Europäische Exportwirtschaft leidet

Deutschland

Exportwirtschaft bezieht sich auf den Handel von Waren und Dienstleistungen von einem Land in ein anderes. Länder mit einer starken Exportwirtschaft können ihre Produkte und Ressourcen an andere Länder verkaufen, was zu erhöhtem Wirtschaftswachstum und Entwicklung führen kann. Die Exporte können eine breite Palette von Produkten umfassen, von Rohstoffen wie Öl und Mineralien bis hin zu Fertigwaren wie Autos und Elektronik.

Damit ein Land eine starke Exportwirtschaft hat, muss es einen Wettbewerbsvorteil bei der Produktion bestimmter Waren oder Dienstleistungen haben. Dies kann durch eine Vielzahl von Faktoren erreicht werden, wie z. B. den Zugang zu natürlichen Ressourcen, qualifizierte Arbeitskräfte und eine günstige Regierungspolitik.

Eine starke Exportwirtschaft kann jedoch auch Nachteile mit sich bringen. Wenn ein Land beispielsweise zu abhängig vom Export eines einzelnen Produkts oder einer einzelnen Ressource wird, kann dies das Land anfällig für Marktschwankungen und wirtschaftliche Abschwünge machen. Darüber hinaus kann der Export von Waren und Ressourcen zu einem Handelsdefizit führen, wenn ein Land mehr Waren importiert als exportiert, was sich negativ auf die Gesamtwirtschaft auswirken kann.

Um die Exportwirtschaft zu fördern, bieten Regierungen häufig finanzielle Anreize und Unterstützung für Unternehmen, die ihre Produkte exportieren. Dies kann die Bereitstellung von Finanzmitteln für Marketing und Messen sowie den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen umfassen. Darüber hinaus können Regierungen Handelsabkommen mit anderen Ländern aushandeln, um neue Märkte für ihre Exporte zu erschließen.

Zusammenfassend spielt die Exportwirtschaft eine bedeutende Rolle für das Wirtschaftswachstum und die Entwicklung eines Landes. Sie kann den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, Arbeitsplätze schaffen und das Einkommen steigern. Es ist jedoch wichtig, dass ein Land über ein diversifiziertes Exportportfolio verfügt und sich nicht zu stark auf ein Produkt oder eine Ressource verlässt.

Eine Grünen-Kanzlerin ohne Führungserfahrung und politische Expertise

Politik

Was wird da auf uns zukommen, wenn bei den Wahlen im September wirklich die Grünen die Kanzlerin mit Annalena Baerbock stellen und Deutschland von einer Frau geführt werden sollte, die über keinerlei politische Führung und Erfahrung in der Regierungsarbeit verfügt? Kanzlerin oder Kanzler wird man nicht, um mit der Aufgabe zu wachsen, quasi „learning by doing“, nein, da braucht es Erfahrung im Regieren und Widerstandskraft und Akzeptanz. Natürlich ist es spannend, besonders für die deutschen Wählerinnen, wenn eine junge Frau die Chance bekommt, das Land zu regieren, aber welche riesige Verantwortung würde Baerbock übernehmen, wenn sie die Entscheidungsgewalt hätte, lediglich unter der Autorität des Bundespräsidenten, eine Nation mit Problemen und wirtschaftlich-gesellschaftlichen Dissensen in ruhige Gewässer zu führen. Wir sprechen hier nicht von einem Job als Geschäftsführerin eines großen Unternehmens, wir sprechen von einer Nation mit 82 Millionen Einwohnern und einem milliardenschweren Haushalt. Das managt man nicht mal so eben, da muss man sein ganzes Leben umstellen. Und braucht fähige Köpfe, die einen unterstützen und Erfahrung haben. Ein Studium in Völkerrecht absolviert zu haben und in der Parteiarbeit engagiert zu sein dürfte nicht genügen, um ein Land zu führen. Und nur weil die anderen Parteien offene Machtkämpfe austragen und die Alternativen fehlen, heißt es plötzlich „Grün“ in aller Munde. Es ist bezeichnend, dass Baerbock für sich den Slogan ausgerufen hat: „Deutschland kann so viel mehr. Diese Dekade kann ein Jahrzehnt des mutigen Machens und des Gelingens werden.“ Es sind blumige Worte, hochtrabende Wünsche und die Kritik an dem, was bisher passiert ist. Hier ist eher der „Wunsch, der Vater der Gedanken“ als eine reale Einschätzung vom Hier und Jetzt. Sollte man nicht erst einmal einige erfolgreiche Jahre als Minister/in nachweisen können, bevor man sich solche „großen Schuhe“ anzieht?

