Kredit- und Finanzmanagementplattform „Meine Finanzen im Griff“: Mehr als nur ein digitales Haushaltsbuch

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Die deutsche Wirtschaft hat das letzte Jahr mit einem negativen Wirtschaftswachstum abgeschlossen. Hohe Preise und steigende Zinsen wirkten sich dämpfend auf die Konjunktur aus. Auch für dieses Jahr sind die Aussichten eher verhalten. Führende Wirtschaftsinstitute gehen in ihrer Konjunkturprognose von einer Rezession aus. Die Verbraucherstimmung ist insgesamt schlecht: Die Konjunktur- und Einkommenserwartung sinkt und wirkt sich auch auf die Anschaffungsneigung der Konsumenten aus. Zu diesem Ergebnis kam die GfK und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen. Krisen und Kriege sowie die hohe Inflation verunsichern nach wie vor die Verbraucher und verhindern damit eine Verbesserung der Konsumstimmung. Die Sparneigung ist zu Jahresbeginn wieder spürbar angestiegen. Viele Verbraucher haben den Vorsatz, im neuen Jahr besser mit ihrem Geld umzugehen.

Ein Haushaltsbuch kann helfen Kosten zu senken ohne dabei die finanzielle Freiheit allzu sehr einschränken zu müssen. Mit der Kredit- und Finanzmanagementplattform „Meine Finanzen im Griff“ hat das Nürnberger Unternehmen Finanzen im Griff ein digitales Haushaltsbuch mit zahlreichen nützlichen Finanztools entwickelt. Ein zeitgemäßes Design und eine Fülle praktischer Funktionen machen es einfach, das Serviceportal intuitiv, ohne spezielle Kenntnisse zu nutzen.

Alle Einnahmen und Ausgaben werden in den Haushaltsrechner der Plattform eingetragen. Je nach individuellem Bedarf kann man unterschiedliche Kategorien anlegen. Bei den Einnahmen ist das der Gehaltseingang, Kindergeld oder sonstige Zuschüsse, etc. Die Ausgaben kann man in Rubriken wie fixe und variable Kosten unterteilen. Zu den Fixkosten gehören Miete, Strom, Telefon, Mitgliedsbeiträge und so weiter. Ausgaben für Versicherungen wie Kfz und Hausrat sollten auf den Monat heruntergebrochen und dazugeschrieben werden. In die Rubrik variable Kosten trägt man alles ein, was man tagtäglich ausgibt. Der digitale Budgetplaner wertet die Daten grafisch aus und erstellt auf Knopfdruck anschauliche Tabellen und Diagramme über die jeweiligen Geldflüsse. So behält man seine Ausgaben immer im Blick und kann leicht unnötigen Geldausgaben auf die Spur kommen. Das Serviceportal „Meine Finanzen im Griff“ bietet noch viele weitere Funktionen, die über ein bloßes Haushaltsbuch hinausgehen. So lassen sich mit dem vorhandenen Tarifrechner Versicherungs-, Strom- und Gasverträge, aber auch Mobilfunk-, Festnetz- und Internetverträge prüfen. Mit einem eventuellen Wechsel zu einem günstigeren Anbieter lässt sich viel Geld einsparen. Unter dem Menüpunkt Kredite können alle Verbindlichkeiten eingetragen werden. Die Software erstellt einen Tilgungsplan samt grafischer Darstellung. Mit einem Finanzierungsrechner ist es möglich die Gesamtkosten bei einem Ratenkauf einfach zu berechnen. Über die Plattform lässt sich auch ein Bonitätscheck durchführen und Darlehnsanfragen stellen. Zusätzlich gibt es unter dem Menüpunkt Inventarübersicht die Möglichkeit für Ordnung bei wichtigen Finanzdokumenten und für Neuanschaffungen zu sorgen.  Kaufdaten, Kundennummern, Garantieansprüche etc. werden elektronisch hinterlegt und können so nicht mehr verloren gehen. Abgerundet wird das Angebot von „Meine Finanzen im Griff“ durch interessante Finanznews.

