CSU-Minister Müller: Alles vom Feinsten auf Staatskosten

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Völlig abgehoben, mit dem Lebensstil eines Multi-Millionärs, so tritt Entwicklungshilfe-Minister Gerd Müller auf seinen Dienstreisen auf, die er zu Luxustouren für sich und seine Frau inszeniert. Aber nicht aus eigener Tasche bezahlt, sondern auf Staatskosten. Im Regierungsjet mit Prunk und Pomp, in den besten Hotels logierend, reist er samt Gattin durch die Welt, um dieser die Technik und wirtschaftliches Handeln „made in Germany“ nahezubringen. Dass er als Mitglied der Bundesregierung die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums nutzen darf, bringt ihn in den Genuss exklusiver Reisetransfers – ganz im Stil von Privatjet-Millionären. Die Frau Gemahlin kommt natürlich mit, ansonsten könnte es ja langweilig werden in exotischen Ländern wie Äthiopien, Nigeria oder Eritrea. Wie viel die liebe Ehefrau dann für den pompösen Reiseaufwand zahlen muss, bleibt Müllers Geheimnis, beziehungsweise bleibt ihm sogar überlassen. Wenn seiner Meinung nach die Gattin im Interesse der Bundesrepublik Deutschland mitfliegen muss, dann zahlt sie lediglich 30% eines Economy-Tickets bei der Lufthansa, fliegt allerdings First-Class im Regierungsflieger. So macht Reisen natürlich besonders viel Spass und erweitert den Horizont auf luxuriöse Art und Weise.

Gerd Müller von der bayerischen CSU – sein Namensvetter G. Müller war Torjäger beim Bundesligaverein FC Bayern München – jagt nicht dem Ball hinterher, sondern den fetten Vergünstigungen, die ihm der deutsche Steuerzahler mit seinen Abgaben ermöglicht. Bei den deutschen Botschaften im Ausland, wo Müller und Gefolge ihr Kommen angekündigt haben, schrillen regelmäßig die Alarmglocken, wie es heißt. Denn Müller ist bekannt dafür, dass er viele Sonderwünsche hat und den Millionär gern heraushängen lässt. So ist Müller auch bekannt dafür, dass er statt in 4 Sterne Hotels diejenigen mit 5* vorzieht und die gebuchten Hotels in Afrika zum Beispiel kurzerhand umbuchen lässt. Was nicht luxuriös genug ist, wird umgestaltet, damit der Herr Minister sein kostbares Haupt auf seidene Bettwäsche betten kann – grobe afrikanische Baumwolle ist ihm dann doch zu derb. Auf Nachfrage erklärt das Entwicklungsministerium lediglich: „Hotels auf Dienstreisen werden nach logistischen und protokollarischen Aspekten ausgewählt“. So macht es Herrn Schamlos-Minister Müller auch nichts aus, auf Reisen regelmäßig spezielle Essenswünsche zu äußern. Nicht dem landestypischen Geschmack entsprechend, sondern nach deutschen Geschmacksvorgaben. Der Minister frühstückt beispielsweise gern Schwarzbrot. Dass dieses in Uganda z.B. nicht in der nächstgelegenen Bäckerei zu bekommen ist, ist nachvollziehbar. So passierte es 2018 auf seiner Afrika-Tour, dass diese Zutat beim Frühstück fehlte, so dass sie kurzerhand aus Deutschland eingeflogen wurde. Auf unsere Nachfrage bei seinem Sprecher gab es darauf allerdings keine Antwort. Auch beim Kaffee-Trinken ist Müller wählerisch. Statt in Eritrea und Äthiopien, der Wiege des Bohnenkaffees, in den Genuss des leckeren Heiß-Getränks zu kommen, bekam Müller wie es heißt, einen Wutanfall, weil die Herkunft des Kaffees nicht den ökologisch nachhaltigen Richtlinien entsprach. Mit Worten wie „Schweinerei“ oder „verdammte Sauerei“ brüskiert Herr Entwicklungsminister nicht nur die um ihn bemühten Stewardessen, sondern natürlich auch seine Gastgeber, die ihm keinen deutschen Öko-Kaffee servieren können. Und das aus dem Mundes des Mannes, der in einem seiner Bücher mit dem schönen Titel „UMDENKEN“ die Umverteilung des Reichtums mit dem Untertitel: „Wir müssen teilen lernen“ fordert. Teilen will der Herr Minister allerdings nicht die Vorlieben seiner Gastländer, sondern nur das, was seinem Gusto zusagt. Wieder eine dieser mysteriösen Gestalten aus dem Umfeld einer Angela Merkel, die ihren Minister offenbar schalten und walten lässt. Ist es doch schließlich zum Wohle der vielen noch unterentwickelten Länder dieser Welt.

Auf Recherche hin kann man nachprüfen, dass die Müller-Gattin seit der Bundestagswahl 2017 bereits sieben Mal auf längeren Dienstreisen mit diversen Zwischenstopps in den VIP-Abteilungen deutscher Regierungsflieger Platz genommen hatte, alles offenbar, um der Bundesrepublik einen Nutzen zu bringen. So flog die Dame beispielsweise im Oktober ’17 nach Ägypten und Uganda mit, 2018 nach Eritrea, Äthiopien, Mosambik, Botswana, Simbabwe und Ghana, 2019 nah Malawi und Sambia, im August 2019 nach Kenia, Ruanda und Kongo, im Februar 2020 nach Nigeria, Sudan und Ägypten und auch nach Indien und China. Lustig bei diesen Reisetrips ist, dass Frau Minister im Schnitt etwa 150 Euro pro Flug zahlen muss (30 Prozent eines Economy-Tickets), während ein First-Class-Ticket auf derselben Strecke ca. 4.500 Euro kosten würde. Wie gesagt, das Entwicklungsministerium hält sich mit Erklärungen zurück, gibt lediglich zu verstehen, dass die Frau des Ministers alle anfallenden Reisekosten selbst bezahlen würde. Dazu zählen auch Hotel und Logis – allerdings nur Bruchteile vom Originalpreis. Damit bleibt als Resumee für den staunenden Leser: Herrn Müller ist Komfort sehr wichtig, so wichtig, dass er sich zuletzt sogar beschwerte, dass er auf einer USA-Reise nach Washington keinen First-Class-Komfort genießen konnte, weil er nur einen Business-Class-Sitzplatz erhalten hatte. Es sei eine Zumutung, so zu reisen, wird Herr Entwicklungsminister danach von anderen Mitreisenden zitiert.

Es ist an der Zeit, dass Angela Merkel endlich abtritt und ihr Nachfolger die Ministeriums-Posten mit Sorgfalt und Überlegung neu vergibt – dann aber hoffentlich ohne Gerd Müller und Gattin.

Ein Kommentar auch kommentieren

  1. Daniela Graf sagt:

    Bravo, wunderbar skizziert, wie gut es unseren Ministern eigentlich geht. Die werden alle garantiert hofiert und betüddelt, da kann man sich dann schonmal kleine Macken angewöhnen, wenn nicht alles 101% perfekt ist. Dieser Minister Müller scheint ja ein ganz Abgehobener zu sein. Brauchen wir so einen überhaupt?

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