Biotech-Unternehmen Qiagen könnte Krebsforschung revolutionieren

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Schon 1984 gegründet, arbeitet das deutsche Forschungsunternehmen Qiagen mit Sitz in Hilden, in Nordrhein-Westfalen, erfolgreich an der Erprobung von Medizintests und hat nun einen spektakulären Bluttest zur Krebsfrüherkennung entwickelt. Auch als Aktiengesellschaft ist die Firma vielen Anlegern bekannt, doch der ganz große Durchbruch soll endgültig in naher Zukunft gestartet werden. Sowohl an der Börse als auch in der Medizinforschung.

Aber auch im Bereich der Personalisierten Medizin ist Qiagen mit seinen Tests bestens positioniert. Häufig werden neue Medikamente heutzutage nur noch zusammen mit einem Gentest entwickelt. Der Grund: Viele pharmazeutische Substanzen wirken nicht bei allen Menschen und bei jeder Krebsart.

Anhand nur einer Blutprobe einen Menschen auf sämtliche Krebsarten untersuchen und damit sämtliche Krebsvorsorgeuntersuchungen ersetzen? Momentan ist dies nur eine Zukunftsvision. Doch auf dem Gebiet der Flüssigbiopsie gibt es massive Fortschritte. Ein Unternehmen, das auf diesem Gebiet stark positioniert ist, ist der im TecDAX notierte deutsche Biotech-Wert Qiagen. Die Gesellschaft hat aber noch einiges mehr zu bieten, weswegen der lange Seitwärtstrend der Aktie womöglich schon bald nach oben verlassen werden könnte.

Einen genaueren Blick wert

Für viele Anleger ist Qiagen ein Buch mit sieben Siegeln. Eine deutsche Firma mit einem komischen Namen und Verwaltungssitz in den Niederlanden. Hauptbörse für die Aktie ist die amerikanische Nasdaq. Und dann ist das Unternehmen auch noch auf dem hochkomplexen Feld der Molekulardiagnostik unterwegs. Doch es macht durchaus  Sinn, die Zeit aufzuwenden und sich einmal genauer mit Qiagen zu beschäftigen. In Zukunft könnten die Tests der Firma eine immer größere Rolle in der Medizin spielen.

Qiagen wurde im Jahr 1984 gegründet und ist mit einer Marktkapitalisierung von 6,73 Milliarden Euro der größte deutsche Biotech-Wert. Im Bereich der Diagnostik gehört  Qiagen zu den weltweit führenden Unternehmen.  Und genau dieses Segment  will Qiagen auch in den kommenden Jahren weiter deutlich  ausbauen. Flüssigbiopsie mit enormem Potenzial  Derzeit ist für die Diagnostik von Krebs  noch die Gewebebiopsie der Standard.  Der Ansatz beinhaltet die Untersuchung  von Tumorgewebe, das durch eine kleine Nadel oder einen chirurgische Eingriff entnommen wird. Je nach Lage des Tu mors geschieht dies unter Vollnarkose,  mindestens aber unter örtlicher Betäubung. Abhängig von Krankheitsverlauf  und -dauer muss dieser Vorgang oft  mehrfach wiederholt werden. Dies ist allerdings oft schwierig, riskant und kostenintensiv, teilweise sogar unmöglich.  Kann Qiagen die starke Entwicklung im Bereich der Molekularen Diagnostik erfolgreich fortsetzen, könnten dank  Flüssigbiopsie in weiterer Zukunft solche Gewebebiopsien möglicherweise der Vergangenheit angehören. Gelingt  dies, könnte es die Krebsmedizin revolutionieren. Insbesondere dann, wenn die Methode einmal so ausgereift ist, dass sie Tumore schon dann erkennen  kann, wenn diese bei herkömmlichen Verfahren wie Magnetresonanztomographie noch gar nicht sichtbar sind. Interessant könnte diese Art der Diagnostik also auch bei solchen Krebsarten werden, bei denen eine frühe Erkennung unabdingbar ist, beispielsweise bei Lungenkrebs.