Das Serviceportal unterstützt Sie dabei, ohne großen Aufwand eine exakte finanzielle Rückschau und Budgetplanung zu erstellen. So lassen sich die eigenen Finanzen gut managen und auch zukünftig im Griff behalten. Auch wenn das Einkommen durch die Organisation der Finanzen auf dem Computer nicht vergrößert werden kann, hilft „Meine Finanzen im Griff“ an den richtigen Stellen, die nicht wehtun, zu sparen.

Eine gute Finanzsanierung geht über eine bloße Schuldnerberatung deutlich hinaus

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Wir sprechen mit Christof Michael, Vorsitzender des Verwaltungsrats der SUD Service & Dienstleistungs AG, über die Vermittlung von Finanzsanierern.

Herr Michael, was für eine Art Dienstleistung bietet Ihr Unternehmen an?

Christof Michael: Wir vermitteln Menschen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, einen für sie individuell ausgewählten Finanzsanierer. Dieser Experte hilft ihnen, sich aus ihrer monetären Schieflage zu befreien, ohne ihre finanzielle Selbstbestimmung zu verlieren.

Welche Vorteile bringt die Vermittlung? Warum suchen sich die Betroffenen nicht selbst einen Finanzsanierer?

Christof Michael: Viele Schuldner scheuen den Gang zu einem Finanzsanierer, oder wissen überhaupt nicht, nach welchen Kriterien sie diesen auswählen sollen. Wir kennen uns in der Branche aus und wissen, was einen guten Finanzsanierer ausmacht. Durch unsere Erfahrung und unsere guten Beziehungen in diesem Bereich können wir selbst bei schwierigsten Fällen, die von anderen Banken und Vermittlern abgelehnt wurden, oft eine erfolgreiche Vermittlung erreichen – und zwar schnell und diskret.

Wie läuft denn eine Vermittlung konkret ab?

Christof Michael: Über ein Anfrageformular auf unserer Internetseite (https://finanzsanierung24.ch/) können sich Personen mit Zahlungsschwierigkeiten an uns wenden. Neben Namen und Kontaktdaten werden auch Angaben zum Nettoeinkommen, Anzahl der unterhaltspflichtigen Personen, Anzahl der Gläubiger, die Schuldsumme und die gewünschte neue Rate abgefragt. Eine solche Anfrage ist grundsätzlich kostenlos und unverbindlich.  Unser Unternehmen prüft die Anfrage und sucht auf Grundlage der gemachten Angaben einen passenden Finanzdienstleister. Die Daten werden dann in anonymisierter Form an ihn weitergeleitet. Hält er eine Sanierung für machbar, erstellt er auf Basis der genannten Angaben ein maßgeschneidertes Angebot und gibt eine verbindliche Zusage den Fall zu übernehmen. Wenn der Antragssteller diesen bereits genehmigten persönlichen Finanzsanierungsplan akzeptiert, erhält unser Unternehmen vom Antragssteller für die Vermittlung des Finanzsanierungsvertrages eine Gebühr. Der Finanzsanierer wird für seine Arbeit vom Kunden separat bezahlt.

Wie hoch sind die Kosten?

Christof Michael: Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Unsere Vermittlungsprovision ist moderat und die von uns vermittelten Finanzsanierer erheben eine deutlich geringere Gebühr als vergleichbare Marktteilnehmer. Unsere Vermittlungsprovision und die Gebühr des Finanzsanierers zusammen, liegen deutlich unter den marktüblichen Konditionen.

Wie geht es nach der erfolgreichen Vermittlung für Ihren Mandanten weiter?