Seit vergangener Woche steht fest, wer um das Kanzleramt kämpfen darf, und wer seine Partei vertreten soll, wenn es darum geht, die Macht im Land zu besetzen. In der Wählergunst liegen aktuell die Grünen weit vorne – mit ihrer Kandidatin Annalena Baerbock, 40 Jahre alt, sachorientiert und pragmatisch. Ihre direkten „Gegner“ sind Armin Laschet von der CDU und Olaf Scholz von der SPD, die nicht an die 28 Prozent Stimmen der Grünen heranreichen können. Die Partei ist im Höhenflug, hatte lange keine 28% in der Wählergunst und profitiert von der Schlammschlacht innerhalb der CDU/CSU und von der Unbeliebtheit eines Olaf Scholz. Die radikalen Linken, die verurteilte Zuwanderer beispielsweise nicht abschieben wollen und wahrscheinlich auch ein einheitliches 130 auf allen deutschen Autobahnen unterstützen würden, und die AFD, die nur mitschwimmt aber nichts selbst inszeniert, spielen in diesem Dreikampf keine Rolle.

Unentschlossene Wähler von den renommierten Parteien fliehen derzeit zu den Grünen, deren Vorsitzender Habeck gerne selbst Kanzlerkandidat geworden wäre, aber sich der Beliebtheit einer Annalena Baerbock geschlagen geben. Doch für einen erfolgreichen Wahlkampf müssen Partei, Programm und Kandidat zusammenpassen, heißt es unter Politikwissenschaftlern. Ob das bei den Grünen der Fall ist, wie gemunkelt wird, müssen die nächsten Monate zeigen. Baerbock als „First Lady im Staat“ hat zwar gut Umfragewerte, aber man könnte den Eindruck bekommen, sie passe eher ins Amt einer Familienministerin als an die Spitze eines Staates. Der Eindruck bleibt, dass ein Scholz, Laschet oder sogar Friedrich Merz die bessere Wahl ist. Das sind gestandene Politiker, keine Fantasten oder Träumer.

Was wissen die Menschen eigentlich über das Parteiprogramm der Grünen und somit über den Weg, den Baerbock einschlagen würde?  Klimaschutz, Wirtschaft, Soziales, Bildung, Verwaltung: Wenn es nach den Grünen geht, braucht Deutschland eine Politik, die den Herausforderungen der Wirklichkeit gewachsen ist. In seinem Programmentwurf zur Bundestagswahl „Deutschland. Alles ist drin.“ macht der grüne Bundesvorstand konkrete Vorschläge, damit ein gemeinsamer Aufbruch gelingt. Es geht um die Themen Bildung und Kultur, Arbeit und Digitalisierung, Spitzenforschung und Wissenschaft. Themen, die man schon lange kennt, an denen sich schon viele versucht haben, aber die Beweise für erfolgreiche Umsetzung schuldig geblieben sind. Angela Merkel verabschiedet sich Schritt für Schritt von der politischen Bühne und hinterlässt viele Baustellen. Ob Baerbock diese wirklich zu Ende führen kann, mag man bezweifeln. Da klingen die Parolen vom Vorsitzenden Habeck wie hochtrabende Postulate an die gegenwärtige Politik und  an die Menschen, die von Idealismus, einer Welt ohne Krieg und vom friedlichen Miteinander aller Menschen träumen: „Wir legen mit diesem Bundestagswahlprogramm eine Vitaminspritze für dieses Land vor. Wir wollen einen Aufschwung schaffen, der über das rein Ökonomische hinausgeht. Einen Aufschwung, der das ganze gesellschaftliche Leben in seiner Stärke und Vielfalt erfasst…“  Vergessen wir nicht, dass das Hoch der Grünen aus der Indifferenz der konkurrierenden Parteien entstanden ist und nicht aus der Überzeugung, dass die Grünen das Wohl der Menschen und einen neuen Aufschwung im Land herbeiführen könnten.

Scharfer Lockdown bis Neujahr

Deutschland

Der „Lockdown light“ konnte den Anstieg der Corona-Infektionen nicht aufhalten. Bund und Länder habe sich geeinigt: Nun folgt der harte Lockdown über die Feiertage bis ins neue Jahr hinein.

