Erst wurden E-Roller gefeiert, jetzt verteufelt!

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Aus einem Hype ist mit der Zeit eine Belästigung geworden, aus einer umweltschonenden Idee ein Verkehr-Risiko. E-Roller, die kleinen wendigen Flitzer, werden mehr und mehr zur Belastung statt zur Verkehrs-Entlastung. Sie werden kreuz und quer überall abgestellt oder hingeschmissen, so verschandeln sie die Grünanlagen, Parks und Einkaufsstraßen. Und haben die Verkehrs-Experten auf den Plan gerufen, die bereits vom E-Roller-Risiko sprechen, weil die elektrischen Gefährte zu Stolperfallen und Verkehrsrisiken geworden sind.

Das „E“ beim E-Roller sollte eigentlich ein Synonym für Umweltfreundlichkeit und Energiewende werden, dabei steht das „E“ nun nur noch für „Extrem gefährlich“, denn die Unfallzahlen steigen rasant. Alleine in Berlin sind etwa 23.000 der elektrisch betriebenen Roller von 6 verschiedenen Anbietern im Einsatz, welche zu Hunderten die Fußwege blockieren, nicht zuletzt, weil viele Nutzer unerlaubt dort langbrausen und weil sie achtlos auf Bürgersteigen nach Benutzung abgestellt werden. Dass man über sie hinwegsteigen muss oder sie andere Menschen vielerorts behindern, stört die Fahrer:innen nicht. Sie haben keinerlei Verantwortung für die stadtbekannten Cruiser zu übernehmen, können sie ein benutztes Gefährt tatsächlich irgendwo abstellen, wenn ihre Fahrt beendet ist. Da ist es den meisten auch völlig egal, dass sie den Roller in Wald oder Wiese hinknallen, manchmal aus Spaß über Brückengeländer in Seen oder Flüsse werfen oder Hauseingänge unpassierbar machen. Am Schlimmsten sind die Unfallzahlen, die sich deutlich steigern und Jahr für Jahr zulegen. Waren es kurz nach der Einführung im Jahr 2020 noch 325 Crashs mit 235 Verletzten, so stieg die Zahl in 2021 auf 775, wobei dabei über 570 Personen verletzt wurden. Deutschlandweit gab es über 2.000 Verletzte und 5 Tote nach Unfällen. Die Hauptstadt ist somit Spitzenreiter in dieser Statistik und Stimmen mehren sich, dass man fehlerhaftes oder verkehrswidriges Führen der Flitzer mit deutlichen Strafen sanktionieren sollte. Zwar haben alle Fahrzeuge hinten ein Nummernschild, mit dem man beispielsweise private Nutzer identifizieren kann, aber bei den öffentlichen Anbietern wird es schwieriger, wenn man den/die Fahrzeugnutzer:in nicht direkt angehalten hat. Man will gegebenenfalls die E-Scooter-Anbieter in Regress nehmen bei Verstößen der Fahrer:innen. Erste Politiker empfehlen, dass Polizei und Ordnungsamt dabei an einem Strick ziehen sollen, um die Bestrafung durchzusetzen. So ist es unter anderem ein riesiger Aufwand für Stadt- oder Bezirksbeschäftigte, die abgestellten Fahrzeuge von Geh- und Radwegen zu entfernen. Das will man nun den Verleihern in Rechnung stellen.

Allein In Berlin werden pro Jahr etwa 200 Roller aus Grünanlagen, aus Parks oder aus Wäldern entfernt, weil man sie dort vorgefunden hat. Die Nutzer interessiert es nicht, dass andere die Arbeit haben, sie beenden die Mietdauer per Kreditkarte und „entsorgen“ ihr Gefährt wo es ihnen passt.

Was außerdem verboten ist, die Nutzung eines Rollers von zwei Personen, wird in den Städten zu einer weiteren Plage und Gefahr. Dort sieht man an jeder Ecke zwei Nutzer auf einem Gerät, was die Verkehrslage nicht einfacher macht, weil von diesen Scootern eine besondere Gefährdung ausgeht. Für Autofahrer und Fußgänger. Dabei ist die Rechtslage klar definiert, dennoch fehlt es an Ordnungskräften, um der Situation Herr zu werden. Auch Kinder unter 14 Jahren sieht man vermehrt auf den E-Rollern, was später auch die Haftung bei möglichen Unfällen erschweren dürfte. Lediglich die Haftpflichtversicherung der Eltern würde für einen Schaden aufkommen – wenn denn eine Versicherung besteht. Auch Trunkenheit am Steuer ist bei E-Scooter-Nutzern ein andauerndes Problem, so dass für viele die „revolutionäre Neuerung“ mit schadstoffarmen Antrieb mittlerweile zu einem dauerhaften Problem geworden ist.

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