Europäische Exportwirtschaft leidet

Deutschland

Exportwirtschaft bezieht sich auf den Handel von Waren und Dienstleistungen von einem Land in ein anderes. Länder mit einer starken Exportwirtschaft können ihre Produkte und Ressourcen an andere Länder verkaufen, was zu erhöhtem Wirtschaftswachstum und Entwicklung führen kann. Die Exporte können eine breite Palette von Produkten umfassen, von Rohstoffen wie Öl und Mineralien bis hin zu Fertigwaren wie Autos und Elektronik.

Damit ein Land eine starke Exportwirtschaft hat, muss es einen Wettbewerbsvorteil bei der Produktion bestimmter Waren oder Dienstleistungen haben. Dies kann durch eine Vielzahl von Faktoren erreicht werden, wie z. B. den Zugang zu natürlichen Ressourcen, qualifizierte Arbeitskräfte und eine günstige Regierungspolitik.

Eine starke Exportwirtschaft kann jedoch auch Nachteile mit sich bringen. Wenn ein Land beispielsweise zu abhängig vom Export eines einzelnen Produkts oder einer einzelnen Ressource wird, kann dies das Land anfällig für Marktschwankungen und wirtschaftliche Abschwünge machen. Darüber hinaus kann der Export von Waren und Ressourcen zu einem Handelsdefizit führen, wenn ein Land mehr Waren importiert als exportiert, was sich negativ auf die Gesamtwirtschaft auswirken kann.

Um die Exportwirtschaft zu fördern, bieten Regierungen häufig finanzielle Anreize und Unterstützung für Unternehmen, die ihre Produkte exportieren. Dies kann die Bereitstellung von Finanzmitteln für Marketing und Messen sowie den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen umfassen. Darüber hinaus können Regierungen Handelsabkommen mit anderen Ländern aushandeln, um neue Märkte für ihre Exporte zu erschließen.

Zusammenfassend spielt die Exportwirtschaft eine bedeutende Rolle für das Wirtschaftswachstum und die Entwicklung eines Landes. Sie kann den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, Arbeitsplätze schaffen und das Einkommen steigern. Es ist jedoch wichtig, dass ein Land über ein diversifiziertes Exportportfolio verfügt und sich nicht zu stark auf ein Produkt oder eine Ressource verlässt.

Knapp an der Rezession vorbei – Deutschlands Konjukturprognose

Deutschland

Trotz schwächelnder Weltwirtschaft, Handelsstreit und Brexit fällt die Bilanz im dritten Quartal für Deutschland überraschend positiv aus. Die Wirtschaftsweisen kritisieren dennoch die Haushaltspolitik der Bundesregierung und warnen vor einem Abschwung.

Entgegen aller Erwartungen legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September um 0,1 Prozent im Vergleich zum vorherigen Quartal zu, teilte das Statistische Bundesamt mit. Somit ist Deutschland knapp einer technischen Rezession entgangen. Diese wäre eingetreten, wäre das BIP erneut gesunken.

Kein Absturz – also Stagnation?

Deutschland befindet sich seit 2009 in einem der längsten wirtschaftlichen Aufschwünge der Nachkriegszeit. Das BIP pro Kopf ist innerhalb von zehn Jahren um 33% gewachsen.

Nun kühlt sich das wirtschaftliche Klima deutlich ab. „Der Aufschwung ist beendet, bislang ist jedoch nicht von einer breiten und tiefgehenden Rezession auszugehen“, schreibt der Sachverständigenrat Wirtschaft („die Wirtschaftsweisen“) in seinem aktuellen Jahresgutachten. Trotzdem kritisieren die fünf Wirtschaftsexperten die Haushaltspolitik der Bundesregierung, die auf neue Schulden verzichtet. Dies könne im Kampf gegen den Abschwung hinderlich sein. Wichtig sei laut des Vorsitzenden Christoph M. Schmidt, den Strukturwandel zu meistern und sich dazu die Chancen dessen zunutze zu machen, um eine Weiterentwicklung in der Wirtschafts- und Industriepolitik zu forcieren.

Nicht einig sind sich die Wirtschaftsweisen hinsichtlich der gesetzlichen Schuldenbremse, die etwas flexibler ist als die schwarze Null der jetzigen Haushaltspolitik. Zwei der fünf Mitglieder möchten die Schuldenbremse reformieren, damit mehr Investitionen möglich werden. Einig sind sie sich dennoch in einem Punkt: „Ein zusätzliches Konjunkturpaket ist derzeit nicht notwendig.“

Das Risiko der Rezession ist nicht gebannt

Die Sorgen vor einem Abschwung sind dennoch groß, gerade weil Deutschland an einer Rezession nur knapp vorbeischrammte. So warnte der ZEW – Ökonom Friedrich Heinemann: „Die heutigen Zahlen sind kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Für Deutschlands Wohlergehen ist es unerheblich, ob das Quartalswachstum einen Hauch unter oder über der Nulllinie liegt. Sorgen muss vielmehr bereiten, dass die längerfristige Wachstumsperspektive Deutschlands absinkt.“

Jüngste Prognosen gehen von einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent für das Gesamtjahr 2019 aus. 2018 hatte die Wirtschaftsleistung noch um 1,5 Prozent zugelegt. Auch die Stimmung der stabilen Stütze der Verbraucher ist durch die schwächelnde Konjunktur gedämpft. Die Forscher der GfK berichteten in ihrer Konsumklimastudie für November den niedrigsten Wert seit Herbst 2016. Zudem gerät die deutsche Industrie durch die internationalen Handelskonflikte und dem Brexit stärker unter Druck: Investitionen gehen aufgrund der Verunsicherung zurück. Auch die Wirtschaftsweisen warnen in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vor einem erhöhten Rezessionsrisiko: „Eine Belebung der Konjunktur ist frühestens im Jahresverlauf 2020 zu erwarten.“