Was ist los mit der Luca-App?

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Diese einst hoch gehandelte Corona-App zur Nachverfolgung von Kontakten von Personen, die in Restaurants, Geschäften oder Bars unterwegs waren, scheint gescheitert zu sein. Ein teures Missverständnis, welches von den Gesundheitsämtern der Länder finanziert wurde und Millionen gekostet und den Erfindern Millionen gebracht hat. Grund für das AUS der App sind Datenschutz-Lücken, die sich nicht ohne Weiteres schließen lassen.

Mittlerweile gibt es eine kostenlose Corona-Warnapp, die dasselbe kann wie die Luca-App und von den Gesundheitsämtern genutzt wird, um Personen über Corona-Infizierungen zu unterrichten. Nur wenige der Kreis-Gesundheitsämter nutzten die App mit dem Namen „Luca“ und wichen immer öfter auf andere Kontaktmöglichkeiten aus. Am Anfang der Pandemie in aller Munde, ermöglichte die Luca-App verschlüsselte Kontaktdatenübermittlung für Gastgeber:innen und ihre Gäste, sowie eine verantwortungsvolle Nachverfolgung der Kontakte. Doch von Datenmissbrauch ist mittlerweile die Rede, da Behörden damit den Bewegungsradius bestimmter (gesuchter) Personen unberechtigter Weise nachvollziehen konnten. Mit der allgemeinen Abschwächung der Corona-Wirkung und der geringeren Ansteckungsgefahr fällt sowieso ab Montag 17.1.2022 die Maskenpflicht in Läden weg – außer im öffentlichen Personennahverkehr und in Kitas, wo Schnelltests die Ansteckungsgefahr eingrenzen sollen.

Seit ihrer Einführung hatten Datenschützer die Nachverfolgung von Kontakten mittels der Luca-App kritisiert, nun scheint es, dass sie damit recht haben und dieses Problem auch von den Behörden und Gesundheitsämtern erkannt wird. Zusätzlich wurden von vielen Kritikern der App bemängelt, dass man lediglich die Erfinder reich machen würde, die an den Millionen-Verträgen mit den einzelnen Bundesländern gigantisch verdient haben. „Die Luca-App war eine Verschwendung von rund 20 Millionen Euro Steuergeldern, die auf keinen Fall wiederholt werden sollte“, sind sich alle einig. Dabei begann der einstige Siegeszug der App, nachdem sie ein bekannter deutscher Rapper noch promotet und empfohlen hatte und als in Berlin der regierende Bürgermeister Müller diese App unter allen Umständen einführen wollte, ohne die Risiken und den Nutzen gegeneinander vernünftig abzuwiegen. Die von Smudo, dem Bandmitglied der „Fantastischen Vier“ in etlichen Talk-Shows als Heilsbringer angepriesene Luca-App, stellte sich als Fehlgriff heraus. Schnell entdeckten Sicherheitsforscher, dass sich mit einem Foto eines beliebigen Luca-Schlüsselanhängers, der parallel zur App verwendet werden kann, ein Bewegungsprofil der betroffenen Person auslesen ließ. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits mehr als 100.000 solcher Schlüsselanhänger im Umlauf. Wer Zugriff auf die App-Verwaltung hat, kann und konnte die Daten auslesen und wusste genau, wo sich die Personen aufgehalten haben, ohne dass es dafür eine rechtliche Grundlage gibt bzw. gab. Zwar wurden die offenbar gravierenden Sicherheitslücken immer von den Machern der App geleugnet, aber mit der Reaktion vieler Bundesländer, die App nicht mehr zu nutzen, ist klar geworden, dass ein sorgloser Umgang und eine problemlose Nutzung nicht möglich sind.

Erstaunlich ist, dass die Bundesregierung solch eine App nicht im Voraus gründlich geprüft hat, und damit rechtzeitig die Risiken erkannt hatte. Stattdessen wurde die COVID-19-App zur Datenbereitstellung für eine Kontaktpersonennachverfolgung eilig teuer eingekauft und in den öffentlichen Einrichtungen verpflichtend installiert. Ein Versagen von Berlins ehemaligem Stadtoberhaupt Müller, der auch durch andere fragwürdige Dekrete und Gesetzgebungen unangenehm aufgefallen ist. Seine Posten ist er längst los, dafür hat er jetzt seinen sicheren Unterschlupf im Bundestag gefunden. Von Wiedergutmachung, von Konsequenzen, keine Spur. Nach dessen Vorstoß zur Nutzung der App hatten sich neben Berlin noch 11 weitere Bundesländer angeschlossen. Sie alle denken darüber nach, den Vertrag mit dem Anbieter zu beenden bzw. nicht zu verlängern.

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