Christof Michael: Der Finanzsanierer beginnt sofort nach Vertragsabschluss mit seiner Arbeit. Er setzt sich mit dem Schuldner in Verbindung und holt von ihm alle relevanten Unterlagen ein. Nach deren Prüfung und in Abstimmung mit dem Schuldner tritt er mit den Gläubigern in Verhandlung. Eine Finanzsanierung ist an das Standardverfahren zur Verbraucherinsolvenz nach §305 Inso angelehnt, ohne die hohen Kosten zu produzieren. In dem außergerichtlichen Einigungsversuch geht es darum, die Schuldenhöhe und die monatliche Tilgung neu zu verhandeln. Fast immer gelingt der Vergleich mit den Gläubigern, so dass es nicht zu Pfändungen oder einer Verbraucherinsolvenz kommt. Dadurch, dass die Verhandlungen von einem Profi geführt werden, lassen sich meistens auch bessere Konditionen vereinbaren.

Inwiefern?

Christof Michael: Der Finanzsanierer wird in der Regel bei allen Gläubigern die aktuelle Forderungsaufstellung einholen. Dabei zeigt sich oft schon, dass viele Forderungen unberechtigt oder verjährt sind. Häufig können auch überflüssige Verträge gekündigt werden. Für eine erfolgreiche Schuldenregulierung braucht man Erfahrung, Kompetenz und Verhandlungsgeschick. Ein neuer Tilgungs,- und Rückführungsplan orientiert sich daran, was für den Schuldner leistbar und für den Gläubiger akzeptabel ist.

Gelegentlich hört man auch den Vorwurf: „Die Vermittlung eines Finanzsanierers ist überflüssig“ – oder auch: „Dienstleister, die diese Vermittlung anbieten, suggerieren Kredite zu vergeben“. Was sagen Sie dazu?

Christof Michael: Auf uns trifft das definitiv nicht zu. Wir vergeben keine Kredite und sagen klipp und klar was wir machen. Dabei versuchen wir immer ein optimales und speziell auf die persönlichen Bedürfnisse unserer Mandanten abgestimmtes Angebot zu  -welches auch völlig kostenlos und unverbindlich ist. Wenn der Antragsteller unser Angebot prüft und sich dafür entscheidet, profitiert er von unserer langjährigen Erfahrung und Kompetenz. Unsere Arbeitsweise ist seriös und transparent. Wir helfen schnell und unbürokratisch. Die Mandanten müssen keine persönlichen Termine wahrnehmen oder Hausbesuche erwarten, alles läuft diskret über den Postweg. Nicht zu vergessen: Wir vermitteln nur Experten, die ihr Metier wirklich verstehen und legen größten Wert darauf, dass sie für die Mandanten da sind. Eine gute Finanzsanierung geht ja über eine bloße Schuldnerberatung deutlich hinaus. Der Schuldner spart mit uns viel Zeit, Arbeit und Nerven. Dabei steht die Zufriedenheit unserer Kunden im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Herr Michael, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Hinhalten, Druck machen: Das miese Spiel der BHW/Postbank

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Ein kurzer Blick ins Internet genügt, um ausreichend Belege zu finden, mit welchen miesen Tricks die BHW/Postbank, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank AG, seine Kunden hinhält oder auch unter Druck setzt. So warnte zuletzt im Juni dieses Jahres „finanztest.de“ vor den Machenschaften der Postbank Tochter BHW . Auch viele Rezensionen und Posts von unzufriedenen Kunden findet man bei der weiteren Recherche zum selben Thema, scheint es also so zu sein, dass das oft schlechte Image von Banken oder Bausparkassen nicht ohne Grund so miserabel ist. Immer wieder geht es darum, dass Kunden aus gutverzinsten Verträgen herausgedrängt werden sollen, dass Auszahlungen verzögert und Absprachen im Nachhinein geändert werden.

