Rezeptfreie Medikamente sind oft wirkungslos

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Apotheker/innen sind in erster Linie Kaufleute, die daran interessiert sind, ihre Produkte zu verkaufen. Vor allem solche, die der Kunde frei verkäuflich in der Apotheke erwerben kann und wofür er kein ärztliches Rezept braucht. Damit wird in Deutschlands Apotheken eine Menge Geld verdient, denn viele Kunden gehen lieber zuerst in die Apotheke, um sich dort ein Präparat zu kaufen, bevor sie extra zum Arzt gehen, damit dieser ihnen eines verschreibt. Doch bei unzähligen Produkttests namhafter Tester wie Stiftung Warentest wird immer wieder festgestellt, dass gerade die Medikamente am wenigsten Wirkung haben, die die meisten Patienten kennen, und deren Namen immer wieder durch die Werbung geistern. Dazu zählen beispielsweise „Wick Medinait“, „Aspirin Complex“ oder „Thomapyrin“. Allein 500 von 2.000 getesteten Mitteln sind im Wirkungstest durchgefallen, da kann man sich vorstellen, dass von etwa 100.000 zugelassenen Medikamenten – die Hälfte sind nicht verschreibungspflichtig – noch viele andere zwar teuer aber sonst eher wirkungslos sind. Der typische Placebo-Effekt: Große Pille, kleine Wirkung.

Seit es Online-Apotheken gibt, wird bestellt, was das Zeug hält. Von Potenzpillen über Schnupfenmitteln bis hin zu Schlaftabletten und Beruhigungstees. Doch aufgepasst: Viele der angepriesenen Präparate sind in ihrer Wirkung eher harmlos bzw. nutzlos. Diese Erfahrung machen immer mehr Teststudien, die unter klinischer Betreuung durchgeführt werden. Mit Unterstützung großer Werbekampagnen werden Produkte beworben, deren Kauf und Einnahme keinen Sinn macht. Die Wirkstoffe und deren heilende Wirkung können nicht nachgewiesen werden. Ein teurer Spaß, den man sich gleich schenken sollte. Selbst teuerste Krebsmittel sind oft nicht das Geld wert, welches man dafür ausgibt. Wenn man sieht, dass die Deutschen fast 5 Milliarden Euro im Jahr in der Apotheke für rezeptfreie oder frei verkäufliche Medikamente ausgeben, dann kann man sich denken, was die Apotheker/innen daran verdienen. Leider, ohne eine Gewähr für die gute Wirkung zu übernehmen. Die Menschen haben sich die Neigung angeeignet, zu schnell und unkontrolliert zu Medikamenten zu greifen, und das nutzt die Pharmaindustrie gnadenlos aus. Dabei kann oft mit den sogenannten „Hausmitteln“ ein besserer Behandlungserfolg erzielt werden. Wie zum Beispiel mit Salbei-Tee, der viel besser gegen Halsschmerzen hilft als Lutschbonbons aus der Apotheke, welche Antibiotika wie Tyrothricin enthalten. Antibiotika helfen aber gar nicht gegen Viren, sodass dieses Produkt unsinnig ist. Auch verschiedene Schmerzsalben, die meistens sehr teuer sind, helfen nur zum kleinen Teil, so dass 8 von 10 Präparaten nicht zu empfehlen sind.

Viele Kunden vergessen, dass der sorglose Umgang mit Arzneimitteln gesundheitsschädlich sein kann. Gerade weil die Produkte rezeptfrei erhältlich sind, glauben viele Menschen, dass deren Einnahme unbedenklich ist. Diese Annahme ist dann falsch, wenn man zu viel von einem Medikament wie einem Schmerzmittel nimmt (Ibuprofen z.B.), weil es bei langer Einnahme zu Magenblutungen und -entzündungen führen kann. Kopfschmerzen, die zu 90% mit Schmerzmitteln behandelt werden, könnten z.B. durch die Zufuhr von Trinkwasser ersetzt werden, weil Kopfschmerzen oft entstehen, weil die entsprechende Person zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen hat. Ein weiteres Risiko besteht, wenn ein rezeptfreies Medikament ganz oder teilweise die Wirkung eines anderen Arzneimittels aufhebt, welches der Arzt verschrieben hat. Das kann hier und dort passieren, steht aber deutlich auf dem Beipackzettel. Diesen sollte man immer gut studieren, egal, was man einnimmt. Pfefferminzöl auf die Schläfen oder den Nacken auftragen kann beispielsweise Spannungskopfschmerz beseitigen. Da braucht man keine Tablette einzunehmen.

Viele Medikamente kann man tatsächlich durch natürliche (pflanzliche) Wirkstoffe ersetzen, oft helfen auch Tees oder die bekannten Hausmittel, die man selbst herstellen kann. Auch über die Wirkung von Arzneimitteln kann man sich selbst informieren, indem man im Internet recherchiert  und sich klinische Studien zur Wirkung anschaut. Alles besser, als eben mal schnell in die Apotheke zu laufen und ein teures oder wirkungsarmes Produkt zu kaufen – weil es bequem ist und Zeit spart.

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