Je früher, desto besser: Wie wär’s mit einem Fonds-Sparplan für unsere Kinder?

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Die alte Weisheit: „Je früher, desto besser“ lässt sich wohl am besten anwenden, wenn es um die finanzielle Vorsorge für unsere Kleinsten geht, die sicherlich in einigen Jahrzehnten nicht mehr in den Genuss einer Rente kommen, wie wir sie heute noch kennen. Denn die Rentenkassen leeren sich mehr und mehr, der demografische Wandel lässt die Leute älter werden und immer weniger Menschen zahlen für immer mehr Rentner/innen in die Kassen ein. Das ist ein finanzieller Teufelskreis, den man nur durchbrechen kann, wenn man aktiv gegensteuert – zum Beispiel, indem man frühzeitig für den eigenen Nachwuchs Geld langfristig anlegt.

Glücklicherweise hat sich die Gesetzeslage etwas geändert, denn minderjährige Jungen und Mädchen konnten damals gar nicht so einfach Geld anlegen oder anlegen lassen, weil sie wie es heißt noch gar nicht geschäftstüchtig unter 18 Jahren waren. Das hat sich mittlerweile etwas geändert, so dass Banken und Sparkassen nun spezielle Sparpläne anbieten, mit denen Eltern für deren Kinder Geld anlegen können, um langfristig Rücklagen zu schaffen und eine Wertsteigerung zu erzielen. Entsprechend sind die Höhen der Mindesteinlagen abgestuft bis auf monatlich 10 Euro, wobei auf ein Depot oder in einen Sparplan kontinuierlich eingezahlt wird. Es gibt empfehlenswerte „Junior-Depots“ bei verschiedenen Direktbanken, wo auch die Gebührenstruktur ganz niedrig angesetzt ist. Um so einen Sparplan oder Depot zu eröffnen, bedarf es des Ausweises der Eltern, die Geburtsurkunde des Kindes und dessen Steueridentifikationsnummer.

Was früher nicht bedacht wurde, oder schlichtweg nicht nötig war, gehört heutzutage eigentlich zur Aufgabe der Eltern, die mit ihrer Sorgfaltspflicht einen Blick auf die Finanzen des Nachwuchses legen und frühzeitig Geld anlegen sollten. Am besten mit langfristiger Perspektive, denn das Geld wird erst später benötigt und der Zeitfaktor sorgt für einen exzellenten Multiplikator oder auch Zinseszins-Effekt. Wer sich beispielsweise auf Aktieninvestments konzentriert, kann bei einer durchschnittlichen Jahresperformance/Rendite von etwa 9 Prozent einen erheblichen Zugewinn realisieren, selbst wenn monatlich z.B. nur 25 Euro eingezahlt werden. Wenn man eine Laufzeit von 13 Jahren (Grundschule bis Abitur) zugrunde legt, erzielt man so ca. 7.400 Euro, während die Einlage auf dem Sparbuch im gleichen Zeitraum nur 3.900 Euro bringen würde.

Bei der Frage, was man am besten für sein Kind kauft, um langfristig gute Renditen zu erzielen, eignen sich wie sich herausgestellt hat am besten Indexfonds, sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds), die das vorhandene Kapital breit streuen und in weltweite Unternehmen unterschiedlicher Branchen investieren. Auch einzelne Aktientitel, die in einem Depot zusammengefasst werden, sind ratsam, wenn die dahinterstehenden Unternehmen z.B. über Jahre gute Dividenden (Gewinnbeteiligungen) ausschütten und dazu gute Kursverläufe haben. Da die Gebühren sehr günstig sind, empfiehlt es sich, Verträge bei Online-Brokern oder Banken abzuschließen. Auch für den Fall, dass das Geld mal knapp wird, um die monatlichen Sparraten zu zahlen, kann man diese aussetzen oder nach unten korrigieren. Wenn es um den Steuervorteil von Kindern geht, sollte man darauf achten, dass eine Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt vorliegt, außerdem hat jedes Kind wie die Eltern einen Freibetrag von 801 Euro pro Jahr auf die Kapitalerträge, die mit der Geldanlage erzielt werden. Wer seinem Kind frühzeitig erklärt, warum Sparen und Geldanlage wichtig für das ganze Leben sind, stößt oft auf Verständnis und manchmal sogar auf Begeisterung für das Geldgeschäft.

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