Akupunktur: Kleine Nadeln gegen Beschwerden

on

Diese Therapie hat eine lange Tradition: Akupunktur ist eine jahrtausendalte Heilmethode gegen alle Arten von gesundheitlichen Beschwerden. Schade, dass sie doch eher selten Anwendung findet, dabei ist sie oft viel sinnvoller als Tabletten. Denn nach dem ganzheitlichen Ansatz der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird mit Akkupunktur neue Lebensenergie, die über die Meridiane durch den Körper verläuft, stimuliert. Das hat heilende und korrigierende Wirkung auf Körper und Geist des Menschen. Schon Vor tausenden Jahren haben die Menschen offenbar die Wirkung von Akupunktur genutzt, denn der im Gletschereis gefundene „Ötzi“, die berühmte Eismumie aus den Ötztaler Alpen, wies an vielen Stellen des Körpers Tätowierungen auf und zwar genau an den Punkten, wo auch Akupunkturpunkte liegen. Vielleicht so wird gemutmaßt, nutzte man bereits in der Jungsteinzeit die therapeutische Wirkung von Nadelstichen.

Mehr als 300 Akupunkturpunkte kennt die TCM über die die Lebensenergien mit kleinen spitzen Nadeln stimuliert werden kann. Der Fluss dieser Energien kann durch ungesunde Lebensweise oder Krankheiten ins Stocken geraten, also ist nach traditioneller Bewertung im Chinesischen das Qi oder Chi gestört. Die kleinen Nadeln lösen Qi-Blockaden, also Schmerzen, Funktionsstörungen oder andere Symptome. Um das besser zu erklären: Aus physiologischer Sicht aktiviert die Nadel körpereigene Schmerzhemmsysteme sowie Antworten von Immun- und Hormonsystem. Je nach Beschwerden kann der Nadelreiz anregende oder abschwächende Wirkung haben. Daher gilt Akupunktur auch als Regulationstherapie. Schätzungen nach gab es bereits im Jahr 260 nach Christus erste Aufzeichnungen eines chinesischen Gelehrten, der in seinem Standardwerk 300 Akupunkturpunkte und ihre Wirkung/Bedeutung erläuterte. Erst im 17. Und 18. Jahrhundert gelangte die Heilmethode aus China nach Europa, überliefert durch seereisende Forscher, von denen einer, der holländische Arzt Dr. Willem Ten Rhijne, das Wort Akupunktur aus den lateinischen Wörtern „acus“ (Nadel) und pungere (stechen) ableitete. Mediziner reagierten anfangs abweisend und zurückhaltend, aber nach und nach setzte sich die Methode in Europa durch.

Akupunktur hat wenig und keine unerwünschten Nebenwirkungen und die Nadelstiche sind harmlos. In weltweiten Studien hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Akupunktur bei einzelnen Indikationen spezifisch wirkt, und zwar mindestens so wirksam ist wie viele anerkannte Therapien bei weniger Nebenwirkungen. Heutzutage wendet man Akupunktur als komplementärmedizinisches Verfahren vor allem bei chronischen Schmerzen, Allergien, depressiver Verstimmung und psychosomatischen Beschwerden an. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass Akupunktur im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie teilweise sogar bessere Ergebnisse bringt. Zum Beispiel bei Arthrosebeschwerden im Knie oder bei chronischen Rückenschmerzen. Dafür übernehmen seit 2007 sogar die Krankenkassen in Deutschland die Kosten. Bei Migräne aber muss man die Kosten selbst tragen, wenn man zur Akupunktur-Behandlung geht. In Kliniken wird Akkupunktur teilweise auch als Prophylaxe eingesetzt, um z.B. vor Operationen die Übelkeit zu vermindern. Aber als Wundermittel sollte man die kleinen Nadelstiche nicht betrachten, sie unterstützen idealerweise schulmedizinische Maßnahmen. Bei leichten Beschwerden allerdings kann Akupunktur wunderbar alleine helfen. Wichtig noch eins: Akupunktur und Akupressur sind zwei Paar Schuhe: Bei der Akupressur-Methode werden die bekannten Akupunkturpunkte durch leichten Druck der Fingerkuppen stimuliert. Bei der Akupunktur werden die Stimulationspunkte mit feinen Nadelstichen aktiviert. Wichtig: Akupunktur kann die medizinische Versorgung beim Arzt oder Krankenhaus nicht ersetzen, sondern höchstens ergänzen.

Zusammenfassung: Um die Gesundheit des Körpers zu gewährleisten, muss das Qi ausgewogen sein und ungehindert fließen können. Wird der Energiefluss behindert, so führt das nach den Vorstellungen der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin) zu Verstimmungen und Krankheiten. Akupunktur kann helfen, den Energiedurchfluss im Körper zu reaktivieren bzw. zu korrigieren und eine Verbesserung des Wohlbefindens herbeizuführen und auch das Schmerzempfinden zu lindern.

Ein Kommentar auch kommentieren

  1. Meine Tante hat Rückenschmerz und denkt über Akupunktur nach. Sie sucht noch nach weiterer Information, aber sie möchte es vielleicht nächste Woche machen. Das ist deswegen gut zu wissen, dass es sehr wenig Nebenwirkungen gibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.