Darknet und Foren: Das kranke Netzwerk von Kindesmissbrauch und Pornografie

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Menschen mit „normalen“ sexuellen Wünschen und Neigungen auf der einen Seite, die Kinderschänder und Kinderporno-Konsumenten auf der anderen Seite sind das zentrale Thema bei den polizeilichen Ermittlungen im sogenannten Missbrauchskomplex „Bergisch Gladbach“, wo es mittlerweile 30.000 neue Spuren zu Kinderporno-Verdächtigen gibt. Menschen, die ein scheinbar normales bürgerliches Leben führen, mit Familien und Kindern, aber mit einer abartigen Neigung, die sich um kleine unschuldige Kinder dreht, die zu Missbrauchsopfern gemacht werden. Immer neue Verdächtige tauchen dabei auf, immer neue Verbindungen zwischen ansonsten „braven Bürgern“ mit Reihenhäuschen oder Eigenheimen, denen man nichts Böses zutraut, schon gar nicht den Missbrauch von Jungen und Mädchen, die in jedem Alter von 2 bis 14 Jahren zu Opfern werden. Opfer von Missbrauch durch perverse Foto- und Videoaufnahmen, durch Vergewaltigung und Misshandlung oder durch kollektiven Handel mit Bildmaterial oder dem Austauschen lebender Objekte, die man sich im Darknet und in Internetforen gegenseitig vermittelt, um sie dann zu schänden. Immer mehr Pädophile fliegen auf, weil besonders in den USA eine Organisation namens NCMEC Pädophile aufspürt und bei den Behörden anzeigt.

Die Behörden und Staatsanwälte sind hellhörig geworden, nachdem eine bedenkliche Entwicklung seit 2019 mit 65 Prozent mehr Verstößen wegen Kinderpornografie bekannt geworden ist. Eine unglaubliche Zahl, die zeigt, dass eine Strafverschärfung bei derartigen Fällen unumgänglich ist. Dort, wo sich Kinderschänder und Pornosüchtige bis dato noch relativ sicher vor Sicherungsverwahrung und jahrelanger Gefängnisstrafe wähnen konnten, wenn sie sich im Internet zu kinderpornografischen Straftaten verabredeten. Die Gesetze waren einfach nicht hart genug, um eine abschreckende Wirkung zu haben und um diesem perversen Treiben ein Ende zu setzen. Wie kann es sein, dass biedere Familienväter, Pädagogen, Akademiker und Menschen wie du und ich derartig ausscheren und sexuelle Neigungen entwickeln, die sie anhand von Kindern und unschuldigen, ahnungslosen Kleinkindern befriedigen wollen? Und dafür ihre Freiheit, ihren Ruf, die Existenz und den Verlust des Familienlebens aufs Spiel setzen? Offenbar sind es viel mehr, als man sich bis dato vorgestellt hat, denn die Recherchen der Polizei decken immer neue Verbindungen und Netzwerke in einem nationale und internationalen Missbrauchskomplex auf. Ausgangspunkt ist der letzte Fall aus Bergisch Gladbach, einem biederen Provinzstädtchen nahe der A3 zwischen Köln und Leverkusen, wo die Ermittlungen in einem Missbrauchsfall mit 5 Beschuldigten zu einem riesigen Netzwerk geführt haben, dem über 30.000 Verdächtige angehören. Diese haben sich dadurch hervorgetan, dass sie sich gegenseitig Tipps gaben, wie man Kinder vor der Tat ruhigstellen kann, wo man die besten Vermittlungskontakte erhält oder welche Erfahrungen der Einzelne bei seinen Missbräuchen gemacht hat. Seit Oktober 2019 wird und wurde gegen einen Verdächtigen aus dem nordrheinwestfälischen Städtchen ermittelt, wobei eine Hausdurchsuchung einen Kinderporno-Ring offenbarte, dem tausende „User“ angehören. Die meisten mit Alias-Namen und verschlüsselten IP-Adressen agierend, aber alle mit demselben Ziel: Sich an der Wehrlosigkeit, der Unschuld und Zerbrechlichkeit sexuell ausgebeuteter Kinds-Opfer aufzugeilen und zu befriedigen. Solche Täter nicht jahrelang wegzusperren und in der Gesellschaft zu stigmatisieren macht genauso fassungslos wie die Tatsache, dass Richter bei solchen Vergehen Bewährungsstrafen für angemessen halten.

Die Entschlüsselung der Täterprofile im Internet ist langwierig und kostenintensiv, weil viele Ermittler eingebunden und weil die Recherchen und das Auswerten von Daten sehr zeitaufwendig sind. Deshalb wurde derzeit erst einmal 72 Verdächtige identifiziert, von denen nur etwa 10 Personen in U-Haft waren. Andere warten auf ihren Prozess und sind so lange auf freiem Fuß. Mehr und mehr Stimmen in der Bevölkerung werden nun laut, dass Kinderschänder weggesperrt gehören und dass der Konsum und Handel und die Verbreitung von Kinderpornografie ebenso eine Straftat darstellt. Überführte Täter müssen somit unbedingt als vorbestraft gelten und einen Eintrag in der Personenakte bekommen. Die Jagd auf Kinderschänder muss genauso konsequent betrieben werden wie jede andere Straftatverfolgung. Es muss eine Null-Toleranz-Regelung erlassen werden, um die kranken Täter abzuschrecken und zur Besinnung zu bringen.

Bundesweit ist die gesamtdeutsche Kriminalitätsstatistik mit 5,3 Mio. Straftaten in 2019 zwar rückläufig, aber bei Kindesmissbrauch verzeichnen wir einen Anstieg um 11 Prozent. Von Leuten, denen jeder Respekt vor der Gesundheit und der Unversehrtheit von Kindern verlorengegangen ist, und deren perverse Triebe und Fantasien medikamentös oder psychologisch behandelt werden müssten. Zwar wissen viele der Täter, dass zum Beispiel Kindesentziehung mit bis zu 5 Jahren Gefängnis geahndet werden kann, aber sie fühlen sich in der Anonymität des Darknets sicher. Noch. Die amerikanische Aufklärungsorganisation gegen Pädophile NCMEC „National Center for Missing and Exploited Children“ ermittelt Tag und Nacht und durchforstet das Internet weltweit und kann jederzeit auf neue Täter oder Gruppierungen treffen. Diese nichtpolitische Organisation arbeitet wiederum mit amerikanischen Internetanbietern und Serviceprovidern wie Facebook, Microsoft, Yahoo oder Google zusammen, die ihre Datenbestände und die über ihre Dienste verbreiteten Daten mittels modernster Filtertechnologien permanent nach Missbrauchsabbildungen scannen. Dann reagiert die Organisation und wendet sich an die Profiler und Kriminalämter. NRW-Justizminister Peter Biesenbach von der CDU will in seinem Resort die Zügel deutlich anziehen, und dem Schutz unserer Kleinsten vor dem Zugriff durch kranke und perverse Tätergruppe allerhöchste Priorität geben. Das wäre längst an der Zeit gewesen, denken mittlerweile Millionen deutscher Bürger.

2 Kommentare auch kommentieren

  1. B. Hoegger sagt:

    Wie furchtbar ist das denn, dass jemand unsere eigenen Kinder missbrauchen könnte. Obwohl wir in der Nähe sind und nichts bemerken. Solche perversen Gestalten mit Bewährungs- und Geldstrafen davonkommen zu lassen, ist ein weiteres Verbrechen an den Opfern. Wir brauchen dringend Justiz-Reformen.

  2. Drömer, Joachim sagt:

    Früher hätte man diese Typen kastriert oder lebenslang eingesperrt.

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