Dunkel wird’s, wenn uns Putin den Gashahn zudreht

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Ja, jetzt geht die Angst um, dass Putin uns den Gashahn zudreht und wir nicht genug Energie bekommen, um zu heizen oder auch für die Stromerzeugung beispielsweise. Das kann dann richtig teuer und problematisch werden, wenn die Menschen den Gaspreis nicht mehr zahlen können, weil die Verknappung zu viel höheren Kosten führt. Die Folge sind schlechter geheizte Wohnungen, Behörden, Schulen oder öffentliche Einrichtungen. Jetzt dämmert auch dem letzten stets voreilig handelndem Politiker, dass man Putin unterschätzt und ihm aus der Hand gefressen hat, anstatt für Alternativen zu sorgen.

Die Gasspeicher werden leerer, Alternativ-Energie ist zu wenig vorhanden und die Atomkraft wurde aus dem Alltag so gut wie verbannt. Selbst bei der Windenergie gibt es Zank und Streit, so dass uns nun der A… auf Grundeis geht. Wirtschaftsminister Habeck hat einen 3-Stufen-Plan ausgerufen, der die Dringlichkeit bei der Gasversorgung regeln soll. So weit ist es gekommen, dass unser Land Energie rationieren muss, ähnlich wie beim Rohöl-Boykott in den 1970er Jahren, als die Scheichs den Ölhahn zugedreht haben. Viele erinnern sich noch an die autofreien Sonntage damals. Die erste Stufe des Gasnotfall-Plans ist laut Habeck in Kraft getreten, bedeutet, man muss die Gasreserven bewusst einteilen. Dabei wäre es so einfach, lediglich die Gaslieferungen aus Russland mit dem geforderten Rubel zu bezahlen, womit Putin seine eigene Währung stützen will. Russland ist von den internationalen Finanzsystemen so gut wie abgeschlossen, daher muss der Präsident auf diesem Weg für Liquidität sorgen. Verstehen kann man es, zumal Millionen Russen einen harten und steinernen Weg vor sich haben. Natürlich darf man Putins Aktionen nicht gutheißen, aber wie will man für Deeskalation sorgen, wenn man nicht in kleinen Schritten aufeinander zugeht?

Wofür brauchen wir Erdgas?

Deutschland kann es sich nicht leisten, dass die Erdgas-Versorgung verknappt wird. Unser ganzes Land mit seinen vielen öffentlichen Einrichtungen ist gefährdet, denn besonders Krankenhäuser, Altenheime, Dialyse-Zentren oder auch die Notaufnahmen müssten ihre Kapazitäten deutlich herunterfahren, und bereits im Jahr 2019 hat das Bundeskatastrophenamt gewarnt, dass eine Kürzung der Energieversorgung größte Probleme mit sich bringen würde. Doch wie wurde darauf von der Regierung Merkel reagiert? Gar nicht, oder unzureichend. Das politische Erbe wird mehr und mehr zum Stolperstein für Deutschland und seine wirtschaftlich-soziale Entwicklung. Wie kann es sein, das Angela Merkel sich immer wieder gegen den Rat von (echten) Experten durchgesetzt hat und den Pipelinebau von Nordstream 2 vorangetrieben hat, um so Putin in die Karten zu spielen? Wir brauchen das Gas dringend, weil es zu einem wichtigen und flexiblen Baustein der dekarbonisierten Energiewelt – zum Heizen, für die Stromerzeugung, als Kraftstoff, für die Industrie und das Gewerbe geworden ist. Weniger CO2, mehr Erneuerbare und hohe Effizienz, weil durch Power-to-Gas keine Kilowattstunde Strom mehr verloren geht. Die sogenannte kritische Infrastruktur wird bei einem Gas-Stopp echte Probleme kriegen. Dazu zählen auch die Chemieindustrie und das Bäckerei-Handwerk. Dort ist der Energieverbrauch enorm hoch. Noch gibt es die Möglichkeit, die Gaslieferungen in Euro zu bezahlen, weil dann über die Gazprom-Bank die Devisen in Rubel umgewandelt werden. Aber ehrlich, wo sollen die ganzen Eskalationen noch hinführen, wenn nicht zu einem totalen Krieg, wie wir ihn sicher nicht wollen. Doch kann man überhaupt noch Frieden schaffen ohne Waffen? Mittlerweile ist es nur noch eine Frage der Mittel, welche Auswirkungen ein globaler Krieg haben wird. Kommen Atomwaffen ins Spiel, ist Europas Schicksal besiegelt.

Wie dringend brauchen wir Putins Gas?

Im Moment haben wir in Deutschland noch ausreichend Reserven, außerdem gibt es auch mit Norwegen noch Lieferanten von Erdgas. Anders als beim Strom gibt es im Gasmarkt keinen Herkunftsnachweis. Es besteht ein europaweites Verbundsystem. Das hier verbrauchte Gas stammt bis zu 40 Prozent aus Russland, aber auch aus Norwegen, den Niederlanden und in kleineren Mengen auch aus Deutschland. Berlin hat wenig Einfluss auf die Zusammensetzung des Gas-Mixes. Die Experten der Netzgesellschaft NBB gehen davon aus, dass das Netz auch dann funktioniert, wenn weniger Gas im Netz ist und anders als heute vor allem vom Westen her eingespeist wird. Doch wenn die 40 Prozent russisches Gas ganz wegfallen, haben wir das oben angesprochene Problem. Denn die Großkunden beim Verbrauch kommen aus der Industrie bei uns, nur 40% des Rohstoffes wird von Haushalten verbraucht. Wahrscheinlich würde die Industrie zuerst den Verbrauch reduzieren müssen. Die Folgen, nicht absehbar. Es gilt schneller denn je, mit Putin einen Konsens zu finden!

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