Mit dem rapiden Anstieg der Infizierten- und Todeszahlen ist ein Herunterfahren des öffentlichen Lebens unumgänglich. Bund und Länder hatten sich zunächst auf die Schließung der Geschäfte geeinigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die 16 Ministerpräsidenten haben sich dann wie bekannt ist, aber auch auf die Schließung der Schulen und weitere Kontaktbeschränkungen geeinigt. Ursprünglich war der 27. Dezember 2020 als Start des „harten“ Lockdowns vorgesehen, doch Bund und Länder zogen die Maßnahmen vor. „Wir müssen auf jeden Fall noch vor der Wochenmitte die nötigen Maßnahmen ergreifen“, teilte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder der „Bild am Sonntag“ laut eines Vorab-Berichts mit. Mehrere Landesregierungen haben bereits weitgehende Maßnahmen beschlossen, die zum Teil schon am 12. Dezember in Kraft traten.

Ab dem 16. Dezember wurde der Einzelhandel geschlossen. Ausnahmen gelten nur für Lebensmittelmärkte, Abhol- und Lieferdienste auch der Gastronomie, Apotheken, Drogerien, Optiker, Tankstellen, Autowerkstätten, Banken, Post, Reinigungen und Weihnachtsbaumhändlern. Sämtliche Dienstleistungsbetriebe wie Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe bleiben geschlossen. Universitäten waren bereits geschlossen, doch auch die Schulen wurden wieder in das „Home Schooling“ überführt, eine Präsenzpflicht gibt es nicht mehr, wobei aber eine Notfallbetreuung in Hort und Kita möglich sind und Eltern bezahlten Urlaub nehmen können.

Privaten Treffen werden auf maximal 5 Personen aus zwei verschiedenen Haushalten begrenzt, wobei Kinder bis 14 Jahren nicht mitgezählt werden. Für die Weihnachtstage vom 24. Bis 26. Dezember sollten Zusammenkünfte mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Menschen möglich sein. Allerdings gilt es zu beachten, dass diese Personen nur den engsten Familienkreis betreffen. Dazu zählen: Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft sowie Verwandtschaft in gerader Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörige.

Generell forderte die Bundesregierung dazu auf, die Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. In allen Hotspots ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche – aktuell umfasst dies den Großteil Deutschlands- sollen zusätzliche Einschränkungen gelten. Spätestens ab einem Inzidenzwert von 200 sollen zusätzlich Ausgangsbeschränkungen geprüft werden.

Auch Mediziner warnen vor der dramatischen Lage in Kliniken um die Tage bis Neujahr. Vor allem die sogenannte Triage – der Abwägung, welcher Patient noch ausreichend intensivmedizinisch behandelt werden kann – bereitet Sorgen. Mit dem dramatischen Anstieg der Infiziertenzahlen und teils schweren Krankheitsverläufen, ist eine ausreichende intensivmedizinische Versorgung eventuell nicht mehr möglich. „Aktuell ringen wir mit dem Kontrollverlust“, erklärte einer der Ärzte, Doktor Celik, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung du fügte hinzu: „Wir haben täglich mehr Patienten, müssen den Covid-Bereich immer weiter vergrößern und zusätzlich Platz für Patienten mit Covid-19-Verdacht schaffen. Der organisatorische Aufwand ist sehr groß. Zudem fällt Personal aus, weil es mit Covid-Patienten Kontakt hatte und Erkältungssymptome auftreten. Der Kontrollverlust droht, wenn uns die Ressourcen ausgehen.“

Für die Bundesregierung ist ein Lockdown unumgänglich, um das Coronavirus eindämmen zu können. Doch FDP-Vorsitzender Christian Lindner und mehrere Wissenschaftler kritisieren die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Lindner teilte der FAS mit, er gehe davon aus, dass es nun zu einem Lockdown komme der „nicht mehr als eine Notbremse ist“. Es fehle „eine Krisenstrategie, die länger als ein paar Tage hält. Der soziale und wirtschaftliche Schaden eines längeren Stillstands ist so hoch, dass er nicht dauerhaft durchgehalten werden kann.“

Auch der Virologe und Epidemiologe Klaus Stöhr, ehemaliger Leiter des Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation (WHO), kritisierte eine fehlende Langzeitstrategie der Bundesregierung. „Man fährt auf Sicht. Die Bekämpfungskriterien sind nicht eindeutig festgelegt worden. Wie viele Fälle sind akzeptabel? Wie ist die Zielstellung zum Beispiel bei Intensivbetten, wie stark sollen die belegt sein?“ Zudem fragt er nach einem Mittelweg „im Dreieck zwischen Wirtschaft, Gesundheit und Freiheit, und bei dem keiner dieser Bereiche vollständig auf der Strecke bleibt?