Megatrend Personalisierte Medizin

Aber auch im Bereich der Personalisierten Medizin ist Qiagen mit seinen Tests bestens positioniert. Häufig werden neue Medikamente heutzutage nur noch zusammen mit einem Gentest entwickelt. Der Grund: Viele pharmazeutische Substanzen wirken nicht bei allen Menschen und bei jeder Krebsart. Ob ein Mittel für einen Patienten infrage kommt, lässt sich mit speziellen Tests  wie von Qiagen ermitteln. Patienten können damit eine oft unnütze Behandlung und zum Teil starke Nebenwirkungen erspart werden. Zudem reduziert sich auch die Kostenbelastung des Gesundheitssystems, weil nur noch solche Patienten mit den oft kostspieligen Therapien behandelt werden, bei denen die Aussicht auf Erfolg auch dementsprechend hoch ist. Qiagen konkurriert damit mit dem Marktführer aus den USA, Illumina. Die Deutschen sind aber enorm gut aufgestellt. Sie bieten auf dem Gebiet ein enorm breites Sortiment, angefangen von einzelnen Reagenzien über spezielle Testverfahren bis hin zu großen Laborgeräten. Zudem ist das Angebot von Qiagen auch für den Massenmarkt tauglich. So bietet das Unternehmen beispielsweise eine Art Verleihsystem an, bei dem die Gesellschaft am Zubehör und Verbrauchsmaterial ordentlich verdient.

Erfolgreicher Test

Eine der bekanntesten Technologien von Qiagen ist QuantiFERON. Erst vor Kurzem hat der QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-PIus) von der International Panel Physicians Association (IPPA) die Empfehlung für den Einsatz zum Screening auf latente Tuberkulose (TB) bei Immigranten erhalten. Unter Migranten treten überproportional viele Fälle von latenter und aktiver Tuberkulose auf. TB ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die sich hauptsächlich durch den Husten von Patienten mit der aktiven, pulmonalen Form der Erkrankung verbreitet. Keine andere Infektion tötet mehr Menschen als TB. Im Schnitt starben jede Minute drei Menschen an der Krankheit. In einer Erklärung bezeichnete die IPPA die moderne Klasse der als Interferon-Gamma Release Assays (IGRAs) bekannten TB-Tests als „von wesentlicher Bedeutung für die Sicherheit und Effizienz bei der Erkennung von TB-Infektionen“. QFT-Plus ist einer von zwei IGRA-Tests, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Rahmen ihrer Kampagne zur Ausrottung von TB vorgesehen sind. Dies alles ist aber nur ein Ausschnitt aus Qiagens umfangreichem Portfolio und nur ein Ausschnitt aus den vielen derzeitigen und zukünftigen Anwendungsmöglichkeiten. Die Chancen sind groß.

Starkes Auftaktquartal

Qiagen kommt derzeit immer besser in Fahrt. Einige Bremsfaktoren wurden mittlerweile beseitigt. Das von starker Konkurrenz auf dem US-Markt geprägte Geschäft mit dem humanen PapillomVirus (HPV) beispielsweise wird in Zukunft das Ergebnis nicht mehr belasten. Das erste Quartal fiel bereits äußerst stark aus. Gute Geschäfte mit den Testverfahren und Diagnostik-Plattformen sowie günstige Währungseffekte sorgten für ein besseres Ergebnis als erwartet. Von Januar bis März stieg der Um- satz im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 344 Millionen Dollar. Der Gewinn je Aktie kletterte von 0,22 auf 0,26 Dollar. Zudem bestätigte das Unternehmen die Ziele für das Gesamtjahr. Unternehmenschef Peer Schatz präsentierte sich dementsprechend zuversichtlich: „Mit unseren Ergebnissen für das erste Quartal starten wir in ein spannendes Wachstumsjahr. Positive Impulse könnten in Zukunft auch von der Übernahme des spanischen Branchenkollegen Stat-Dx kommen. Im Frühjahr 2018 hat Qiagen die Übernahme für insgesamt 154 Millionen Euro bekannt gegeben. Im Laufe dieses und des nächsten Jahres dürften neue Tests, beispielsweise das Testsystem QIAstat-Dx, auf den Markt kommen. Zahlreiche weitere befinden sich in der Entwicklung.

 Testergebnis: Aktie kaufen!

Die Probleme der vergangenen Jahre sind mittlerweile ausgemerzt. Die Aktie von Qiagen besteht nun ganz klar den Kauf-Check des Mitteldeutschen Journals. Das Unternehmen ist in hochinteressanten Bereichen wie beispielsweise der Personalisierten Medizin top positioniert und konzentriert sich immer mehr auf solche wachstumsstarken Segmente. Dies sollte die Kassen mehr und mehr klingeln lassen. Auch die Übernahme von Stat-Dx dürfte sich positiv auswirken. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das Unternehmen zudem attraktiv bewertet. Aber auch eine Übernahme von Qiagen selbst ist nicht auszuschließen und sorgt für Kursfantasie. Langfristig hochinteressant

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