Deutsche Anleger verpassen Renditechancen des Erneuerbare Energien-Booms

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Der Aufschwung der erneuerbaren Energien ist nicht mehr zu stoppen. Politisch gewollt und mit Einspeisetarifen gefördert, wird von Jahr zu Jahr mehr Strom aus regenerativen Quellen gewonnen. Dieser Megatrend bewegt auch die Finanzmärkte: Institutionelle Investoren steuern bereits um, weg von Kohle, Öl und Gas, hin zu sauberer Energie – auch um höhere Renditen zu erwirtschaften. Privatanleger reagieren hingegen nur zögerlich.

Zwischen 2012 und 2016 stieg das weltweite Investitionsvolumen von institutionellen Investoren in Cleantech und erneuerbare Energien jährlich um durchschnittlich 35 Prozent. Anders als die Profis lassen sich deutsche Privatanleger die attraktiven Ertragspotentiale grüner Investments hingegen entgehen – das Investitionsvolumen sank im Vergleichszeitraum leicht, und zwar auf ein niedriges Niveau. Für erfahrene Asset Manager ist dies nicht nachvollziehbar: „Die Voraussetzungen für Investments in Windenergie und Photovoltaik könnten kaum besser sein. Paris-Gipfel, Energiewende, EEG – der Umbau unserer Energieversorgung wird politisch forciert. Unter dem Druck des weltweiten globalen Klimawandels geben Regierungen attraktive Investitionsanreize für Erneuerbare Energien“, meint Karsten Reetz, Geschäftsführer der auf Zukunftsenergien spezialisierten Hamburger reconcept GmbH.

Seit 2002 stieg der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix unaufhaltsam von 8,8 Prozent auf 38,3 Prozent – und ein Ende des Trends ist nicht in Sicht. Mit gut 18 Prozent entfällt ein Großteil des grün erzeugten Stroms auf die Windkraft. Biomasse liegt mit 9 Prozent auf dem zweiten Platz, gefolgt von der durch Privatanleger stärker beachteten Solarenergie mit sieben Prozent und Wasserkraft mit einem Anteil von vier Prozent. Windenergie ist damit 2017 nach der umweltschädlichen Braunkohle zur zweitwichtigsten Stromquelle in Deutschland aufgestiegen.

Institutionelle Investoren haben die hohen Renditechancen von Investments in Erneuerbare Energien längst erkannt. In Deutschland flossen alleine im Jahr 2016 Investitionen in Höhe von 156,7 Milliarden Euro in nachhaltige Geldanlagen – 90 Prozent davon durch institutionelle Investoren. Privatanleger investierten somit allein 156 Millionen Euro in nachhaltige Geldanlagen – über alternative Investmentfonds sowie Beteiligungen an Windenergie- und Photovoltaikanlagen. Dies ergab eine Markterhebung des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG).

Mit rund 75 Prozent Anteil liegt danach die Solarenergie mit weitem Abstand am höchsten in der Gunst von Privatanlegern. Institutionelle Investoren setzen hingegen stärker auf Windenergie. Aus gutem Grund: Die Windenergie an Land (Onshore-Wind) ist eine der wettbewerbsfähigsten Formen der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Global sind die Erzeugungskosten laut einer aktuellen Studie des Freiburger Öko-Instituts bei neuen Anlagen zwischen 2010 und 2014 um ein Drittel gesunken. Nur Wasserkraft ist in dieser Betrachtung günstiger. „Der Vorsprung beim Wind ist so groß, dass er nicht mehr eingeholt werden kann“, sagt Fraunhofer-Professor Bruno Burger im Manager Magazin.

Deutlich wird auch reconcept-Geschäftsführer Karsten Reetz, wenn er das Investitionsverhalten von Privatanlegern im Vergleich zu institutionellen Investoren kommentiert: „Deutsche Privatanleger verpassen die Renditechancen im Bereich der Erneuerbaren Energien, insbesondere der Windenergie. Angesichts der politisch geförderten Energiewende und dem extremen Niedrigzinsumfeld ist dies äußerst bedauerlich.“

Weltweiter EE-Boom: M&A-Transaktionen auf Rekordhoch

Die hohe Attraktivität Erneuerbarer Energien (EE) zeigt sich auch im weltweit steigenden Volumen von M&A-Transaktionen. Der aktuellen KPMG-Analyse „Great expectations – Deal making in the renewable energy sector“ zufolge hat die Zahl der M&A-Deals im Bereich Erneuerbarer Energien 2017 mit 406 Transaktionen und einem Gesamtvolumen von 40,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand erreicht.