Oh, Angela Merkel: Ihre Regierungsbilanz ist ein Trauerspiel!

Politik

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus einer lang anhaltenden Wirkungsperiode, die man nach Meinung vieler lieber früher beenden als später bereuen sollte, aber er zeigt nach 14 Jahren Kanzlerschaft, dass Veränderung und Reform oftmals das bessere Mittel wäre.

Ja, wir finden da ist und war viel mehr möglich in den 14 Jahren Ihrer Kanzlerschaft und auch der CDU-Vorsitz, den Sie zwischen 2000 und 2018 innehatten, bot genügend Möglichkeiten, um sich einen wirklich positiven Namen in den deutschen Geschichtsbüchern zu machen. So leid es uns tut, aber wir wollen einfach immer nur das Kind beim Namen nennen und nicht mit unserer Meinung hinterm Berg halten. Ok, die ersten fünf Jahre Ihrer Amtszeit als Kanzlerin waren geprägt von Aufbruch, Erneuerung und Weltoffenheit, aber dann änderte sich die strategische Ausrichtung Ihrer Politik und es begann eine Zeit von Kopfschütteln und Missverständnissen. Wir freuen uns für Sie, dass man Sie nicht zur Rechenschaft dafür gezogen hat dafür, dass Sie Gesetze gebrochen haben und Sie mit Ihrem Alleingang bei der Grenzöffnung 2015 uns und unseren Kindern und Enkeln ein politisches Erbe überlassen haben, welches uns garantiert in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wie eine tonnenschwere Last auf die Füße fallen wird. Wenn Deutschland sich möglicherweise abgeschafft hat, wie Thilo Sarrazin richtigerweise geschrieben hat, bzw. wenn Ihre Initiative dafür gesorgt hat, dass unser schönes Land seine Identität, sein kulturelles Denken und Streben aufgeben musste und andere dann zugewanderten Nationen unsere Ideologien und Regeln bestimmen. Ja, diese Gefahr droht uns, denn wenn Sie an der Basis mal genau hinhören, dann werden Sie erfahren, wie muslimische und Islamgetreue die Unterwanderung des „Deutschtums“ vorantreiben.

Auch die Außenpolitik der Kanzlerin ist eine einzige große Enttäuschung und zeigt, dass aus Fehlern offensichtlich nichts gelernt wurde, sondern immer neue dazu kamen. Quasi beratungsresistent und vom Magazin „Time“ zur mächtigsten Frau der Welt hochstilisiert und ikonisiert, fiel es Angela Merkel bis heute schwer, den Aufschrei der Massen und politischen Weggefährten richtig zu interpretieren und das eigene Tun zu hinterfragen und zu ändern. Stattdessen immer die gleiche Strategie: Die Füße ruhig halten, aus Konflikten heraushalten und die Erledigung unangenehmer Aufgaben anderen überlassen. Klar, dass so etwas nicht lange gut geht und stattdessen Abhängigkeiten gegenüber anderen Staaten aufgebaut werden, aber Hauptsache das deutsche „Saubermann-Image“ konnte dadurch nicht angekratzt werden. Aus militärischen Konflikten hält sich unser Land tunlichst heraus, zumal wir auch gar nicht über genügend Streitkräfte, funktionierende Waffen, Geräte und Munition verfügen. Zuständig dafür war jahrelang Merkels Duz-Freundin Ursula von der Leyen, die nichts richtig aber alles falsch als Verteidigungsministerin gemacht hat. Vor allem hat sie dafür gesorgt, dass die Bundeswehr zu einer Lachnummer verkommen ist und die deutsche Verteidigungsmaschinerie zu einer hinkenden Armutskompanie degeneriert ist. Wurde alles auch von Merkel abgenickt und durchgewinkt, zum Schaden des Images von deutscher Verlässlichkeit.

Angela Merkel, die geprägt war durch ihre Zeit in der Zone, der ehemaligen DDR, und jahrzehntelang unter der Bevormundung der Sowjetunion gestanden hatte, war immer noch nicht in der Lage, Kraft ihres Amtes den Russen Paroli zu bieten, so dass sie diesen tatsächlich Syrien überließ und somit tausenden von Syrern durch Bombardierung ihre Heimat nahm. Dass sich ganze Karawanen von ihnen in Richtung Deutschland bewegen und bewegten, nimmt die Kanzlerin so hin. Und unterstützt beispielsweise lieber zugewanderte Flüchtlinge als deutschen Rentnern finanziell den Rücken zu stärken.