Die Deutsche Bank AG hatte 2008 die Postbank übernommen und offensichtlich einen neuen Verhaltenskodex ins Unternehmen integriert. Dieser scheint in die Richtung zu gehen, dass man im unbarmherzigen Geldgeschäft entsprechend hart mit den Kunden umgeht und zeigt, „wer Herr im Hause ist“. Anders kann man sich nicht vorstellen, warum die Postbank/BHW nach und nach ihr Verhalten den Kunden gegenüber geändert hat, und eine härtere Gangart eingelegt hatte. (Wo das hinführen kann sieht man, wenn man sich den Abstieg der Deutschen Bank und den Ausschluss aus dem DAX – Index der 30 wichtigsten deutschen Aktien – in Erinnerung bringt. Betrug, Skandale, Kursmanipulationen, verbotene Cum-Ex-Geschäfte. Die einstige Vorzeigebank hat keine Fettnäpfchen ausgelassen, um ihr einstiges gutes Image komplett zu ramponieren). Die Kundenmeinungen der BHW-Kunden jedenfalls dokumentieren eindeutig, dass unerwünschte Anrufe und Briefe der Kundenberater immer wieder ein Thema beinhalten: Altverträge mit oft 4% Festverzinsung sollen aufgelöst oder ausgezahlt werden. Unter allen Umständen. Wie man nachlesen kann, greift die Postbank/BHW dabei auch zu unlauteren Mitteln, indem die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) als Druckmittel eingesetzt wird, um den Überredungsversuchen der Berater mehr Gewicht zu geben. Deren Tenor lautet oft, die BaFin befürchte einen Zins- und Finanzeinbruch und rate daher zur sofortigen Vertragsauflösung. Absurd und geradezu lächerlich, aber leider zur gängigen Praxis geworden. Auch kann man immer wieder nachlesen, dass Kunden sich betrogen fühlen wegen falscher Abrechnungen oder weil nach der Fälligkeit von Bausparverträgen von einer weiteren Anlage abgeraten wird.

Was ist los bei der Postbank, fragen sich mittlerweile unzählige Kunden, die enttäuscht sind von der Art und Weise, wie mit ihnen umgesprungen wird, wie Vereinbarungen nicht eingehalten oder Absprachen ins Gegenteil umgekehrt werden? Wenn’s ums Geld geht, dann fallen offensichtlich die Masken von Seriosität und Anstand bei vielen der Berater des Bauspar-Konzerns, dann nimmt man es nicht mehr so genau mit mündlichen Vereinbarungen oder klaren Absprachen. Diese Erfahrungen haben mehrere Kunden gemacht, die sich in Internet-Foren ihre Wut und den Frust von der Seele schreiben. Am schlimmsten dabei scheint zu sein, dass ein Disput oder die Klärung strittiger Umstände von der Postbank/BHW gerne auf die berühmte lange Bank geschoben wird – sicherlich auch, um den Kunden mürbe zu machen und um diesen zum Rückzug zu bewegen. Keine schöne Praxis, die garantiert nicht zur Kundezufriedenheit beiträgt.  Wer sich die aktuellen Tests der besten Bausparkassen in Deutschland beispielsweise anschaut, der wird nach der Postbank/BHW lange suchen. Wie auch soll man ein Institut im Top-5 oder Top-10 Ranking finden, wenn derartig schlechte Bewertungen ein sehr schlechtes Bild auf dieses Unternehmen werfen? Den Verantwortlichen des Bank- und Bauspardienstleisters  ist anzuraten, sich einmal dringend mit den vielen Kundenbeschwerden im Detail auseinanderzusetzen, damit man das schlechte Image und die angeknackste Reputation schnellstens wieder auf Vordermann bringen kann.

Crowdlending – noch immer keine ernsthafte Konkurrenz für Banken

Hessen

Risiko- und Gründungskapital ohne Bank, Expansion ohne Klinkenputzen: Dem Crowdfunding war eine große Zukunft vorausgesagt worden, vor allem in der Finanzierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs). Die Prognosen reichten sogar bis zur Bedrohung und des Bankwesens schlechthin. Inzwischen ist die Schwarmfinanzierung in der Ebene angekommen. Mit Achtungserfolgen und großem Potenzial, noch immer, doch im Umfang bislang erstaunlich bedeutungslos. Das ergab eine Umfrage unter Mittelständlern des Europäischen Kompetenzzentrum für Mittelstandsforschung der Uni Bamberg (EFAM) in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsberatung Deloitte.

