Ausbildung: Lernerfolg nur noch eine Frage des Geldes?

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Die stattliche Zahl von 130 Anbietern führt in Deutschland 256 verschiedene MBA-Studiengänge durch, hat die Kölner Bildungsberatung Tar-Group Media GmbH 8 Co.KG für ihren Report MBA Studium 2016″ erhoben. Träger sind Fachhochschulen (68 Prozent), Universitäten (20) und Akademien (12), die meist mit staatlichen Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten, um den Master-Abschluss vergeben zu können.

Nur 15 Prozent der Angebote sind Vollzeitstudiengänge, ähnlich selten ist der Fernstudium-MBA, üblich dagegen das berufsbegleitende Präsenzstudium. „Zwischen den öffentlichen und den privaten Trägern sehe ich kaum Unterschiede, denn der MBA ist über Mindestanforderungen an das Curriculum und die Vergabe von Credit Points definiert“, versichert Thomas Friedenberger, Karriereberater im Kölner Staufenbiel Institut. Für die Anerkennung des MBA-Titels ist in Deutschland der Akkreditierungsrat zuständig, das Hochschulrecht enthält keine exakte Definiti-

on des Abschlusses. Dennoch: Ein deutscher MBA wird auch international anerkannt, und das ist weniger auf die Vergleichbarkeitsregularien des Bologna-Prozesses zurückzuführen, sondern vor allem auf das erarbeitete Ansehen.

Galt vor wenigen Jahrzehnten ein in Harvard, MIT oder Stanford erworbener MBA noch als Nonplusultra der Managementausbildung, hat sich der Nimbus amerikanischer Kaderschmieden mittlerweile abgeschwächt. In den US-Rankings allerdings stehen ziemlich unverrückbar seit Langem die Business Schools von Harvard, Wharton, Kellogg, Stanford, MIT und Yale obenan.

Amerika ist eingeholt Europäische Business Schools wie LBS in London, Insead in Fontainebleau, HEC in Paris, IMD in Lausanne oder Bocconi in Mailand können sich längst mit den Amerikanern messen, mögen auch die traditionell durch ihren nationalen Blick getrübten US-Rankings das anders beurteilen. Auch die Deutschen haben nachgezogen. In ihrem Ranking der europäischen Anbieter zählt die „Financial Times“ drei Schulen aus Deutschland zu den Top 20. Die WHU-Otto Beisheim School of Management in Vallendar bei Koblenz beispielsweise kooperiert in ihrem Executive-MBA-Programm seit 20 Jahren mit der bestens bewerteten amerikanischen Kellogg-Schule in Illinois.

Qualität des Lehrkörpers und Internationalität der Ausbildungsinhalte wie der Studentenschaft sind in den namhaften deutschen Business Schools auf einem Niveau, das keinen neidischen Blick über den Atlantik mehr rechtfertigt. „In Harvard, Yale oder Princeton ist die Lehre  längst nicht so gut wie die renommierte Forschung suggeriert. Jedenfalls ist die enorme Preisdifferenz zu deutschen Hochschulen keinesfalls gerechtfertigt“, kritisiert der Soziologe Michael Hartmann, bis 2014 Professor für Elite- und Organisationssoziologie an der Technischen Universität Darmstadt.

Nicht billig, aber meist machbar Zur globalen Marke wie Harvard ist indes noch keine deutsche Universität oder Business School geworden. Dafür ist ein MBA in Deutschland vergleichsweise günstig zu haben. Mittlerweile sind die horrenden Studiengebühren der laut aktueller Liste des Forbes-Magazins besten USUnis (Harvard, Stanford, Yale, Princeton und MIT) mit mehr als 45.000 Dollar für ein Studienjahr (ohne Kost und Logis) zu einem ernsten Problem geworden. Weil auch Hochschulen mit weniger klangvollen Namen kräftig zulangen, ächzen 44 Millionen Amerikaner unter 1,4 Billionen Dollar Schulden aus ihrer Studienzeit. Einem Fünftel der Ex-Studenten bringt der teuer erkaufte Abschluss nicht genug ein, um die Kredite bedienen zu können.

In Deutschland haben Teilnehmer an den teuersten MBA-Programmen Studiengebühren zwischen 75.000 Euro (für das Global Executive MBA-Programm der WHU Otto Beisheim School of Management) und 45.000 Euro (für den Global Executive MBA der HHL Leipzig Graduate School of Management) zu berappen. Zum Vergleich: Das International Institute for Management Development in der Schweiz berechnet mehr als 100.000 Franken. Die TarGroup Media hat ermittelt, dass die durchschnittlichen Studiengebühren bei 17.000 Euro liegen. Als tatsächliche Kosten geben rund die Hälfte der MBA-Absolventen mehr als 20.000 Euro an, ein Fünftel sogar mehr als 30.000 Euro. Nur 14 Prozent haben für ihren MBA einen Kredit Amerikanern messen, mögen auch die traditionell durch ihren nationalen Blick getrübten US-Rankings das anders beurteilen. Auch die Deutschen haben nachgezogen. In ihrem Ranking der europäischen Anbieter zählt die „Financial Times“ drei Schulen aus Deutschland zu den Top 20. Die WHIJ-Otto Beisheim School‘ of Management in Vallendar bei Koblenz beispielsweise kooperiert in ihrem Executive-MBA-Programm seit 20 Jahren mit der bestens bewerteten amerikanischen Kellogg-Schule in Illinois.

Qualität des Lehrkörpers und Internationalität der Ausbildungsinhalte wie der Studentenschaft sind in den namhaften deutschen Business Schools auf einem Niveau, das keinen neidischen Blick über den Atlantik mehr rechtfertigt. „In Haratlilommen, 64 Prozent setzten eigene Ersparnisse ein und immerhin 43 Prozent wurden durch ihren Arbeitgeber gefördert.

Nutzen anerkannt

Mittlerweile ist den Personalverantwortlichen deutscher Unternehmen geläufig, was ein MBA-Abschluss bedeutet. Er ist längst nicht mehr so exklusiv wie einst, aber allein schon das bewiesene Engagement bringt einem MBA-Titelträger Pluspunkte bei einer Bewerbung. Die nicht unübliche Förderung eines MBA-Studiums durch den Arbeitgeber zeigt die Wertschätzung dieser Höherqualifizierung.

Wer ein Erststudium und einige Jahre Berufserfahrung vorweisen kann und nun in seinem Unternehmen aufsteigen, das Unternehmen wechseln oder in einem anderen Arbeitsbereich tätig werden will, für den kann laut Karriereberater Friedenberger der MBA ein Türöffner sein. Betriebswirtschaftliche Fallstudien, Projektunterricht, globale Öffnung, Lösungsorientierung, Teamarbeit, neue Themen wie Digitalisierung – für Juristen, Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaftler, die sich im Studium nicht mit Wirtschaftsthemen auseinandergesetzt haben, aber im Management mitreden wollen, ist der Nutzen eines MBA besonders hoch.

Längst nicht nur Fachwissen

Genau für diese Klientel wurde das postgraduale, generalistische Managementstudium vor mehr als 100 Jahren in den USA konzipiert. Heute nutzen es auch Betriebswirte zur Fortbildung, mancherorts reichen statt eines abgeschlossenen MBA.

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