Merkel war immer bemüht, außenpolitisch eine weiße Weste zu behalten, d.h. sich aus allen Konflikten heraushalten, auch wenn es gegen Ehre, Moral oder Menschenwürde ging. Entweder war sie im eigenen Land nicht zu sprechen oder sie schickte andere los, um die Konflikte auszusitzen oder zu delegieren. Ein Adlatus wie Walter Steinmeier, seiner Zeit als Außenminister tätig, kann ein Lied davon singen, war er doch eine von vielen Marionetten, die an der langen Leine Angela Merkels getanzt hat. Die Nato-Beteiligung konnte immer sang- und klanglos beiseitegedrängt werden, so dass selbst die befreundeten Amerikaner irgendwann die Faxen dick hatten. Mit Obama konnte Merkel immer noch einen Konsens erzielen, bei TRUMP ist sie komplett untern durch. Auch Putin lächelt heimlich über Merkel, weil er weiß, Gazprom hat den Fuß längst weiter in der deutschen Tür, als Merkel es will. Und die Kommunisten aus China bemühen sich um eitel Freundschaft zu Merkel, weil sie spüren, bei Merkel geht noch was, da kann man sich vielleicht doch ins deutsche Herz der Wirtschaft drängen und Spionagesoftware installieren. Die Karten beim 5 G-Ausbau sind noch nicht alle gespielt. Xi Jinping sitzt jedenfalls mit am Pokertisch. Übrigens: Alle Welt schimpft und wettert gegen Assad, nur Angela Merkel geht schweigend in Deckung und verweigert die Zustimmung, um dem Despoten und Schlächter eine ordentliche Lektion zu erteilen. Auch das Thema „Keine Waffen an Saudi-Arabien“ ist ein Thema, bei dem man nur den Kopf schütteln kann. Am Krieg beteiligen wollen wir uns nicht, aber andere mit Waffen und Kriegsgerät versorgen, das tun wir, wenn das Geld stimmt und die deutsche Wirtschaft profitiert. Da fragt man sich, wer soll das alles noch verstehen?

Und so gibt es unzählige andere Beispiele, wie Merkel den politischen Karren innen- oder außenpolitisch in den Dreck gefahren hat, ohne dass man einmal gehört hätte: „Ja, ich habe Fehler gemacht und bin bereit, dafür gerade zu stehen.“ Vor diesem Hintergrund fällt es schwer, beschwichtigende Worte zu finden, die den Einzelnen versöhnlich stimmen könnten …

Munich Re und das teure Problem mit der Ergo Deutschland AG

Unternehmen

Diese Probleme kann man nicht aussitzen, wie wir es so oft von Seiten der Bundesregierung erleben können. Nein, hier muss man handeln, wenn es um die Wirtschaftlichkeit von Deutschlands bekanntester Versicherungs-Konzerntochter, der ERGO Deutschland AG, geht. Denn die Muttergesellschaft Munich Re aus Bayern will die Düsseldorfer Tochterfirma unbedingt halten, auch wenn dieses Unterfangen bis Enden 2020 geschätzte 1 Milliarde Euro kosten soll. Die Ergo hat technische Probleme im Bereich IT, die geplante Zusammenarbeit mit einer westfälischen Versicherungsgruppe ist gescheitert und der Verkauf der Sparte klassischer Lebensversicherungen ist auch vom Tisch. Zu allem Übel muss die Ergo nun die Bestände selbst verwalten, weshalb unbedingt die IT komplett überholt werden muss. Der eigens geholte Sanierer Markus Rieß hat sein Pulver nach 2 Jahren im Konzern verschossen – die Mitarbeiter wenden sich ab, die hochgestellten Pläne sind verpufft. Wenn nicht die Muttergesellschaft, Deutschlands größter Rückversicherer, einspringen würde, könnten die Lichter bei der Ergo Deutschland AG sogar ganz ausgehen.