Zwischen der ersten Umfrage 2015 und der zweiten in 2018 ist das Thema in der Bekanntheit signifikant gewachsen: Wussten 2015 nur 48 Prozent der Befragten, was sich hinter dem Begriff verbirgt, waren es 2018 schon 82 Prozent. Dennoch machte Crowdfunding weniger als 1 Prozent des 2017 in Deutschland an KMUs vergebenen Kreditvolumens aus. Eine Nachfrage bei den Vorständlern 2019 bestätigte nochmals das Ergebnis von 2018. Deutsche Unternehmen verlassen sich in der überwältigenden Mehrheit weiterhin auf die etablierten persönlichen Beziehungen zu ihren Hausbanken als dem bevorzugten Finanzierungspartner. Nur ein Zehntel der Befragten glaubt daran, dass sich dies ändern könnte. Knapp die Hälfte der Unternehmen will in Zukunft die Bindung zur Hausbank sogar stärken. Als Hauptgrund dafür wird vermutet, dass der persönliche Ansprechpartner unverändert eine herausragende Rolle spielt. Nur 5 Prozent der Teilnehmer teilten die Ansicht, dass der persönliche Ansprechpartner für sie nicht wichtig sei. Nur 5 Prozent der Befragten gaben an, ihren Kredit bevorzugt oder ausschließlich online abschließen wollen.

Der persönliche Ansprechpartner macht den Unterschied

Die Banken punkteten nicht nur bei der persönlichen Betreuung. Knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen empfinden die Kreditvergabe der Geldinstitute als transparenter, verglichen mit der Crowd. Dabei überraschte besonders das schlechte Abschneiden der Kreditbewilligungsdauer – die ureigenst dem Crowdlending zugesprochenen Domäne. Die kritisierten 76 Prozent als schlechter, die Hälfte davon sogar als sehr viel schlechter. Auch die Flexibilität der Vertragsgestaltung und die Erreichbarkeit werden von jeweils rund 60 Prozent der Befragten bei Banken als besser bzw. sehr viel besser angegeben. Und das, obwohl im Crowdlending Kreditzu- oder -absagen meist in weniger als zwei Tagen nach der vollständig digitalen Antragsstellung gegeben werden. Dabei sind der Prozess und die dafür notwendigen Unterlagen äußerst schlank, effizient und einfach gehalten. In der Regel prüft ein Algorithmus die Standarddokumente wie Kontoauszüge und Bilanzen, lehnt Kredite ab oder selektiert sie zur genaueren Prüfung. Crowdlender müssen ebenso auf die Investoren und Risiko achten und können nicht wahllos Darlehen ohne Rücksicht auf die Rückzahlung genehmigen. Das erklärt, warum Crowdlender die große Mehrheit der Kreditgesuche ablehnen müssen.

Allen Überraschungserfolgen der neuen Player zum Trotz lassen die Ergebnisse der Befragung derzeit keinen nennenswerten Bedeutungsverlust des Bankkredits erwarten. Die Wiederholung der umfassenden Studie von der Universität Bamberg und Deloitte zeigt erneut: „Crowdlending ist keine wirkliche Bedrohung für das etablierte deutsche Kreditgewerbe“, bestätigt Jano Koslowski, Director Financial Services Solutions bei Deloitte. Anders lautende Veröffentlichungen zitierten Marktentwicklungen, beispielsweise aus den Vereinigten Staaten, die nicht auf den deutschen Markt übertragbar seien. Crowdlending konnte zwar in diesem Segment an Bekanntheit und Volumen in den letzten Jahren zulegen, bleibt jedoch auf einem niedrigen Niveau und wächst nicht schnell genug, um Banken in den kommenden Jahren ernsthafte Konkurrenz zu machen, so das Fazit der Studie.

