weitere Konten (vorzugsweise Tagesgeldkonten). Das eine Konto ist das Sparkonto und das andere das Spaßkonto.
Am Anfang eines jeden Monats überweist man mit einem Dauerauftrag einen festen Betrag seines Einkommens, z.B. zehn Prozent, auf das jeweilige Konto. Während man das Geld auf dem Sparkonto niemals anrührt, es sei denn man investiert es, kann man das Geld auf dem Spaßkonto regelmäßig
für seine Wünsche ausgeben – sofern genug vorhanden ist, ansonsten spart man einfach weiter, bis genug vorhanden ist.

Warum dieses System besser funktioniert, als das ganze Geld einfach nur auf dem Girokonto zu halten? Nun, im Grunde steht jeder Euro in Konkurrenz zu sich selbst. Wenn ich ihn ausgebe, dann kann ich ihn nicht mehr sparen bzw. investieren. Und wenn ich ihn spare, dann kann ich ihn nicht mehr ausgeben, was schade ist, wenn man morgen gegen einen Baum fährt. Durch die räumliche Trennung des Geldes wird diese Konkurrenz vermieden und wir können sparen und genießen.

Wer beim Sparkonto noch eins draufsetzen möchte, dem empfehle ich das Sparkonto mit einem Depot in Kombination mit einem ETF-Sparplan umzusetzen. Dadurch macht das Sparen doppelt so viel Spaß, da man nicht null Prozent (Tagesgeldkonto), sondern z.B. sieben Prozent Rendite pro Jahr
erzielt (z.B. jährliche Durchschnittsrendite beim DAX seit 1980).

Unerschütterliches Vertrauen in Spar- und Girokonten

Deutschland

Geldvermögen erneut gewachsen

Bei der seit Jahren anhaltenden Zinsflaute sollte man eigentlich eine Flucht vermuten in alles was mehr bringt als das Sparbuch mit seinen 0,2 Prozent. Aktuelle Zahlen der Bundesbank für das erste Quartal 2019 spiegeln wieder das Gegenteil: Trotz Nullzins haben die Deutschen so viel Vermögen geparkt wie nie zuvor. Private Haushalte verfügten über den Rekordwert von rund 6170 Milliarden Euro, in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen. Diese Zahlen veröffentlichte die Deutsche Bundesbank am Montag.

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Gegenüber dem Schlussquartal 2018 bedeutet das eine Steigerung von 2,6 Prozent, mithin eine Summe von 153 Milliarden Euro. Damit erhöhten die privaten Haushalte vor allem ihre Bestände an Bargeld, Einlagen und Ansprüche gegenüber Versicherungen.

Für weiteren Auftrieb sorgte die Erholung an den Aktienmärkten. Ende 2018 hatte noch die Börsenflaute einen Rückgang des Geldvermögens bewirkt. Der Trend ist gebrochen. Nach Abzug der Schulden wuchs das Geldvermögen deutlich, um 136 Milliarden, auf 4360 Milliarden Euro, verglichen mit dem Vorquartal.

Trotz der schmalen Zinsen bei den Kreditinstituten sind Bargeld und Einlagen weiterhin sehr beliebt, Giro-, Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten. Bei Nullzins und steigender Inflation verlieren die Sparer damit kontinuierlich Geld, haben jedoch bei Bedarf die Bestände im raschen Zugriff.

Ende März zählte die Bundesbank Bargeld und Einlagen in Höhe von 2494 Milliarden Euro. 38,7 Milliarden kamen während des ersten Quartals hinzu. Auch Sparbücher und Sparbriefe verzeichneten erstmals seit über vier Jahren wieder Zuwächse. Lebensversicherungen und andere Altersvorsorge stehen gleichermaßen weit oben auf der Beliebtheitsskala der Bundesdeutschen. Gemessen am Vorquartal wuchsen da die Bestände um 19,6 Milliarden auf 2294 Milliarden Euro.

Mario Draghi hatte vor ein paar Wochen angekündigt, dass vorerst kein Ende der Zinsflaute absehbar ist. Ob wachsender Risiken für die Konjunktur hatten die europäischen Währungshüter eine Zinserhöhung bis mindestens Mitte 2020 verschoben.

Aktien auf niedrigem Niveau, aber im Kommen

Mit 10 Milliarden Euro registrierten die Bundesbanker im ersten Jahresviertel auch höhere Zuflüsse in börsennotierte Aktien und Investmentfondsanteile – ein signifikanter Anstieg gegenüber dem Quartalsende 2018. Verglichen mit anderen Anlageform ist der Anteil noch immer gering. Gerade 632,5 Milliarden Euro steckten Ende März in Aktien und sonstigen Anteilsrechten, 596,9 Milliarden in Investmentfonds. Trotz Börsenturbulenzen 2018 markiert diese Zahl eine leichte Akzeptanzerhöhung. Laut Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) nannten rund 10,3 Millionen Bürger Anteilsscheine von Unternehmen oder Aktienfonds ihr eigen. Das war der höchste Wert seit 2007. 2001 hatte es allerdings 13 Millionen Aktionäre in Deutschland gegeben.

Kreditnehmer sind im Gegensatz zu den Sparern die Nutznießer der Zinsflaute. Nach Angaben der Bundesbank nutzten die privaten Haushalte die niedrigen Zinsen auch zu Jahresbeginn, um sich günstig Geld von der Bank zu verschaffen. Das floss vor allem in den Wohnungsbau. Damit stiegen zum Stichtag Ende März die Verbindlichkeiten der Privathaushalte um etwa 17 Milliarden Euro auf 1809 Milliarden.

Immobilien ließ die Notenbank bei der Berechnung des Geldvermögens unberücksichtigt. Gemäß ihrer Untersuchung profitierten zuletzt Immobilienbesitzer von den stark gestiegen Preisen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nur 44 Prozent der Privathaushalte in Deutschland Wohneigentum besitzen.