Wenn Ergo-Chef Markus Rieß (52) auf den Zustand des größten Sanierungsfalls der deutschen Versicherungsindustrie angesprochen wird, sagt er gern: „Vieles läuft besser als geplant.“ Tatsächlich liegen die Zahlen dank einer Steuergutschrift und sonstiger angenehmer Begleitumstände über Plan. Jenseits dieser Gemütsaufheller aber herrscht in Düsseldorf eher Abbruch- als Aufbruchstimmung. Seine Vorstandskollegen, die er zu großen Teilen von der Konkurrenz abgeworben hat, klagen auch im Jahr zwei nach Beginn der Reparaturarbeiten über die marode Substanz. Die Lage sei schlimmer, als Rieß sie während der Rekrutierungsgespräche dargestellt habe. Und je weiter es in der Hierarchie nach unten geht, desto düsterer wird die Gemütslage bei den Betroffenen, wie die Ergebnisse einer im vergangenen Herbst durchgeführten Mitarbeiterbefragung zeigen. Nahezu sämtliche Indikatoren lagen einer vorliegenden Präsentation zufolge unter den ohnehin schon schwachen Werten der Vorgängerbefragung aus dem Herbst 2016. Lediglich 36 Prozent der bei der Ergo Deutschland AG beschäftigten Mitarbeiter sagen von sich, dass sie stolz auf ihren Arbeitgeber sind (2016: 43 Prozent), und nur 32 Prozent sind von den Zielen ihres Konzerns überzeugt (2016: 47 Prozent).

Besonders miserabel fielen die Noten aus, als es um die Kernkompetenz von Rieß und dessen Kollegen ging. Nur ein knappes Drittel der Befragten ist der Meinung, dass der Vorstand eine klare strategische Vision vermittelt (2016: 47 Prozent). Die operative Umsetzung der Sanierungsbemühungen wird allenthalben als eher grottig empfunden. Auf die Frage, ob Veränderungen im Unternehmen gut umgesetzt werden, kreuzten lediglich 27 Prozent das entsprechende Kästchen an. Immerhin 5 Prozentpunkte mehr als im Jahr davor, aber nach wie vor extrem wenige. Den Kredit, den Rieß noch bei seinem Amtsantritt genoss, hat er weitestgehend aufgebraucht. Ganz besonders übel nahm ihm die Basis, dass er im Herbst 2017, also just zu dem Zeitpunkt, als der Konzern den Puls seiner Mitarbeiter fühlte, sehr laut und sehr intensiv nachdachte über den Verkauf von sechs Millionen Lebensversicherungspolicen samt der Ausgliederung der zuständigen Belegschaftsteile an angelsächsische Hedgefonds. Die Verkaufspläne hat er zwischenzeitlich zwar begraben, mit den Kollateralschäden aber wird er noch ein ganzes Weilchen leben müssen. Zumal sich die als Entlastungsangriff gedachte Übernahme der Westfälischen Provinzial zerschlagen haben dürfte. Der Sparkassenversicherer aus Münster tut sich wohl lieber mit der ebenfalls in Düsseldorf beheimateten Provinzial Rheinland zusammen. Die Liaison mit einem Schwesterunternehmen aus dem öffentlich-rechtlichen Camp scheint den Westfalen weitaus vielversprechender zu sein als der Zusammenschluss mit der von Stimmungstief zu Stimmungstieftaumelnden privatwirtschaftlichen Konkurrenz.

„In aller Welt begehrt“

Deutschland

Drei Millionen Flugzeuge tummeln sich im deutschen Luftraum, und bald wird ein junger Mann im braunen Karohemd über sie wachen. Mithilfe eines Kontrollsystems, alles Hightech, und er wird es steuern: der 24-jährige Henrik Köhler. Demnächst erhält er sein Bachelorzeugnis als Flugsicherungsingenieur. Dann gehört er zu den paar Dutzend neu ausgebildeten Frauen und Männern unter 30, die die Überwacher der Überwacher des deutschen Luftverkehrs sind. „Lotsen überwachen den Flugverkehr. Und wir überwachen die Lotsenarbeitsplätze“, sagt Köhler mit einem Grinsen unter einer Gelfrisur, die man eher im Skaterpark als im Sicherheitsbereich vermutet.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) bildet erst seit drei Jahren eigene Flugsicherungsingenieure aus — als erstes und einziges Unterneh men. Denn nirgendwo sonst werden diese Spezialkenntnisse über Radar-, Navigations- und Kommunikationstechnik gebraucht. Während die rund 2 000 Fluglotsen im Tower eine interne Berufsausbildung durchlaufen, wird den Flugsicherungsingenieuren ihr Wissen über Mathematik, Physik, IT, Elektro- und Hochfrequenztechnik in einem dualen Studium vermittelt. In beiden Ausbildungssystemen ist die Deutsche Flugsicherung hervorragend.

Junge Menschen wie Henrik Köhler sind Teil einer großen Entdeckungstour: Erstmals hat Capital — gemeinsam mit der Talentplattform Ausbildung.de – eine breit angelegte Untersuchung durchgeführt, wie deutsche Unternehmen ausbilden.