Mit statistischer Signifikanz stellte die Studie auch fest, dass vor allem Unternehmen mit einer niedrigen Eigenkapitalquote Interesse an Krediten durch die Crowd haben. In der aktuellen Niedrigzinsphase können die Befragten die Bankfinanzierungshürden noch überwinden. Steigende Zinsen könnten es für sie hingegen bei der klassischen Finanzierung eng werden lassen. Die OECD stellt in einem Bericht vom Dezember 2017 fest, dass sich viele sogenannte Zombie-Firmen nur aufgrund der Niedrigzinsen am Markt halten können. Es bleibt abzuwarten, ob in Hochzinsphasen für diese Unternehmen das Crowdlending zum Rettungsanker wird. Es liegt nahe, dass bei steigenden Zinsen auch die Crowd-Investoren höhere Zinsen verlangen werden. Damit entfiele für „Zombies“ die Alternative, da sie mit ihrer nicht ausreichenden Produktivität die höheren Zinsen nicht bewältigen können.

Technikaffiner Generationswechsel könnte die Situation verändern

Die Saat ist ausgebracht. Längerfristig gesehen könnte der Generationswechsel in den Leitungsfunktionen der Unternehmen dem Crowdlending zum Aufschwung verhelfen. Die Befragung brachte eine hohe Korrelation zwischen digitaler Technikaffinität und Bereitschaft zum Crowdlending zutage. Die Entscheidungsträger von morgen stammen aus einer technologiegewohnten Generation. Das macht ein steigendes Interesse an dieser Finanzierungsform wahrscheinlich.

Die jüngere Generation richtet den Blick auch auf die florierende Start-up-Szene in Deutschland. Da fand bereits das Equity-Crowdfunding Anklang. Auch Crowdlending hat bei diesen Unternehmen Potenzial. Banken meiden das unkalkulierbare Risiko der Kreditvergabe an Start-Ups. Die Crowd ist eher zu solchen Risiken bereit.

Auch Banken befassen sich mit Crowdlending

Die kürzliche Übernahme der Plattform Lendico durch die ING-DiBa und weitere Übernahmespekulationen zeigen, dass Crowdlending ein interessantes Konzept ist, mit dem sich auch Banken befassen. Da bleibt noch abzuwarten, ob die Integration von Plattformen in das Geschäftsmodell von Banken die Crowd-Kredite im KMU-Segment beflügelt oder ob sich die Banken im Rahmen des Open-Banking-Trends neue Vertriebswege für Konsumentenkredite sichern möchten.

„Bisher wehren sich deutsche Banken erfolgreich auch gegen diesen innovativen Angriff auf ihre Geschäftsmodelle – mit eigener Innovationskraft, hoher Kundenzufriedenheit und aufgrund ihrer guten und etablierten Kundenbeziehungen“, zieht Jano Koslowski Fazit.

Italien will mit Zweit-Währung seine Finanzmisere stoppen

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Bei Asterix und Obelix heißt es so schön: “Die spinnen die Römer!“ Aber im richtigen Leben gibt es nun Aussagen der italienischen Regierung, dass man staatliche Schuldscheine einführen will, die auch als Zahlungsmittel von den Bürgern eingesetzt werden können. Damit würde quasi eine Parallel-Währung eingeführt, die in Konkurrenz zum Euro stehen und Italien finanziell von der Europäischen Zentralbank unabhängig machen würde . Kann so etwas funktionieren oder ist die Idee völlig „gaga“?

