Missbrauchsvorwürfe im Erzbistum Köln belasten katholische Kirche schwer

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Immer und immer wieder gerät die katholische Kirche in den Mittelpunkt von Missbrauchsskandalen und schwersten Vorwürfen wegen sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen, Priestern und Kirchenmitarbeitern. Bis in den Vatikan hatten sich kürzlich die Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs vorgearbeitet, wo bereits vor Jahren Papst Benedict beschuldigt wurde, derartige Vorgänge vertuscht und nicht juristisch verfolgt zu haben. Um andere Glaubensbrüder zu schützen und um derartig fürchterliche Verbrechen unter den Tisch zu kehren. Dabei hatte der deutsche Papst in Rom, Benedict XVI. emeritus, offenbar genau gewusst, dass auch im Petersdom und in den heiligen Gemächern des Vatikans sexuelle Verfehlungen an der Tagesordnung waren. Auch sein persönlicher Sekretär Gänswein soll an der Seite vom damaligen Pontifex versucht haben, Missbrauchsvorwürfe zu entkräften und Tatverdächtige durch Versetzung nach Deutschland aus der Schusslinie zu bringen, anstatt diese vor einem weltlichen Gericht anzuklagen. Nun muss sich auch das Erzbistum Köln und dessen Kardinal und Erzbischof Rainer Maria Woelki mit Missbrauchsvorfällen und deren Vertuschung auseinandersetzen. Die Folge: In Deutschlands größtem Bistum laufen die Katholiken Sturm und treten zu Hunderten aus der katholischen Kirche aus.

Die Vorwürfe gegen Priester und Geistliche mehren sich und stellen die katholische Kirche mehr und mehr in ein düsteres Licht. Es geht um sexuellen Missbrauch in Hunderten von Fällen und es geht um Vertuschung und um den Versuch, diese Greueltaten zu verdrängen oder zu relativieren, obwohl Hunderte junge Männer, also Priester, Messdiener und auch Chorknaben über Jahre und seit Jahrzehnten in den dunklen Fluren von Abteien, Klöstern und Kirchen sexuell genötigt und sogar vergewaltigt wurden. Von ranghohen Kirchenvertretern ebenso wie von anderen Priestern oder Geistlichen, die sich bevorzugt an kleine Jungen von 10, 11 oder 12 Jahren herangemacht haben, um diesen ihre sexuellen Obsessionen und Abartigkeiten aufzuzwingen. Statt unverzüglich um Aufklärung und auch Gerechtigkeit für die Opfer zu sorgen, stellt man heutzutage fest, dass über Jahre Kenntnisse von Missbrauch und Unrecht verschleiert und Straftäter sogar gedeckt wurden. Nachdem im Erzbistum Köln, dem katholischen Bistum in Deutschland mit den meisten Mitgliedern (1,94 Millionen) die Gläubigen aus der Kirche in Scharen austreten, wurde von Kardinal Woelki ein Strafrechtler beauftragt, um die Vorfälle zu prüfen. Es geht um mindestens 300 Opfer und 275 Beschuldigte seit 1975!! im Erzbistum Köln. Man kann also rückschließen, dass Kardinal Woelki diese Zahlen seit Langem kennt und er dennoch über Jahre versucht hat, diese vor der Öffentlichkeit zu verschleiern. Nachdem mehr und mehr Kirchenaustritte zu verzeichnen sind, hat der Kardinal einen Teil der Schuld an diesen Umständen auf sich genommen und Fehler bei der Aufarbeitung eingestanden. Offenbar zu spät für viele Gläubige, die entsetzt der Kirche den Rücken kehren.

Wem will man vermitteln, dass die Kirche als göttliche Institution zum Schutz der Menschen und als Vermittler der Botschaft Jesu auftritt, wenn im Hintergrund der katholischen Priester-Tätigkeit ungeheure Dinge passieren, die das Wohl des Menschen und dessen körperliche Unversehrtheit mit Füßen treten? Bis in den Vatikan und in weltweiten Diözesen, besonders aber in Deutschland werden systematisch junge Menschen, hauptsächliche kleine Jungen und Jugendliche, missbraucht und sexuell genötigt, weil die Geistlichen ihren sexuellen Gelüsten ein Ventil besorgen wollen. Statt konsequent die Ausübung des priesterlichen Dienstes diesen Leuten zu verbieten und die Straftaten juristisch zu ahnden, wird seit Jahren und Jahrzehnten versucht, den Mantel des Schweigens über diese Verbrechen zu breiten. Bis in höchste Instanzen, wie berichtet wird. Der Kölner Kardinal und Erzbischof steht dafür jetzt im Mittelpunkt der Kritik, die auch nach einer Veröffentlichung von „der Spiegel“ ihre Wellen schlägt und wo das juristische Gutachten Zahlen und Fakten nennt, die die katholische Kirche stark belasten. Eine Sonntagszeitung nannte Woelki am letzten Wochenende den „Vertuscher vor dem Herrn“ und zeigt, dass das Image und die Reputation der katholischen Kirche arg ramponiert und dringend reformbedürftig ist. Nicht nur, dass unzählige Gottesvertreter gegen das Zölibat verstoßen haben, sondern dass sie verurteilte Straftäter sind, schwächt die Position der Kirche und des Papstes mehr und mehr. Da stellt sich die Frage, welchem Geistlichen der Gläubige noch ohne Vorbehalte ins Antlitz schauen kann. Ob im Gottesdienst oder bei der Beichte – wer weiß, was der Pfarrer oder Priester in seiner Freizeit für Laster pflegt. Der Gedanke daran ist fürchterlich!

 

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Moritz Steiner sagt:

    Ich bin Katholik und diese wiederholten Vorwürfe werfen ein ganz düsteres Licht auf die Kirche. Moral und Anstand, Zölibat und Gottesfurcht – das alles rückt immer mehr in den Hintergrund.

  2. Erhard Zinnlein sagt:

    Schrecklich, was sich dort abspielt. Wem kann man heutzutage überhaupt noch trauen, wenn nicht den Geistlichen wie Pfarrern und Priestern oder auch Patres in den Klöstern?

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