Germanys Next Topmodel: Ein Mann gewinnt den Frauenwettbewerb. Ist das Emanzipation?

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Eine weitere Staffel Germany‘s Next Topmodel ist zu Ende, die 16. um genau zu sein. Die/der Gewinner/in steht trotz Corona-Pandemie nunmehr wieder einmal fest und kann sich über ein Preisgeld von 100.000€ und einen Modelvertrag freuen. Es scheint alles wie jedes Jahr zu sein, doch dieses Mal ziehen die Gewinnerin und auch die anderen Teilnehmerinnen besonders viel Aufmerksamkeit auf sich. Die diesjährige Staffel von Heidi Klums Show fand nämlich unter dem Motto „Diversity“ statt.

 

Den zweiten Platz der diesjährigen Staffel belegte Dascha, ein Plus-Size Curvy-Model mit Übergewicht. Auf dem dritten Platz landete Soulin, die während der gesamten Staffel für viele die Favoritin darstellte. Die Siegerin allerdings ist dieses Mal ein Transgender, die 23 Jahre alte Studentin Alex Mariah Peter. Alex wurde ohne Publikum aber mit Fernsehübertragung und Videochat mit Freunden und Familie zur Gewinnerin gekrönt. Mit Alex wurde das erste Mal ein Transgender-Model zur Siegerin des Wettbewerbs ernannt. Beim Finale erklärte sie: „Anderssein ist viel gewöhnlicher als wir uns oft eingestehen“. Ihr ging es in der Show darum Aufmerksamkeit auf Transmenschen zu lenken, aber natürlich auch ums Modeln. Vor der Verkündung der Siegerin erklärte Heidi Klum: „Alex ist mir von Sekunde eins aufgefallen – aber nicht, weil sie besonders laut oder quirlig ist, sondern weil sie eine ganz besondere Ruhe und sehr viel Selbstsicherheit ausstrahlt. Ihr gelingt der Spagat zwischen High Fashion und Kommerz perfekt und dabei kann man die Freude und das Feuer für diesen Job an ihrem Augenaufschlag sehen. Alex steht für Diversity und das, ohne das ‚Anderssein‘ hervorzuheben, sondern mehr durch das Normalisieren. Ich finde, dass Alex jetzt schon ein tolles Vorbild für viele Menschen ist.“ Sie fiel durch ihre ruhige und gelassen Art auf und mischte sich selten in Streitigkeiten zwischen den anderen Teilnehmerinnen ein. Letztendlich überzeugte sie durch die Verkörperung von Diversität. Die meisten Zuschauer*innen und Fans der Show waren allerdings schockiert darüber, dass Soulin nur den dritten Platz ergattern konnte. Sie zog die meisten Jobs an Land und hat die Jury sowohl bei den Shootings als auch auf dem Catwalk immer überzeugt. Soulin war eigentlich auch Heidis Liebling, doch hat jetzt scheinbar grundlos verloren. Dafür bekam Klum, die auch Produzentin der Sendung ist, einen riesigen Shitstorm auf Twitter.

 

Die diesjährige Staffel der Castingshow räumte den Teilnehmerinnen mehr Platz ein, um „ihre Geschichten zu erzählen“, wie die Zeit schreibt. Die 20-jährige Soulin berichtet über ihre Fluchterfahrung mit ihrer Familie aus Syrien, andere reden über ihr Gewicht oder ihre Sucht nach Social-Media. Durch das selbstgewählte Motto der Diversität liefert die Show Kritiker*innen weniger Angriffsfläche als sonst, die oft bemängelten, dass zerstörerische Schönheitsideale in der Sendung vermittelt werden. Dennoch gibt es noch von vielen Seiten Kritik an Heidi Klums Germany’s Next Topmodel. Vor dem Finale protestierten einige Aktivist*innen vor der ProSieben-Zentrale in München. Sie standen halbnackt mit Bannern und mit Aufschriften auf ihren Körpern vor den Eingangstoren. Ihre Forderung: „Kein Profit mit der Sexualisierung des weiblichen Körpers.“ Ihr Motto: „Körpernormen überwinden.“ Die Leiterin der Demonstration erklärt: „Wir sind eine kleine Gruppe von Frauen, die mit ihrem eigenen Körper zeigen wollen, dass das von ‚Germany’s Next Topmodel‘ propagierte Ideal von weiblichen Körpernormen nicht zutrifft.“ Für sie ist das Thema der diesjährigen Show nicht ehrlich gewählt, sondern lediglich durch Zwang an den Zeitgeist angepasst, „weil die Konzentration auf „dünne, weiße Personen“ nicht mehr“ aktuell wäre, so der Tagesspiegel. Kritiker und Kritikerinnen unterstellen der Show damit, dass dieses Jahr auch Körper mitmachen dürfen, die eigentlich nicht normal sind.

Der Schritt, auch Teilnehmerinnen zuzulassen, die nicht alle über 1,75m groß, weiß und dünn sind, ist immerhin einer in die richtige Richtung. Auch wenn sich GNTM nur dem Zeitgeist anpassen möchte, bietet diese unehrliche Anpassung Menschen Sichtbarkeit, die sonst oft keine erfahren durften. Es bleibt fraglich, ob diese Veränderung langfristig ist oder nur eine einmalige Erscheinung.

Ein Kommentar auch kommentieren

  1. Benny Schladenz sagt:

    Unglaublich, dass diese Transe gewinnen konnte, wirkte sie doch recht männlich und passt meiner Meinung nach überhaupt nicht oins Model-Geschäft. Aber auch der Rest der Mädels, die abseits der Kameras wie Normalos ohne Ausstrahlung und dem „bestimmten Etwas“ daherkamen, sah er gewöhnlich allenfalls durchschnittlich aus. Die wirklich hübschen Mädchen findet man sicherlich woanders. Teilweise musste ich lachen, wie mittelmäßig, sogar schäbig die „Damen“ aussahen. Die große Schwarze mit den falschen lasngen Zöpfen, andere mit Pickeln und häßlichen Beinen, und dann noch die Transe. Das ist TRASH pur!!

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