Von 200 befragten Profiinvestoren rechnen 40 Prozent damit, dass vor allem in Deutschland und China die Zahl der entsprechenden M&A-Deals am stärksten steigen wird. Michael Salcher, Head of Energy & Natural Resources bei KPMG in Deutschland, kommentiert die Ergebnisse der Studie: „Spätestens seit dem Pariser Klimaabkommen ist klar, dass der Trend auch weltweit hin zu den erneuerbaren Energien unumstößlich ist. Angesichts der Energiewende in Deutschland ist es nachvollziehbar, dass das Interesse der Investoren an Projekten im Bereich Erneuerbare Energien hierzulande ungebrochen ist.“

Bezogen auf die Teilsektoren sagen 43 Prozent der Befragten, dass die Offshore-Windenergie in den nächsten 12 Monaten den größten Anstieg bei Fusionen und Übernahmen verzeichnen wird, gefolgt von Wasserkraft (39 Prozent) und Photovoltaik (16 Prozent). Über 80 Prozent aller Befragten erwarten für die kommenden zwei Jahre steigende Bewertungen vor allem für Offshore-Projekte und im Bereich Photovoltaik.

Annette Schmitt, Partnerin im Bereich Deal Advisory von KPMG: „Wer als großer Player im Bereich der Erneuerbaren mitmischen möchte, kommt nicht um Investitionen in Offshore-Windenergieparks herum. Ähnliches gilt auch für großflächige Photovoltaikprojekte, die in Deutschland beispielsweise durch das neue Auktionsverfahren und aussichtsreiche Ausschreibungsflächen eine Renaissance erleben könnten.“

Privatanleger können vom Boom der Erneuerbaren Energien profitieren

Da Direktinvestments in Windkraftanlagen aufgrund hoher Investitionskosten für Privatanleger häufig nicht in Frage kommen, bieten Unternehmen wie der Hamburger Energieexperte reconcept die Möglichkeit, sich an bestehenden oder auch in Bau befindlichen Windkraftanlagen zu beteiligen. Die reconcept GmbH verbindet bereits seit 20 Jahren Energieprojekte mit Investoren. Die von reconcept aufgelegten grünen Geldanlagen finanzieren Wind-, Wasser- und Solarkraftwerke im In- und Ausland.

Die Renditen für solche Investments sind attraktiv. Das von reconcept aktuell angebotene Investment „RE09 Windenergie Deutschland“ bietet beispielsweise eine prognostizierte Rendite von sechs Prozent im Jahr bei einer moderaten Laufzeit bis Dezember 2023. Investiert wird in Enercon-Anlagen im Windpark Jeggeleben in Sachsen-Anhalt, die seit 2015 produzieren und 20 Jahre gesetzlich garantierten Anspruch auf feste Einspeisevergütungen haben.

4,7 Prozent Rendite pro Jahr mit Windenergie-Beteiligung

Jüngst konnten sich auch die Anleger der reconcept Windenergie-Beteiligung RE02 über ein erfolgreiches Closing ihres Investments freuen. Das Beteiligungsangebot war von 412 Anlegern mit insgesamt 9,1 Millionen Euro Eigenkapital ausgestattet worden. reconcept erwarb die beiden Windparks Niederlehme (4 MW) und Teutleben (15 MW) und übernahm fortan das kontinuierliche Asset Management der Windenergiebeteiligung.

Nach dem erfolgreichen Verkauf an einen institutionellen Investor wurde das Investment mit Gewinn aufgelöst. Zusammen mit den Auszahlungen seit Auflage der Beteiligung im Jahr 2012 erhalten die Investoren einen Gesamtmittelrückfluss von 134,5 Prozent, was einer Rendite von 4,7 Prozent im Jahr entspricht.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld ist dies ein sehr solides Ergebnis, freut sich reconcept-Geschäftsführer Karsten Reetz für seine Anleger und ergänzt: „Privatinvestoren sollten die Chancen von Investments in Erneuerbare Energien konsequent nutzen. Grüne Energien sind mehr als ein rentables Investment, sie sind Teil einer lebenswerten Zukunft für unsere Kinder. Wir bei reconcept wollen nachhaltig Werte schaffen: für unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und die Gesellschaft.“

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