Herausgekommen ist eine große Studie über die „Besten Ausbilder Deutschlands“, die ein Gesamtbild und eine valide und wertvolle Datenbasis liefert — über Ausbildungsgänge und das duale Studium. Ein immens wichtiges Thema, schließlich wird unser Land weltweit für seine betriebliche Qualifizierung bewundert und beneidet. Und der Nachschub an jungen Fachkräften ist zentral für das Wachstum unserer Wirtschaft.

Doch wie gut sind deutsche Unternehmen wirklich? Wen sollten sich junge Menschen anschauen – und von wem können sich andere Firmen etwas abschauen? Was machen die anders und wie?

Mit einem detaillierten Fragenkatalog, der an rund 12 000 Unternehmen ging, wurde den Erfolgs rezepten nachgespürt. Mehr als 500 Personalverantwortliche haben Auskunft erteilt (mehr zur Methodik auf Seite 38). Capital-Reporter sind zudem quer durchs Land gereist und haben viele Unternehmen und Ausbilder besucht — vom ADAC über Dax-Konzerne wie Merck und Continental bis hin zu Familienunternehmen wie Alfred Ritter und Freudenberg (die Fallbeispiele lesen Sie ab Seite 40). „Die rege Beteiligung der Unternehmen und die große Bandbreite hat uns gefreut, vom Familienbetrieb bis zum Dax-Konzern ist alles vertreten“, sagt Studienleiterin Ana Fernandez-Mühl. Knapp die Hälfte der Firmen schneidet mit guten oder sehr guten Ergebnissen ab, die in der Übersicht nach Regionen und Firmengröße geordnet sind (Tabelle ab Seite 48). Hier werden Erfolgskriterien sichtbar und die Ausbildungsbetriebe besser vergleichbar. „Damit wollen wir aufzeigen, wo Unternehmen im Wettbewerb um die begehrten Absolventen stehen“, sagt ein Insider.

Eine Navigation durch das deutsche Bildungssystem hat Henrik Köhler nach dem Abitur vermisst. Die meisten seiner Mitschüler sind an die Uni gegangen. Also hat sich Köhler auch erst einmal für ein Maschinenbau studium eingeschrieben. „Da hat mir aber total die Perspektive gefehlt“, sagt der junge Mann aus der Lüneburger Heide. Er brach nach vier Semestern ab, stieß bei der Recherche über den Piloten- und Lotsenberuf auf die Ausschreibung für das duale Studium zum Flugingenieur. „Mir war klar, wenn ich da eine Zusage bekomme, dann habe ich einen sicheren Arbeitsplatz“, sagt Köhler. Bestenfalls bis zur Rente.

Solche Botschaften sind bei den Unternehmen angekommen: Viele umwerben die junge Generation offensiv mit Übernahmegarantien und guter Bezahlung, schon während der Ausbildung. Die DFS übernimmt derzeit 100 Prozent ihrer dual ausgebildeten Flugsicherungsingenieure, bei allen anderen befragten Unternehmen lag die Übernahmequote im Schnitt bei 84 Prozent.

Die meisten starten mit einem Ausbildungsgehalt von durchschnittlich 830 Euro und landen bei einem Einstiegsgehalt von 2 300 Euro. Bei der Flugsicherung hat Köhler im ersten Lehrjahr 880 Euro monatlich bekommen, dazu noch einen Wohngeldzuschuss. Ab 2018 steht ihm bei seiner längst zugesagten Festanstellung in der Radartechnik ein Gehalt von 4 461 Euro im Monat zu. Das ist selbst für Absolventen eines dualen Studiums überdurchschnittlich hoch.

„Wir brauchen die Besten der Besten“, sagt DFS-Personalchef Michael Hann. „Es genügt uns nicht, irgendwelche Menschen zu finden,  die Elektrotechnik oder Informatik studiert haben.“ Die Erfahrung mit Ingenieuren, die im eigenen Ausbildungszentrum noch monatelang qualifiziert werden mussten, hat die DFS lange gemacht, bevor sie sich vor drei Jahren mit dem dualen Studiengang selbst auf Talentsuche begab. Der Vorteil: Diejungen Leute können viel enger begleitet, ihre Fähigkeiten beobachtet und gefördert werden.

Das liegt im Trend: In der Capital-Studie gaben 63 Prozent der Unternehmen an, dass sie ein duales Studium anbieten, den Mix aus Betriebspraxis und Hochschullehre. Damit kommen sie den Bewerbern entgegen, von denen immer mehr nach dem Schulabschluss erst einmal dem Akademisierungsdrang der Eltern oder Lehrer nachgeben – auch wenn sie es gar nicht wollen.