Yanis Varoufakis hat es als Finanzminister Griechenlands versucht. Arnold Schwarzenegger hat es als Gouverneur von Kalifornien getan. Und jetzt verbreiten auch italienische Politiker wie der neue Innenminister Matteo Salvini eine Idee, die das Geld- und Währungssystem umkrempelt. Die Rede ist von der Ausgabe staatlicher Schuldscheine, mit denen die Regierung ihre Zahlungsrückstände und Ausgabenverpflichtungen begleicht. IOU („I owe you“) nannte Schwarzenegger die Schuldscheine, mit denen er im Juli 2009, als der Sonnenstaat in eine Haushaltskrise rutschte, Steuern erstattete und Rechnungen von Lieferanten beglich. Mit den Papieren schuf sich die Regierung ihr eigenes Geld, weil ihr die Gläubiger keines mehr leihen wollten. In Griechenland blieb es bei dem bloßen Plan, staatliche Schuldscheine auszugeben. Als absehbar war, dass Finanzminister Varoufakis sie als Parallelwährung plante, um Griechenland den Austritt aus der Euro-Zone zu ermöglichen, drängte Regierungschef Alexis Tsipras ihn auf Druck von Frankreich und Deutschland aus dem Amt.

Historische Vorbilder

In den vergangenen Tagen hat nun Italiens neue Regierung die Idee ventiliert, eigene Schuldscheine in kleiner Stückelung von 5 bis 500 Euro einzuführen, damit „Italien nicht mehr auf Knien um Bargeld von der Europäischen Zentralbank bitten muss“, so Claudio Borghi, der Wirtschaftssprecher der Lega. Die Pläne haben nicht nur die Finanzmärkte in Unruhe versetzt, sondern auch in Ökonomenkreisen eine alte Debatte wiederbelebt: Sind Parallelwährungen eine Lösung für Länder, die sich in einer Krise befinden? Die Vorstellung, zwei Währungen im Portemonnaie herumzutragen und bei bargeldlosen Käufen mit zwei Währungen zu kalkulieren, erscheint zunächst abstrus. Ökonomisch betrachtet ist sie es auch. Denn Geld ist ein Netzwerkgut. Je mehr Menschen es verwenden, desto nützlicher ist es. Gleichwohl hat es in der Geschichte immer wieder Parallelwährungen gegeben, etwa im antiken Griechenland, im Mittelalter und von 1650 bis 1850 in China. „Parallelwährungen entstehen vor allem, wenn das gesetzliche Geld etwa wegen einer Kreditklemme zu knapp ist — oder wenn es zu viel davon gibt und hohe Inflation entsteht“, sagt Dirk Meyer, Ökonom an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. So werden etwa der US-Dollar in Lateinamerika und der Euro in Osteuropa als Parallelwährungen verwendet.

In Westeuropa gab es in den inflationslastigen Siebzigerjahren Überlegungen von Ökonomen, eine kaufkraftgesicherte Parallelwährung in Form eines indexierten Währungskorbs einzuführen. Dem lag die Idee des Wirtschaftsnobelpreisträgers Friedrich August von Hayek (1899—1992) zugrunde, dass sich in einem freien Währungswettbewerb ohne staatlichen Annahmezwang das gute Geld gegen das schlechte durchsetze. Eine kaufkraftgesicherte Parallelwährung, so die Überlegungen, setzt die Zentralbanken unter Druck, die Kaufkraft des Geldes stabil zu halten, weil es sonst von der Parallelwährung verdrängt wird. Anders sieht es aus, wenn der Staat die Menschen zwingt, eine überbewertete Währung anzunehmen. Der Brite Thomas Gresham (1519—1579), der Gründer der Londoner Börse, beobachtete vor fast 500 Jahren, dass Käufer mit minderwertigen Goldmünzen zahlten, wenn die Regierung die Verkäufer zwang, diese Münzen zum selben Kurs anzunehmen wie hochwertige Münzen. Schlechtes Geld, so das nach Gresham benannte Gesetz, verdrängt das gute Geld aus dem Umlauf: Die guten Münzen werden gehortet. Es hängt also vom Staat ab, welches Geld sich durchsetzt.