Damit aber fehlt den Unternehmen der dringend benötigte Nachwuchs an Fachkräften. Dieses Dilemma belegt das Bundesinstitut für Berufsbildung im aktuellen „Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2017″ mit Zahlen: Es gibt nicht nur insgesamt weniger junge Menschen in Deutschland, sondern auch weniger junge Menschen, die sich für einen der rund 330 klassischen Ausbildungsberufe entscheiden. 1,3 Millionen Azubis haben die Statistiker zuletzt gezählt, es werden immer weniger. Fatal, wenn dann Unternehmen und Auszubildende nicht immer zusammenkommen. 2016 blieben acht Prozent der betrieblichen Ausbildungsplatzangebote unbesetzt. Das sind 43 500 Plätze — so viele wie seit 1995 nicht mehr.

Der Kampfum die Nachwuchskräfte läuft auf Hochtouren. Dabei geht es längst nicht nur um die Jahrgangsbesten. Nachschub wird gebraucht, Noten sind nebensächlich.

Viel wichtiger ist den meisten Ausbildern eine gewisse Neigung  für eine Fachrichtung, im besten Fall echtes Interesse für eine Branche oder das Unternehmen. Nachschu len müssen die Betriebe dann ohnehin — und zwar sowohl spezifische Fachkenntnisse als auch allgemeine Grundkenntnisse, sagen viele Personalverantwortliche.

„Ob der Junge eine Drei oder Vier in Mathe hat, ist mir egal“, sagt der Ausbildungsleiter der Neptun Werft in Rostock, die zu den besten Ausbildern im Nordosten Deutschlands zählt. Wichtiger seien Haltung, Motivation und Vorstellungen der jungen Leute. Die Ansprüche sind bei vielen Berufssuchenden durchaus konkret. Neben dem sicheren Arbeitsplatz und einem guten Gehalt wünschen sich viele flexible Arbeitszeiten, Freizeitangebote und Entfaltungsmöglichkeiten — oft bevor sie etwas geleistet haben.

Darauf lassen sich die Unternehmen immer öfter notgedrungen ein – oder gehen weit darüber hinaus, um Bewerber zu ködern und zu halten: Sie bieten gesellige Azubi-Fahrten an wie etwa der Schokofabrikant Alfred Ritter, bieten Zeit für gemeinnützige Projekte, Auslandsaufenthalte oder Events für die ganze Familie. Die Firmen entfalten viel Kreativität und lassen sich die Premium-Bindungsprogramme einiges kosten.

Während die Personalverantwortlichen den Nachwuchs bei Laune halten, müssen die Ausbilder mit dem drastischen Wandel der Arbeitswelt Schritt halten. Der Megatrend Digitalisierung verändert komplette Produktionsmethoden, Organisationen und Routinen. Das hat auch Auswirkungen auf die Ausbildung. Neue Technologien erfordern andere Fähigkeiten, ermöglichen ganz neue Lehrmethoden.

Beim Automobilzulieferer Continental etwa haben die Azubis den neuen 3D-Drucker, mit dem ihre Ausbilder selbst kaum Erfahrung hatten, kurzerhand selbst in Betrieb genommen. Beim Pharmakonzern Merck sind seit diesem Jahr alle angehenden Pharmakanten und Laboranten mit Tablets ausgestattet und damit vielen Kollegen in den Werken technologisch deutlich überlegen.

Die Ausbildung im Betrieb steht zwar für ein eher tradiertes Weitergeben des Wissens vom Meister zum Lehrling. Doch auch hier findet ein Wandel statt: Continental etwa legt viel Wert darauf, dass die Azubis von vornherein ermutigt werden, selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln. Das wird nicht nur theoretisch in einer Art Montessori-Pädagogik vermittelt, sondern auch in der Praxis: Die Anfertigungen der angehenden Kfz-Mechatroniker werden heute schon in der Produktion verwertet.

Gut drei Viertel der Unternehmen haben in der Studie angegeben, dass es in den vergangenen fünf Jahren Veränderungen gegeben hat – bei den Ausbildungsarten, den Lehrmethoden oder auch ganz neuen Berufen, um vor allem den großen Bedarf an IT-Know-how zu decken.

Das spürt auch Henrik Köhler an seinem Hightech-Arbeitsplatz im Flugkontrolltower. Aber genauso viel Spaß macht es ihm dann, zwischendurch mal ganz praktisch Hand anzulegen: beim Ölwechsel auf den Radarantennen.