Durch die Euro-Krise erlebt die Idee der Parallelwährung nun eine Renaissance. Doch anders als in den Siebzigerjahren geht es heute nicht darum, durch Wettbewerb den Geldwert zu stabilisieren. Vielmehr sollen Parallelwährungen den Südländern ermöglichen, innerhalb der Währungsunion abzuwerten und so ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen, die sie durch zu hohe Lohnabschlüsse verloren haben. Im Idealfall, so Ökonom Meyer, „kommen die Krisenländer wieder auf die Beine, ohne dass man den Euro abschafft oder die Euro-Zone zu einer Transferunion umbaut“. Der langjährige ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sieht hingegen in einer Parallelwährung ein politisches Kampfinstrument. Die Idee der Parallelwährung stelle „ein erhebliches Drohpotenzial bei den Verhandlungen über die vom französischen Präsidenten Macron geforderte Transferunion dar. Geld her, oder wir treten aus — das könnte die versteckte Drohung künftiger italienischer Regierungen sein.“ Die Ausgabe staatlicher Schuldscheine dürfte gleichwohl der falsche Weg sein. Denn sie sind kein Geld, sondern ein Geldsurrogat. Ihr Marktwert bestimmt sich durch die Bonität der Regierung. „Um Schuldverschreibungen abzuwerten, müsste die Regierung ihre eigene Bonität verschlechtern“, sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Darunter litten auch die Staatsanleihen, die sich im Besitz der Banken befinden. Die Geldhäuser gerieten dann in die Schieflage, es käme zum

Bank-Run, das Finanzsystem kollabierte.

Auch der Fall Kalifornien macht wenig Hoffnung, dass ein Schuldscheinsystem funktioniert. Bei den Bürgern fand das Schwarzenegger-Projekt wenig Anklang. Die Banken lehnten nach kurzer Zeit die Annahme von IOUs ab, die Bürger konnten sie daher nur gegen hohe Abschläge an Investoren verkaufen. Als sich Kongress und Gouverneur doch noch auf einen Haushalt einigten, kaufte die Regierung die IOUs zurück — gegen Dollar.

Nacht-und-Nebel-Aktion nötig

Die Krisenländer müssten daher echte Parallelwährungen in Umlauf bringen, um abzuwerten. Soll dabei ein Ansturm auf die Banken unterbleiben, wäre es notwendig, die Konten der Bürger in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf die Parallelwährung umzustellen oder Kapitalverkehrskontrollen einzuführen. Alternativ wäre es möglich, alle laufenden Zahlungen wie Löhne und Gehälter auf die neue Parallelwährung umzustellen, die Spar- und Sichteinlagen der Bürger bei den Banken jedoch weiter in Euro zu führen. Allerdings müssten die Banken dann für die Verluste entschädigt werden, die ihnen durch die Umstellung ihrer Forderungen auf die abwertende Parallelwährung entstehen.

Bleibt die Frage, ob Abwertungen ein geeignetes Rezept gegen die Probleme der Südländer sind. Die Erfahrungen Italiens in den Siebziger- und Achtzigerjahren lassen daran zweifeln. Damals verteuerten sich durch die Lira-Abwertungen die Importe. Die Gewerkschaften reagierten mit höheren Lohnforderungen, die die Unternehmen in den Preisen an ihre Kunden weitergaben. Die abwertungsbedingte Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit war wieder perdu. Abwertungen, sagt Commerzbanker Krämer, seien in erster Linie eine „polit-ökonomische Strategie, um die Anpassungskosten einer verfehlten Lohnpolitik temporär zu verschleiern“. Gut möglich, dass Parallelwährungen den Euro-Ausstieg sogar beschleunigen, statt ihn zu verhindern. So ist der Euro laut EU-Vertrag das einzige gesetzliche Zahlungsmittel in der Währungsunion. Führt ein Land eigenmächtig eine Parallelwährung ein, könnte die EZB die Banken des Landes von ihren Refinanzierungsgeschäften abklemmen. Es wäre der ultimative Rauswurf aus der Euro-Zone. Und die Parallelwährung würde dann über Nacht zur neuen Hauptwährung.